Clemens Meyer: Die Nacht, die Lichter. Stories

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Autor: S. Benedict-Rux
22. März 2008

„Die Nacht, die Lichter ist vergangene Woche mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet worden. Es ist das zweite Buch des 1977 in Halle/Saale geborenen Gegenwartsautoren.

In fünfzehn Geschichten erzählt Clemens Meyer von Menschen, die im sozialen Abseits stehen oder zumindest schon bessere Zeiten erlebt haben. Sie sind meist männlich, oft ohne wirkliche Perspektive für die Zukunft, vielleicht Harz IV – Empfänger, Kleinkriminelle oder einfach nur lebensmüde, wie der Witwer in der letzten Kurzgeschichte. Er tötet seine Hühner  und seinen Hund, bevor er wohl seinem eigenen Leben ein Ende macht. Denn wer sollte die Tiere wohl versorgen?

>>Wenn Du gewinnen musst, verlierst du.<<

Es verwundert nicht, dass nicht alle Stories gleichermaßen gefallen. Eine der schönsten ist die von Rolf, dessen Hund Piet operiert werden müsste. Dreitausend Euro würde dies Kosten, aber Rolf bekommt nur Dreihundertdreißig im Monat. Er erinnert sich an einen alten Kumpel, der früher mit Pferdewetten viel Geld gemacht hat. Die beiden versuchen ihr Glück und gewinnen, aber letztlich und auf eine unerwartete Weise wird Rolf das Geld verlieren, denn ein Happy End ist in der Welt dieser Figuren nicht vorgesehen. Sie bemühen sich, doch letztlich haben sie nicht wirklich eine Chance.

Clemens Meyer schreibt schnörkellos und psychologisiert nicht. Karg und nüchtern stellt er fest was ist – und manchmal nicht mal das. In der Technik der Andeutung und Ausparung kann man bis zu einem gewissen Punkt Ähnlichkeiten zur Erzählweise von Ralf Rothmann sehen. Mitunter sind die Lebensbedingungen und Handlungsverläufe der Geschichten in diesem Band aber sehr ähnlich und manchmal wirken die Figuren ein wenig versatzstückhaft.  Alles in allem verdienen sie dennoch die Aufmerksamkeit, die sie durch die Preisverleihung erhalten und geben Anlass, sich für die Zukunft noch mehr interessante Literatur von Clemens Meyer zu erhoffen.

Clemens Meyer: Die Nacht, die Lichter. Stories, S. Fischer Verlag 2008

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Ja, ich bin auch durch diesen Preis auf Meyer aufmerksam geworden. Allerdings werde ich sein letztes Buch „Als wir träumten“ lesen, ich bin nicht so sehr für Kurzgeschichten, liegt mir einfach nicht.

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