Vorlesen – mehr als nur Leseförderung

Autor: S. Benedict-Rux
5. April 2007

Vorlesen fördert die seelische und geistige Entwicklung von Kindern, erleichtert das lesen lernen, bietet Möglichkeiten, Handlungsmodelle für den Alltag durchzuspielen und fördert damit auch soziale Kompetenzen. Diese Erkenntnisse sind nicht brandneu, werden aber oft mit einem allzu großen pädagogischen Zeigefinder vorgetragen und unterschlagen wichtige Aspekte, nämlich die Lust am lesen und ja – die Freude am vorlesen.

Am Beispiel von acht Kinderbüchern gibt Susanne Held Hinweise, wie vorlesen nicht nur zu einer fördernden, sondern auch zu einer unterhaltsamen, spannenden und mitunter witzigen Angelegenheit werden kann. Die Auswahl, darauf weist die Autorin selber hin, ist natürlich subjektiv geprägt und kann je nach Neigung und den Besonderheiten der Kinder anders ausfallen.

Was diesen Ratgeber von anderen unterscheidet ist zum einen, dass hier nicht einfach eine Art Lesekanon mit pädagogisch wertvollen Kinderbüchern aufgestellt wird – das andere ist der deutlich hervorgehobene Aspekt der Freude am vorlesen und dabei wiederum den Gewinn für beide Seiten. Die Autorin ist sich dessen bewusst, dass insbesondere Eltern sich vor dem zusätzlichen Zeitaufwand scheuen mögen und plädiert dafür, Vorlesezeiten als gemeinsame Inseln anzusehen und nicht als weiteren Pflichtpunkt im Erziehungs- und Bildungsprogramm ihrer Kinder. Ausdrücklich wendet sich ihr Appell nicht nur an die Eltern, sondern auch an Großeltern, Paten und andere Erwachsene, die engen Kontakt zu Kindern haben. Vorlesen ist mehr als nur frühkindliche Leseförderung und Bildungsvorsprung für die Schule. Vorlesen macht Spaß, ist ein gemeinsames, Nähe stiftendes Abenteuer – und, wenn die Kinder irgendwann groß sind, eine Quelle schöner gemeinsamer Erinnerungen.

Susanne Held: Vorlesen oder die Kunst, Bücher in Kinderherzen zu schmuggeln, Klett- Cotta 2006 ( Reihe `Kinder fordern uns heraus´)

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