Wolfgang Kaes: Das Feuermal

Autor: S. Benedict-Rux
21. Juli 2008


Das Feuermal ist der vierte Roman in der Josef-Morian-Reihe. Kriminalhauptkomissar Morian fliegt zu Beginn des Thrillers in den wohlverdienten Urlaub und so ist seine Kollegin Antonia Dix zunächst auf sich alleine gestellt, als sich zwei äußerst auffällige Morde ereignen.

Die Handlung setzt mit einem klassischen Mord ein: Klaus-Hinrich Pelzer, ein Journalist der seine beste Zeit schon lange hinter sich hat, wird von seinem Auftraggeber bei der Übergabe des Recherche-Materials erschossen. Schnell wird klar: Der Täter, ein Mann mit einem auffälligen Feuermal, ist hochintelligent und eiskalt. Bald geschieht ein weiterer Mord. Ein dem Tod geweihter Patient wird in einem Krankenhaus mit Schlangengift ermordet. Wer hat ein Interesse daran, den Mann, der ohnehin noch höchstens zwei Wochen zu Leben hatte zu töten? Und wer bezahlt eigentlich die Rechnung für die Privatpatientenbehandlung, die das Opfer, ein einfacher Knecht, erhalten hat?

Zur gleichen Zeit erhält Max Maifeldt, Privatdetektiv und enger Freund von Morian, den Auftrag ein unbekanntes gestohlenes Dali-Gemälde wiederzubeschaffen und die Liste seiner Vorbesitzer zu ermitteln. Der Auftraggeber verhält sich allerdings höchst sonderbar und reizt Neugier des Detektivs damit um so mehr. Spätestens als sich herausstellt, dass der ermordete Journalist beauftragt worden war, Informationen über Maifeldt zusammenzustellen ist klar, dass der Mann mit dem Feuermal einen perfiden Plan verfolgt. Ist Max nur die Schachfigur in einem grausamen Spiel?

Neben dem Mann mit dem Feuermal steht Max Maifeldt im Zentrum dieses Thrillers, denn die Morde stehen alle im Zusammenhang mit dessen Familie. Der psychopathische Täter versucht Max als Komplizen für seine groß angelegte Rache zu mißbrauchen und er macht keinen Hehl daraus, dass er ihn bestrafen wird, wenn er nicht mitspielt…

Der Spannungbogen wird durch das ganze Buch auf hohem Niveau gehalten – der zu erwartende Showdown fällt relativ gemäßigt aus, lässt aber keine Fragen offen. Besonders erfreulich ist, dass es Kaes gelingt, auch ohne blutrünstige Bilder und übermäßige Brutalität Spannung zu erzeugen. Die Charaktere sind glaubwürdig erzählt, ihre Handlungen nachvollziehbar. Dem Autor ist es gelungen, eine Reihe sehr unterschiedlicher Sympathieträger zu schaffen, in die man sich hineinversetzen kann. Positiv fällt auch der Einbezug kultureller und historischer Hintergründe auf, sowie kleine Verbindungen zur Realität des Lesers, die die Glaubwürdigkeit des Geschehens suggerieren.

Fazit: Ein Thriller mit hohem Unterhaltungswert und sympathischem Personal!

Wolfgang Kaes: Das Feuermal. Thriller, Rowohlt Taschenbuch Verlag 2008

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Bisher in der Reihe erschienen: Todfreunde (2004), Die Kette (2005), Herbstjagd (2006), Das Feuermal (2008).

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