Tag des freien Buches

Autor: S. Benedict-Rux
10. Mai 2016

Buch bei amazon ansehen / bestellen Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 hatten radikale Studenten und Angehörige von NS-Verbänden angefangen Werke unliebsamer jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller in öffentlichen Aktionen auf Scheiterhaufen zu verbrennen. Verfemt waren unter anderem die Bücher von Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Heinrich Heine, Erich Kästner, Franz Kafka, Heinrich Mann, Karl Marx, Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky. Am 10 Mai 1933 brannten in Berlin und 21 anderen deutschen Städten große Scheiterhaufen. Erich Kästner wurde am Berliner Opernplatz sogar selber Zeuge der Verbrennung seiner Bücher.

Am Jahrestag der Bücherverbrennungen wurde seitdem der Geschehnisse gedacht. Peter Suhrkamp, der 1950 den Suhrkamp Verlag gründen sollte, sagte auf der Veranstaltung zum Jahrestag im Jahre 1947: „Wenn heute der Tag des Freien Buches proklamiert wird, ist das die Proklamation einer Forderung: das geistige Leben in allen Formen jedem Menschen zugänglich zu machen! Jedem Menschen! In jeder Form!“ Dies ist eine Forderung, die auch heute leider noch nicht an Aktualität eingebüßt hat.
Der Tag des freien Buches wurde 1983 unter anderem durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Gedenktag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten erklärt.
Aus Anlass des Jahrestages möchten wir auf zwei lesenswerte Bücher hinweisen, die einen Bezug zum Thema haben und sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene geeignet sind. Das erste, Die Bücherdiebin von Markus Zusak, spielt in der Nazizeit, während Fahrenheit 451 einen dystopischen Blick in eine Zukunft wirft, in der alle Bücher als Unruhestifter verboten sind und deshalb systematisch verbrannt werden. Beide eint, dass sie das Potential des Buches und des Lesens zeigen, vor dem sich andere, dunkle Kräfte so fürchten, dass sie die  Bücher vernichten wollen.

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