Actionreiche Science Fiction: „Cosmo Hill“ von Eoin Colfer

Autor: S. Benedict-Rux
8. Mai 2008


Durch seine Fantasy-Serie um Artemis Fowl ist Eoin Colfer einem größeren Kreis an jungen Lesern bekannt geworden. Mit der Figur des vierzehnjährigen Cosmo Hill hat er einen neuen Serienhelden geschaffen. Die Originalausgabe erschien 2004 unter dem Titel „The Supernaturalist“.

Der Roman spielt im dritten Jahrtausend. Satellite City ist eine satellitengesteuerte Metropole aus grauem, seelenlosen Stahl. Polizeivögel und Schnüffelsatelliten beobachten die Bewohner. Soziale Einrichtungen gibt es nicht und Waisenjungen die, wie Cosmo Hill, keinen Sponsor haben, werden in Waisenhäusern als Versuchskaninchen mißbraucht. Die Tests sind gesundheitsgefährdend und so liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der `Sponsorlosen´ bei fünfzehn Jahren. Höchste Zeit also für Cosmo hier raus zu kommen! Tatsächlich gelingt ihm bei einem Unfall die Flucht, aber er wird schwer verletzt. Da sieht Cosmo kleine, blaue durchscheinende Wesen auf den Ort des Geschehen zukommen. Eines davon setzt sich auf seine Brust und scheint etwas aus ihm herauszusaugen. Cosmo sieht schon das Leben aus seinem Körper weichen, als drei Jugendliche auftauchen und die Wesen attackieren. Sie nennen sich die Supernaturalisten, da sie Übernatürliches wahrnehmen. Es sind Stefan, ein ehemaliger Polizeianwärter, Mona eine junge Automechanikerin und Dito. Dito ist eigentlich ein Erwachsener, der aufgrund von Genmanipulationen so aussieht, als sei er noch ein Kind. Da Cosmo ebenfalls die Wesen sehen kann, die sie die Parasiten nennen, nehmen sie ihn in ihre Gruppe auf. Nacht für Nacht begeben sich die Supernaturalisten an Unfallorte, wo Dito als Arzt mit außergewöhnlichen Fähigkeiten die Verletzten behandelt, während die anderen soviele Parasiten wie möglich zu vernichten versuchen. Doch sie haben das Gefühl, dass die Zahl der Parasiten schneller zunimmt denn je. Als sie bei einem Einsatz aufgegriffen werden, bietet ihnen Ellen Faustino, eine frühere Ausbilderin Stefans die jetzt für einen Konzern arbeitet, die Zusammenarbeit an. Doch Faustino verfolgt ganz andere Pläne als die Gruppe, was diese bald zu spüren bekommt…

Der Roman ist schnell, actionreich und zeitweise ganz unterhaltsam. Immer wieder wird Kritik an dieser Zukunftsgesellschaft geübt, die Ökonomie vor Menschlichkeit und Ökologie setzt und viel von einem Überwachungsstaat hat. Allerdings wirken die Charaktere oft etwas flach, nicht wie wirkliche Individuen, und die Handlung ist vielfach absehbar. Dabei sind gute Ansätze zu einer Charakterzeichnung im Umgang der Jugendlichen untereinander durchaus vorhanden. Der erste Band der Cosmo Hill-Serie überzeugt also nicht wirklich und reicht zum Beispiel an die frühen Artemis Fowl-Bücher nicht heran. Die Serie erscheint dennoch durchaus ausbaufähig und  im Hinblick auf die folgenden Bände kann man hoffen,  dass sie an Breite und Tiefe gewinnt.

Eoin Colfer: Cosmo Hill. Der Supernaturalist. Roman, Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet, List 2008

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