Spannendes Jugendbuch von Anthony Horowitz

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Autor: S. Benedict-Rux
25. April 2007

Nach den ersten beiden Bänden „Todeskreis“ und „Teufelsstern“ ist seit März nun auch der dritte Band aus der Reihe „Die fünf Tore“ von Anthony Horowitz erschienen. Der Jugendjury hat „Todeskreis“ so gut gefallen, dass sie ihn auf die Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2007 gesetzt hat. Hier nun die Rezension zu Band 3 mit dem Titel „Schattenmacht“.

Scott und Jamie Tyler haben in ihrem 14 Jahre jungen Leben schon einiges durchgemacht. Die Zwillinge, einst in einem Karton ausgesetzt, waren schon in einigen Pflegefamilien, denn da sind anders sind als andere, gab es immer wieder Schwierigkeiten. Scott und Jamie können sich in die Gedanken anderer Menschen einklinken und stehen deshalb auch in telepathischem Kontakt zueinander. Zu Beginn des Buches arbeiten die beiden Jungen zwangsweise für einen selbst ernannten Pflegeonkel als `telepathische Zwiliinge´ in einem heruntergekommenen `Theater´. Als Lohn erhalten sie ein Minimum an Lebensmitteln und reichlich Schläge. Der Pflegeonkel verkauft die Brüder an die zwielichtige Nightrise Corporation, die Interesse an Kindern und Jugendlichen mit paranormalen Kräften hat. Die Jungen versuchen zu fliehen, doch nur Jamie kann mit der Hilfe einer Unbekannten entkommen. Als er aus einer Betäubung erwacht, versucht er Kontakt zu seinem Bruder herzustellen, doch er bekommt keine Antwort. Das Schlimmste was er sich je vorstellen konnte ist geschehen – er ist allein. Es ist nun also ausgerechnet an Jamie, dem introvertierten und unsicheren Zwilling, der seinem Bruder immer die Führung überlassen hatte, zu handeln. Wo ist Scott? Was haben sie mit ihm vor? Wem kann er vertrauen, wird er doch selber von der Nightrise Corporation gejagt? Auf seiner Suche nach Scott macht Jamie eine Entwicklung durch, die ihn dazu befähigt mehr und mehr die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Allmählich kristallisieren sich auch die Hintergründe für die mysteriösen Geschehnisse heraus und er begreift, dass Scott und er zwei der fünf Torwächter sind, die die Aufgabe haben die Rückkehr zerstörerischer dunkler Kräfte auf die Welt zu verhindern.

Drei Welten werden in „Schattenmacht“ erzählt – die Welt der Gegenwart, eine Welt von vor etwa zehntausend Jahren und eine Traumwelt, die diese Welten verbindet. Den größten Raum nimmt die Gegenwart mit einer actionreichen Handlung ein: Verfolgungsjagden und ein Überfall auf ein Jugendgefängnis gehören ebenso dazu, wie ein Mordanschlag auf einen Präsidentschaftskandidaten. Die `alte´ Welt beleuchtet einige Hintergründe, bringt Jamie in Kontakt mit den anderen Torwächtern und zeigt ihm in dem entscheidenden Kampf in der alten Zeit, mit welchen Kräften er es zu tun hat. Diese, unter anderem mit Fantasyungeheuern bevölkerte Teilwelt, hat mir persönlich am wenigsten zugesagt, macht aber nur einen kleinen Teil des Buches aus. Die verbindende Traumwelt mit ihren mehrdeutigen, zu entschlüsselnden Botschaften ist dagegen meiner Ansicht nach ein sehr gelungener Einfall. Eine kurze Rückblende zu Beginn des Romans erleichtert den Einstieg in die Geschichte, die für Jugendliche ab etwa 14 Jahren geeignet ist.

„Schattenmacht“, das sind fast vierhundert Seiten spannende Unterhaltung für junge Leser, die nach der Lektüre sicher das Erscheinen des nächsten Bandes kaum noch erwarten können! Der vierte und vorletzte Band der Reihe erscheint voraussichtlich im kommenden Jahr.

Anthony Horowitz: Die fünf Tore, Band 3. Schattenmacht. Aus dem Englischen übersetzt von Simone Wiemken. Loewe Verlag 2007.

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