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Jetzt auch als Taschenbuch: „Verbotene Welt“ von Isabel Abedi

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/ Autor: S. Benedict-Rux

„Verbotene Welt“ ist im Oktober 2006 als Hardcover im Loewe Verlag erschienen. Seit Januar 2008 gibt es den Kinderroman von Isabel Abedi nun auch in einer Taschenbuchausgabe.

Otis ist zwölf und lebt mit seiner Mutter Cherilyn in New York. Er ist etwas schmächtig, weshalb ihn zum Beispiel sein Klassenkamerad Duncan gerne ärgert. Außerdem leidet er unter Höhenangst, die er aber Schritt für Schritt zu überwinden sucht. „Seinen Ängsten muss man begegnen“ , sagt seine Mutter immer und außerdem faszinieren ihn große Bauwerke. Irgendwann möchte Otis es schaffen, vom großen Wolkenkratzer in dem seine Mutter arbeitet auf die Brooklyn-Brücke hinunter zu schauen, ohne dass ihm dabei schwindelig wird. Als seine Mutter eine neue Stelle als Kosmetikerin in einem Schloss in Schottland annimmt, bleibt er für kurze Zeit ohne sie in Amerika zurück. In diese Zeit fällt ein Klassenausflug in die Freiheitsstatue und Duncan sperrt Otis auf der Toilette der Freiheitstatue ein. Der Lehrer vergisst ihn dort und bemerkt dies erst als die Freiheitsstatue verschwunden ist. Verschwunden?

Olivia ist auch zwölf. Aber sie lebt in Berlin-Kreuzberg. Ihre Mutter ist alkoholkrank und ihr Vater vor acht Jahren gestorben. Als ihre Unterbringung im Heim droht, flieht sie mit ihrer zahmen Taube Columbina und versteckt sich erst bei ihrem väterlichen Freund Carlos und dann im KaDeWe. Auch das Kaufhaus des Westens löst sich einfach in Luft auf – und mit ihm Olivia.

Nach und nach verschwinden immer mehr berühmte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten – die Welt steht Kopf! Ist dies das Werk von Terroristen? Oder von Außerirdischen? Otis und Olivia aber finden sich in einem merkwürdigen dunklen, großen Raum wieder, wo sich nach und nach auf riesigen Tischen immer mehr berühmte Bauwerke einfinden. Diese zaubert der Riese Reginald mit Hilfe einer Art Dschinn aus einer Öllampe her. Minima heißt der Dschinn, denn er kann die Dinge verkleinern. Doch das Wesen aus der Öllampe kann, solange es von seiner Schwester in einer anderen Öllampe getrennt ist, nur eine bestimmte Anzahl von Wünschen erfüllen bevor es zu Asche zerfällt. Die beiden Kinder wollen aber nicht für den Rest ihres Lebens in der Größe eines Erdnussflips in Reginalds Welt eingesperrt sein! Also machen sich gemeinsam daran, eine Lösung zu finden. Bald stoßen sie auf den Perser Jally, der ihnen mehr über die magischen Lampen erzählen kann.

Die Geschichte, ein Abenteuer- oder Fantasyroman mit Anklängen an orientalische Märchen, wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Da ist die „normale Realität“, in der die Menschen ihren Alltagsbeschäftigungen nachgehen und sich Gedanken um die verschwunden Menschen und Bauwerke machen. Und dann natürlich die Miniaturwelt – Reginalds Welt. Hier sind die zwei ungleichen Kinder, die sich zusammenraufen und über sich hinauswachsen.

Mit je einer weiblichen und einer männlichen Hauptfigur bietet „Verbotene Welt“ Identifikationsfiguren für Mädchen wie Jungen. Angenehm ist, dass die Autorin dabei nicht in Rollenklischees verfällt. Zwar scheint der Handlungsverlauf schon recht früh klar zu sein, aber durch den Einschub unerwarterter Geschehnisse bleibt die Spannung größtenteils erhalten. Geschrieben ist das Kinderbuch in einer altersgerechten Sprache, so dass das relativ dicke Taschenbuch sicher nicht nur für Vielleser zu bewältigen ist. Ein Glossar bietet Informationen zu den verschiedenen, im Buch erwähnten Bauwerken.

Isabel Abedi: Verbotene Welt. Loewe Verlag 2008 , ab 10

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