Ein Puzzlespiel mit vielen Motiven

Autor: Gastrezension
23. Februar 2011

Mit “Felipolis” veröffentlicht Akif Pirincçi einen Detektivroman, in dem der Kater Francis ein weiteres Mal sein Genie unter Beweis stellen muss


von Timo Gutbrod

Francis, der sich selbst inzwischen als „alter Sack“ bezeichnet, könnte sich seinen Lebensabend kaum schöner vorstellen: Faulenzen in der Sonne, eine junge Gefährtin und immer genug Futter und Zuneigung seitens seines “Dosenöffners” Gustav. Die Tage des Detektivs, Kämpfers und (Frauen-)Helden scheinen der Vergangenheit anzugehören. Als jedoch nach einem Streit mit seiner geliebten Sancta sein langjähriger Freund und Gefährte Blaubart auftaucht, scheint es so, als könne es wieder interessant im Revier werden.
Blaubart bringt eine unglaubliche Nachricht: Einer Katze soll ein milliardenschweres Erbe zugesprochen werden. Erst weigert sich Francis, die Sache genau unter die Lupe zu nehmen, doch als er hört, dass die Katzendame Domino durch das vermeintliche Vermögen in großer Gefahr schwebt, beschließt er, sich vor Ort umzusehen. In der Villa angekommen, stellt er fest, dass nicht nur sein Interesse an der Sache geweckt wurde. Neben einer Legion aus Anwälten und Firmenvorständen, die gegen das Testament der Konzernchefin Adelheid Kant klagen wollen, trifft er auch auf verschiedenste Interessengruppen seiner eigenen Art, der Spitzohren. Als Francis dann auch noch  Domino, eine faszinierende Schönheit und ein Prachtexemplar von einer Katze, findet, muss er schnell feststellen, dass ihn seine unstillbare Neugierde ein weiteres Mal in einen Fall getrieben hat, der einem das Fell zu Berge stehen lässt.

“Felipolis” ist ein Detektivroman, welcher den Leser in eine Welt begleitet, die der unsrigen mehr als nur ähnlich zu sein scheint. Der Held, Francis, muss schnell am eigenen Leib erfahren, dass es sich bei dem Erbe nicht um ein ‚einfaches‘ Testament einer alten Dame handelt, sondern um Mord, Korruption und Macht. Die Parallelen zwischen der Welt der Menschen und der Katzen sind dabei unverkennbar: In beiden Welten sind die Bourgeoisie, das Proletariat sowie die Kriminalität stark vertreten.

Wo Francis anfangs die Lösung zu einem neuen Fall sucht, findet er viel über sich selbst, seine Art und moralische Abgründe heraus, welche von Verrat bis hin zu Völkermord reichen. Neben Lebensgefährtin Sancta, Sohnemann “Junior” und dem ewigem Gefährten Blaubart trifft Francis auf Charaktere wie Clint, Smith & Wesson (ihres Zeichens Assassinen) und Herzl, der sich als immer wiederkehrende Figur in das Geschehen einbringt. Wie Francis ergeht es auch dem Leser, der einen Detektivroman erwartet, aber in Felipolis eine Geschichte findet, die sich allzu leicht auf das tägliche Leben übertragen lässt. Dem Autor ist es gelungen, mit Witz und viel Stoff zum Spekulieren ein äußerst ernstes Thema aufzunehmen.

Akif Pirinçci: Felipolis, Diana Verlag 2010, 351 Seiten, 19,99€

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Akif Pirinçci: Felipolis im Preisvergleich

ISBN-13: 9783453290976
ISBN-10: 3453290976

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