Daniel Kehlmanns satirischer Roman über den Kunstbetrieb

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Autor: S. Benedict-Rux
19. Dezember 2006

Spätestens seit seinem 2005 erschienen Bestseller „Die Vermessung der Welt“ ist Daniel Kehlmann vielen Lesern geläufig. Hier soll es um einen weniger bekannten Roman dieses Autors gehen, in welchem er einen satirischen Blick auf den Kunst- und Kulturbetrieb unserer Zeit wirft.
In dem 2003 erschienenen „Ich und Kaminsiki“ plant ein eitler und bislang mäßig erfolgreicher Kunstjournalist (der Titel deutet diese Eitelkeit ja schon an), die Biographie des letzten Matisse-Schülers Manuel Kaminski zu schreiben. Er rechnet damit, dass der alte Maler bald versterben wird und er daraufhin mit seiner Monographie über den Künstler Anerkennung im Kunstbetrieb erhält. Also sucht er den alten blinden Maler in den Bergen auf, um ihn zu seiner Lebensgeschichte auszufragen. Dabei geht er ziemlich skrupellos vor, um an Kaminski heranzukommen, welcher von seiner Tochter abgeschirmt wird. Im Verlauf einer dann folgenden gemeinsamen Reise schleppt er Kaminski sogar gegen seinen Willen zu einer Vernissage in eine Kunstgalerie, weil er sich davon eine Förderung seiner Karriere erhofft. Doch der alte Maler ist nicht so hilflos wie es zunächst scheint – mehr soll hier nicht verraten werden…
Die Hauptfiguren in „Ich und Kaminski“ bieten sich nicht wirklich als Identifikationsfiguren an, zu fremd sind sie und werden mit einer gewissen Distanz dargestellt. Aber es ist sehr amüsant zu lesen, wie das Machtgefüge zwischen den beiden schillert und sich verschiebt, wie sich die Beziehung im Laufe der Reise verändert. Herzerfrischend auch, die satirische Zeichnung der „Hüter der modernen Kunst“: Galeristen, Maler, Chefredakteure und dergleichen mehr.

Daniel Kehlmann: Ich und Kaminski. Suhrkamp 2003

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