Krimi-Vergnügen aus England

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Autor: S. Benedict-Rux
16. April 2007

Lust auf einen Krimi? Alle Krimis von Autoren, die man auf den Bestsellerlisten findet schon gelesen? Wer bereit ist, sich auf eine etwas andere Erzählweise einzulassen, sollte sich vielleicht mal die Krimis um das Ermittlerteam Dalziel und Pascoe von Reginald Hill ansehen. In England schon lange bekannt, findet die Krimireihe auch hierzulande immer mehr Anhänger.

Im Original unter dem Titel „The Wood Beyond“ schon 1996 erschienen, ist „Der Wald des Vergessens“ seit 2005 auch in deutscher Sprache erhältlich. Worum geht´s? Beim Versuch zu einem versteckt gelegenen Pharmalabor vorzudringen, entdeckt eine Gruppe von Tierschutz-Aktivisten auf dem Gelände des Pharmakonzerns Teile einer Leiche. Andrew Dalziel von der Kriminalpolizei Mid Yorkshire muss die Ermittlungen zunächst alleine leiten, da sein Kollege Peter Pascoe die Nachlassverwaltung seiner gerade verstorbenen Großmutter übernommen hat. Aber auch seiner Rückkehr in den Dienst ist Pascoe für Dalziel kaum zu gebrauchen, führt doch der letzte Wunsch der Verstorbenen dazu, dass Pascoe Nachforschungen über den in der Familie totgeschwiegenen Urgroßvater anstellt. Dieser ist unter ungeklärten Umständen im 1. Weltkrieg gestorben. Dalziel scheint also die meiste Zeit alleine an der Auflösung des Falls zu arbeiten. Zu allem Überfluss hat er sich ausgerechnet in die Tierschützerin verliebt, die nach einem weiteren Todesfall als Hauptverdächtige gelten muss.

„Der Wald des Vergessens“ kommt anfangs ein bisschen schwer in Gang, zumal nicht sofort klar ist, was Peter Pascoes Vorfahren und der 1. Weltkrieg mit alledem zu tun haben. Durchhalten wird aber belohnt. Da sich Reginald Hill mehrerer Erzählstränge und Erzähler bedient, sollte man das Buch aber aufmerksam lesen, entgehen einem doch sonst Details und Zusammenhänge, die sich später noch als bedeutungsvoll erweisen werden. Die Figuren haben einen ausgeprägten Charakter, allen voran Dalziel und Pascoe die kaum gegensätzlicher sein könnten. Auffällig sind die zahlreichen Anspielungen, insbesondere auch auf Werke der (vorwiegend englischen) Literatur. Sie werden im Anhang erläutert und teilweise im Original zitiert. Wem das blättern zu lästig ist, kann sie auch einfach ignorieren und wird der Handlung dennoch folgen können – sollte sich aber darüber im klaren sein, dass er sich selber eines zusätzlichen Vergnügens beraubt.

Reginald Hill: Der Wald des Vergessens, Ein Roman mit Dalziel und Pascoe, Aus dem Englischen von Xenia Osthelder, Europa Verlag 2005

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