Ingrid Noll: Kuckuckskind – eine Rezension zum 75sten

Autor: S. Benedict-Rux
28. September 2010


Ingrid Noll wurde am 29. September 1935 als Tochter eines deutschen Arztes in Shanghai geboren. Im Jahr 1991 erschien ihr erster Roman, „Der Hahn ist tot“, und wurde ein großer Erfolg. Ihr Markenzeichen sind Romane, die wirken als seien sie von leichter Hand geschrieben, eine Mischung aus Kriminalroman und Familiendrama  und oft mit einer guten Portion tiefgründigem und schwarzen Humor gewürzt. Morgen wird die auflagenstarke deutsche Kriminalautorin 75 Jahre alt.

Nachfolgend eine Rezension ihres Romans „Kuckuckskind“, der in diesem Jahr als Taschenbuch erschienen ist.

Anja, Ende Dreißig und geschieden, ist Französisch- und Deutschlehrerin. Seitdem sie ihren Mann Gernot in flagranti auf dem häuslichen Sofa erwischt hat, lebt sie in einer fürchterlich engen, dunklen Mietwohnung und betäubt ihren Frust mit dem lösen von Sudokus. Nun ist sie froh, dass es trotz aller Bemühungen nicht geklappt hat mit dem gemeinsamen Kind. Auch die Freundschaft zu ihrer Kollegin Birgit und deren Mann Steffen ist seit der Trennung fast eingeschlafen und hat sich auf ein gelegentliches Schwätzchen im Lehrerzimmer reduziert.
Als Sie eine Wohnung im Haus des Vaters eines ihrer Schüler angeboten bekommt, löst sich Anja aus ihrer Erstarrung und nutzt die Sommerferien um ihr Leben umzukrempeln. Doch das ist erst der Anfang: Anja holt aus dem früheren ehelichen Haus ihre Möbel und kann der Versuchung nicht widerstehen, die Nachrichten auf dem Anrufbeantworter abzuhören. Überrascht und wütend erkennt sie Birgits Stimme, die ihren Ex-Mann mit dem Kosenamen „Schatz“ anspricht. Als Anja erfährt, dass Birgit schwanger ist, ist für sie sofort klar dass ihr Mann Steffen nicht der Vater sein kann. Sie ahnt nicht was sie alles in Gang setzt, als sie in Steffen Zweifel an der Vaterschaft sät und ihn auffordert doch einen Vaterschaftstest zu machen – zwei Tote sind die Folge und auch ihre neue Liebe steht auf dem Spiel…
Die Rache einer betrogenen Frau, unerfüllter Kinderwunsch, Mißtrauen und eine neue Liebe – aus diesem Cocktail mixt Ingrid Noll einen amüsanten Roman in dem hinter der trügerischen Idylle wie so oft tiefe Abgründe aufscheinen. „Kuckuckskind“ ist sicher nicht der stärkste ihrer Romane, aber allemal unterhaltsam.

Kuckuckskind ist 2008 als Hardcover erschienen und seit diesem Jahr auch als Taschenbuch erhältlich. Ebenfalls im Jahr 2010 und bei Diogenes erschienen ist ihr neuer Roman „Ehrenwort“.

Ingrid Noll: Kuckuckskind, Roman. Diogenes Taschenbuch 2010

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