Bilderbuch-Neuerscheinung: Oje, ein Buch!

Autor: S. Benedict-Rux
19. März 2018

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Oder: Wie man ein Buch benutzt und was es bewirken kann.

Juri kommt aufgeregt zu Frau Asperilla gerannt: er hat von Herrn Schnippel ein Bilderbuch geschenkt bekommen! Nun soll Frau Asperilla ihm das Buch vorlesen, doch es scheint, als ob die Gute, mit einem Smartphone auf einer Bank sitzend, nicht so recht weiß, wie sie damit umgehen soll. Sie wundert sich, dass sich das Buch nicht selber vorliest, man die Geschichte nicht ändern kann… Doch glücklicherweise weiß Juri um die tollen Möglichkeiten, die ein Buch bietet und wie man es bedient. Er weist sie geduldig immer wieder darauf hin, dass man die Seiten umblättern muss und nicht wischen.

Ein Bilderbuch im Bilderbuch

Die Ungewöhnlichkeit dieses Buches fängt mir der ersten Seite an – und diese ist, anders als es bei Büchern sonst üblich ist, das vordere Vorsatzblatt des Buches. Sie endet ebenso ungewöhnlich mit dem hinteren Vorsatzblatt – ein den üblichen Rahmen sprengendes Bilderbuch also.

Das Bilderbuch, das Juri bekommen hat sieht übrigens genauso aus wie Oje, ein Buch! und ja, es heißt auch ganz genauso. Die Binnengeschichte erzählt von einer Maus, die sich verlaufen hat und dadurch ein Abenteuer erlebt, bevor sie sicher wieder nach Hause gelangt. Wie in der Rahmenhandlung so sind auch hier die Rollen umgekehrt: das vermeintlich Kleine ist stark und kompetent, das vermeintlich Größere und Stärkere weiß weniger oder wird vom Kleinen besiegt. In gewisser Weise ist Oje, ein Buch! also auch eine Art Mutmachbuch.

Und während Juri Frau Asperilla in die Geheimnisse des Buches einweiht und sie gemeinsam die Abenteuer der Maus miterleben, rücken sie immer näher zusammen…

Eine Liebeserklärung

Die Illustrationen von Miriam Zedelius vermitteln ein wenig den Eindruck, als seien sie von einem Kind gemalt. In teils kräftigen Farben und mit sichtbarem Strich haben die Illustrationen ihren ganz eigenen Charme. Lieselotte Zedelius, ihr Alter wird mit 7 Jahren angegeben und man kann vermuten, dass es sich um die Tochter der Illustratorin handelt hat, hat Monsterstudien zu dem Buch beigesteuert.

Durch die unterschiedliche typografische Gestaltung lassen sich Rahmengeschichte und die Mäusegeschichte problemlos voneinander unterscheiden, so dass immer klar ist, in welcher der beiden Geschichte man sich mit einem Satz gerade befindet.

Mit einem Augenzwinkern ist es hier das Kind, das einem Erwachsenen erklärt, wie die Dinge funktionieren. Lorenz Pauli findet dafür eine Sprache, der man abkauft, dass sie genau so aus einem weisen Kindermund kommen könnte.

Fazit: Oje, ein Buch! Ist eine schöne Liebeserklärung an das Buch, die Fantasie und die Fähigkeiten von Kindern! Bitte vorlesen!

Lorenz Pauli (Text) / Miriam Zedelius (Bilder): Oje, ein Buch! Atlantis Verlag 2018, ab 5 Jahren
ISBN 978-3-7152-0742-1 , 32 Seiten
CHF 24.90 EUR 14.95

Weitere Rezensionen zu Bilderbüchern von Lorenz Pauli im Literatur Blog:
Lorenz Pauli/Kathrin Schärer: Da bist du ja!
Lorenz Pauli /Kathrin Schärer: Rigo und Rosa.

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