„Feuerträne“: Drachenfantasy mal anders

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Autor: S. Benedict-Rux
15. Dezember 2007

FeuerträneDavid, angehender Geografiestudent, sucht dringend nach einer neuen Bleibe. Mrs. Pennykettle sucht einen Mieter – er muss allerdings Kinder und Katzen mögen. Und Drachen, so steht es in der Anzeige. Denn Mrs.  Pennykettle ist Kunsthandwerkerin und stellt Drachen aus Ton her. Das ganze  Haus steht voll davon, aber warum nicht, sie sind  ja durchaus hübsch, das Zimmer ist okay und David zieht also sofort ein.  Dennoch fühlt er sich manchmal von ihnen beobachtet und auch seine Vermieterin und ihre Tochter Lucy verhalten sich in Bezug auf die Drachen mitunter etwas merkwürdig. Aber zunächst ist David abgelenkt, denn die 10-jährige Lucy hält ihn ganz schön auf Trab: immerzu erzählt sie ihm von Conker, dem Eichhörnchen das in ihrem Garten lebt und nur noch ein Auge hat. Conker ist nämlich verschwunden und Lucy will, dass David ihr hilft Conker zu finden und zu beschützen…

Liz Pennykettle töpfert David einen Drachen als Willkommensgeschenk – einzige Bedingung:  er darf den Drachen niemals zum weinen bringen, denn sonst erlischt der Lebensfunke in ihm.  Alles Quatsch, oder? David findet die Drachen wundervoll, aber dass sie lebendig sein sollen kann er sich nun wirklich nicht vorstellen. Und schon gar nicht, dass sein Drache ihm dabei helfen soll eine Eichhörnchen-Geschichte für Lucy zu schreiben…

Chris d´Lacey hat eine Fantasy-Geschichte geschrieben, die vom üblichen Schema abweicht. Trotzdem wird sie sicher vielen Fantasy-Lesern gefallen: überzeugende Charaktere, Spannung und ein geheimnisvolles Rätsel zeichnen „Feuerträne“ aus.  Die Eichhörnchengeschichte verankert das Geschehen einerseits in der Realität, ermöglicht aber gleichzeitig einen anderen Blick auf die Geschehnisse der Wirklichkeit. Der Roman gewinnt dadurch an poetisch-mythischer Qualität wie sie für Fantasy nicht selbstverständlich ist.

Erwähnenswert ist auch der sensible wie glaubwürdige Umgang mit dem Thema „Tod“. Chris d´Lacey gelingt es, nichts zu beschönigen und dennoch ein versöhnliches Ende zu gestalten.

Chris d´Lacey: Feuerträne. Aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis. Illustrationen von Nora Nowatzyk. Umschlagillustration von Helmut Dohle. Coppenrath 2007, ab 10 Jahre

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