Kein `Höhenrausch´ aber ein kurzweiliger Frauenroman

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Autor: S. Benedict-Rux
19. Juni 2007

Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy hat einen Ruf als Autorin intelligenter Frauenromane. Ihr fünftes Buch dreht sich um die Sorgen und Nöte der modernen Single-Frau über dreißig, serviert mit Selbstironie und Witz.

Linda, 35 ist Übersetzerin und vor allem frisch verlassen. Da sie nicht an jeder Ecke an ihren Verflossenen erinnert werden will, tauscht sie über die Mitwohnzentrale die Wohnung mit dem Berliner Illustrator Andreas. Ihr erstes Blind Date geht schief, da die Agentur etwas verwechselt hat. So lernt sie den homosexuellen und ebenfalls gerade sitzen gelassenen Erdal kennen, mit dem sie sich anfreundet. Eine Art von Freundschaft entwickelt sich auch zu Andreas, dem `fremden Freund´ mit dem sie in regem E-Mail-Kontakt steht. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein und dennoch kann Linda sich offen mit ihm austauschen, entsteht über kleine Meinungsverschiedenheiten und das leben in der Wohnung des jeweils anderen Vertrautheit. Und dann geschieht das, womit Linda nun in ihrem Liebeskummer am allerwenigsten gerechnet hat – sie verliebt sich und das ausgerechnet auch noch in einen verheirateten Mann. Eine Affäre beginnt…

Ildikó von Kürthy schreibt amüsant und kurzweilig, greift auch auf Situationskomik zurück die bisweilen etwas komödienhaftes hat. Wir begegnen den üblichen Klischees von Figur- und Fältchenproblemen, dem Hang zum Schuhkauf, zur Red- und Gefühlsseligkeit und dergleichen mehr. Vieles wirkt überzogen und das soll es wohl auch: Frau soll sich nicht zu Ernst nehmen, sondern über die Schwächen der beiden Geschlechter schmunzeln. Man ahnt wohin die Entwicklung gehen wird, aber das stört nicht weiter, das beste an diesem Roman sind ohnehin die kleinen, oft beiläufig wirkenden Bemerkungen.

Auffällig ist das aufgelockerte Schriftbild: Lindas Briefe an den `dessen Name nicht genannt werden darf´ (Ähnlichkeiten zu Figuren bei „Harry Potter“ sind nicht zufällig) sind genauso auf den ersten Blick zu erkennen, wie die Telefonate mit ihrer Freundin Silke oder die E-Mails zwischen Linda und Andreas. Hinzu kommen zahlreiche Fotos von Einrichtungsgegenständen, Artikeln oder Getränkekarten die gerade im Text erwähnt werden.

Man kann und sollte von diesem Roman keinen Tiefgang erwarten – aber leichte, angenehme Unterhaltung.

Ildikó von Kürthy: Höhenrausch, Wunderlich 2006.

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