Schlagworte: Iwein Löwenritter

Felicitas Hoppe erhält den Rattenfänger-Literaturpreis

*Dieser Beitrag enthält einen oder mehrere Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Kauf zustande, erhält der Betreiber des Literaturblogs eine Provision.

/ Autor: S. Benedict-Rux



Aus 307 eingereichten Büchern hat die Jury des Rattenfänger-Literaturpreises Felicitas Hoppes „Iwein Löwenritter“ zum Preisträger in 2010 gekürt. Das im Jahr 2008 bei S. Fischer erschienene Kinderbuch erzählt das Versepos „Iwein“ von Hartmann von Aue auf eine kindgerechte wie poetische Weise nach und zieht seine Leser damit sofort in den Bann.

Felicitas Hoppe erhält den Rattenfänger-Literaturpreis weiter lesen »

Ritter, Drachen und andere Ungeheuer

*Dieser Beitrag enthält einen oder mehrere Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Kauf zustande, erhält der Betreiber des Literaturblogs eine Provision.

/ Autor: S. Benedict-Rux


Die Geschichte von Iwein Löwenritter – neu erzählt von Felicitas Hoppe

In ihrem ersten Jugendbuch hat sich die Autorin Felicitas Hoppe einem alten Stoff der Artus-Sage angenommen und ihn für junge Leser unserer Zeit aufbereitet. Grundlage  ihres Ritterromans ist das etwa 1200 entstandene mittelhochdeutsche Epos Iwein von Hartmann von Aue.

Iwein, Ritter der Tafelrunde am Hofe König Artus´, hat Langeweile. Er hat es satt immer nur von Abenteuern anderer Ritter zu hören, anstatt selber welche zu erleben. Also sattelt er sein Pferd und reitet ins Land Nebenan um gegen ein geheimnisvolles Ungeheuer zu kämpfen und Abenteuer zu erleben. Nach einem tagelangen Ritt trifft er ein Ungeheuer in Menschengestalt, das mitten im Wald wilde Tiere hütet. Wenn er Abenteuer suche, so erfährt er da, so solle er er an der Gewitterquelle den Stein mit Wasser begießen. Diesen Rat befolgt  der abenteuerhungrige Ritter und fordert damit den Burgherren vom Land Nebenan heraus. Iwein besiegt den Burgherren und verliebt sich in die Burgherrin Laudine, deren Herz er nach einiger Zeit gewinnt.  Doch viel zu schnell lässt sich Iwein von seinem Freund dem Ritter Gawein dazu überreden, zu neuen Abenteuern aufzubrechen und seine Pflichten zu vernachlässigen. Laudine lässt ihn ziehen, setzt ihm jedoch eine Frist für seine Rückkehr. Doch der tatdendurstige Ritter lässt diese Frist verstreichen, verliert dadurch seinen Verstand und muss nun seine Schuld abtragen, indem er gegen scheinbar unüberwindliche Gegner kämpft, viele schutzlose Frauen befreit und verteidigt.

Der Erzähler, dessen Identität erst am Ende der Rittergeschichte gelüftet wird, tritt als Mittler zwischen der lange vergangenen mittelalterlichen Zeit und der Lebenswelt seiner jungen Leser auf, die er immer wieder einbezieht. Im Zentrum der Erzählung steht die Entwicklung und Läuterung des Helden, die in einerseits verständlicher aber gleichwohl schöner Sprache geschrieben ist. Ritter Iwein muss zwar auch häufig kämpfen, doch ein deutlicher Schwerpunkt dieses Jugendbuches liegt darauf, die Beziehung zwischen den einzelnen Figuren und die Entstehung der Konflikte zwischen den Hauptfiguren aufzuzeigen.

Der Ritterroman kommt in einem prächtigen Gewand daher – in blauem Leinen, grünem Schuber und mit vier farbigen Illustrationen – ein im doppeltem Sinne schönes Buch!

Felicitas Hoppe: Iwein Löwenritter – Erzählt nach dem Roman von Hartmann von Aue, Mit Illustrationen von Michael Sowa, Fischer Schatzinsel 2008