Hektor spielt (nicht) mit Mädchen

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Autor: S. Benedict-Rux
22. Juli 2019

Bilderbuch zum Thema Geschlechterklischees

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Autos und Ballspiele als Jungskram, Puppenspiele als Mädchenkram. Auch wenn wir seit einigen Jahrzehnten versuchen die Geschlechterklischees aufzuweichen, so sind sie doch fest in vielen Köpfen verankert. Werbung und manchmal auch Medien verfestigen sie mitunter mehr, als dass sie zu ihrer Auflösung beitragen. Dabei wäre das Leben so viel bunter und vielfältiger, wenn wir uns aus diesen Zuweisungen durch Geschlechterklischees befreien.

Diese Erfahrung machen am Ende auch Hektor und seine Freunde Rocky, Klara und Mücke. Zu Beginn des Bilderbuches hat Wolf Haktor ganz zufrieden mit den beiden Mädchen Mücke und Klara ein Schmetterlingshaus gebaut. Groß ist die Freude als dieses auch Schmetterlinge anzieht. Doch dann kommt Rocky Igel vorbei und macht sich darüber lustig – ist doch Mädchenkram. Er fordert Hektor auf, was Richtiges zu spielen: Baumball, das ist was für Jungs!

Verunsichert durch Rockys Reaktion schwenkt Hektor um und geht mit Rocky Baumball spielen. Die Mädchen wollen mitspielen, werden aber abgewiesen, weil Mädchen angeblich so schlecht spielen. Doch das lässt sich Mücke Eichhörnchen nicht gefallen und sie fordert die Jungs heraus: Baumball – Jungs gegen Mädchen! Es wird ein spannendes Spiel voller Überraschungen und am Ende ist klar:
Freude sind eben Freunde, egal ob Junge oder Mädchen!

Im Laufe der Geschichte machen fast alle der vier Freunde eine Wandlung durch: Hektor besinnt sich, Klara Eule wächst über sich hinaus und Rocky kann sich ganz vorsichtig auf auf die Spiele einlassen, die er vorher als Mädchenkram abgetan hat. Gemeinsam haben sie mehr Spaß als sie vorher, eingeengt durch die zugewiesenen Geschlechterrollen, hatten.

Rollenzuweisungen überwinden

Schon kleine Kinder spüren intuitiv, die Rollenzuweisungen, die in unserer Gesellschaft herrschen. Oft versuchen sie sich anzupassen. Das gilt im besonderen Maße für Mädchen, von denen auch heute noch immer oft erwartet wird, dass sie lieb und brav sind, sich an die vorgegebenen Vorstellungen anpassen.

In Zeiten, in denen mehr und mehr Männer (ganz wie Papa Wolf) einen Anteil an der Arbeit im Haushalt und der Kinderbetreuung übernehmen, macht es keinen Sinn die alten Geschlechterklischees unreflektiert weiterzugeben. Im Gegenteil. Bilderbücher wie dieses sind ein guter Aufhänger, um die Vorurteile und Klischees zu benennen und aufzuweichen, um damit ein freieres Miteinander zu fördern.

Anne Amelingen: Hektor spielt (nicht) mit Mädchen! Illustrationen von Günther Jakobs. Coppenrath Juni 2019, ab 4 Jahre
Hardcover 25,4 x 30 cm, 32 Seiten
ISBN: 978-3-649-62892-7
[D] 14,00 Euro

In derselben Reihe bereits erschienen:
Hektor ist kein Schisser, ISBN 978-3-649-62836-1 [affiliate link]

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