Schlagworte: Buchvorstellung

Buchtipp: Bestattung eines Hundes (Thomas Pletzinger)

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Thomas Pletzingers Romandebüt wurde mit dem Förderpreis zum Rheinischen Kulturpreis ausgezeichnet und stand auf der Auswahlliste für den letztjährigen aspekte-Literaturpreis. Bestattung eines Hundes ist ein gleichsam spannender wie tiefsinniger Roman mit einigen Überraschungen.

Daniel Mandelkern ist Mitte Dreißig, Ethnologe und arbeitet als freier Kulturjournalist. Seit er in der Redaktion seiner Frau Elisabeth arbeitet, fängt ihre Beziehung an sich zu verändern. Für private Gespräche bleibt einerseits keine Zeit mehr, andererseits möchte Elisabeth ein Kind von Daniel. Aber auch dieses Wochenende wird keine Zeit für Gespräche über Lebensentwürfe sein, denn Elisabeth schickt den wenig begeisterten Daniel an den Luganer See, um den erfolgreichen Kinderbuchautor Dirk Svensson zu treffen.

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Alle Jahre Widder

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Kurz nach dem Nikolaustag. Herr Kaurismäki, Gewerkschaftsführer der himmlischen Rentiergewerkschaft, droht mit einem Rentierstreik zu Weihnachten. Schon die Auslieferung am Nikolaustag war dieses Mal schwerer einzuhalten, als am Heiligen Abend des Vorjahres. Die Zahl der Kinder und der Geschenke nimmt immer mehr zu und die Rentiere sind jetzt schon völig überlastet. Entweder besorgt Meister Matthäus für Weihnachten zusätzliche Zugtiere oder die Rentiere werden ihren Stall nicht verlassen. Dann fällt die Bescherung komplett aus!

Als Leiter der Abteilung „Auslieferung“ muss Meister Matthäus das natürlich verhindern und so sucht er über eine himmlische Anzeige unter den Tieren nach weiteren Zugtieren. Elefanten melden sich, Kühe, ein Zebra und auch das kleine Widder-Kaninchen Widur. Nun müssen die neuen Mitarbeiter eingearbeitet werden und das ist gar nicht so einfach. Die Gespanne legen eine Bruchlandung nach der anderen hin und das Widder-Kaninchen ist gar ein hoffnungsloser Fall, denn es ist zu schwach um selbst den kleinsten Schlitten zu ziehen. Ob sie es noch rechtzeitig bis zum Heiligen Abend schaffen?

Eine moderne Weihnachtsgeschichte mit Witz und Tempo!

Martin Klein: Alle Jahre Widder. Mit Bildern von Kerstin Meyer. Carlsen Verlag, ab 8

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Kuschelhase Felix reist zum Weihnachtsmann

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Liebevoll ausgestattet sind die Weihnachtsbriefe von Felix eine schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit für junge Leser und Zuhörer ab 6

Sophie ist traurig. Malte und sein Freunde lachen sie aus, weil sie noch an den Weihnachtsmann glaubt. Ihren Kummer vertraut sie ihrem Kuschelhasen Felix an. Hase Felix will Sophie natürlich helfen und schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann. Wenige Tage später kommt die Antwort: Felix wird vom Weihnachtsmann eingeladen, ihn am Nordpol zu besuchen. Der reiselustige Hase macht sich zusammen mit dem Nikolaus auf die Reise zum Nordpol, von dort an Weihnachten einmal um die ganze Welt und wieder zurück nach Hause. Unterwegs schreibt er Briefe und macht Fotos, die er an seine Sophie schickt. Und so erfährt Sohie ein bisschen über den Weihnachtsmann, den es solange gibt, wie noch jemand an ihn glaubt und über die Weihnachtsbräuche anderer Länder. Sie hört von Sinterklaas, dem Lucia-Fest in Schweden, von Väterchen Frost und seiner Gehilfin der Schneefrau sowie von der Dreikönigshexe Befana.

Der besondere Clou sind die 5 Briefe, die als echte Briefe mit Briefumschlag und aufgedrucktem Porto ins Buch geklebt sind. Wenn man sie öffnet kommen Briefe vom Weihnachtsmann oder von Felix, der Grundriss des Weihnachtsmann-Hauses, ein Foto von Felix und einem Rentier oder ein Rezept für ein traditionelles Gebäck zum Vorschein. Selbst an das Geschenk, welches Felix Sophie vom Nordpol mitgebracht hat,  ist gedacht worden – eine rote Felix-Zipfelmütze.

Annette Langen: Weihnachtsbriefe von Felix. Ein kleiner Hase besucht den Weihnachtsmann. Mit Bildern von Constanza Droop, Coppenrath 1997

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Krimi mit Mystery-Komponente

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Grauenvolle Funde machen der Polizei in Schleswig-Holstein zu schaffen: ein Serienmörder foltert junge Mädchen zu Tode, in den Rücken der Opfer brennt er eine Widmung ein: „Für Luisa, in Liebe.“ Gemeint ist damit die Fotojournalistin Luisa Miller, die der Mörder zusätzlich in Telefonanrufen bedroht. Es gibt kaum Spuren, zunächst auch keine verwertbare DNA. Dafür aber eine seit 8 Jahren ungeklärte Mordserie in Leipzig, die den Schluß nahelegt, dass es sich um denselben Täter handelt.

Luisas Lebensgefährte Kurt lässt sie mehr oder minder mit ihren Problemen allein, ihre Kollegen von der Presse stürzen sich auf sie, die Polizei hält sie  für verdächtig und auch viele Dorfbewohner machen sie mindestens indirekt für den Tod der Mädchen verantwortlich. Da klingelt ein Mann an der Tür, der unweit von ihrer Kate eine Reifenpanne hat und darum bittet, ihr Telefon benutzen zu dürfen. Sie verliebt sich in den Fremden, von dem sich bald herausstellt, dass es der bekannte Dirigent Morten Vanderberg ist. Vor einigen Jahren wurde er verwirrt und mit Gedächtnisverlust auf einem Friedhof im Elsass aufgefunden und in eine psychiatrische Klinik gebracht. In seiner Wohnung hängt ein Frauenporträt aus dem 17. Jahrhundert, welches eine überraschende Ähnlichkeit mit Luisa aufweist – Isabella de Ferrera. Für Augenblicke verwechselt er Luisa manchmal mit ihr und sein Geständnis, die Reifenpanne vorgetäuscht zu haben um sie kennenzulernen, nährt Zweifel… Doch das Spiel geht weiter und bald scheinen alle Menschen aus Luisas naher Umgebung verdächtig. Wem kann sie noch vertrauen?

Stefanie Baumm baut zum Teil auf gängigen Krimi-Motiven auf, die sie mit einer Liebesgeschichte verquickt. Hier begibt sie sich in gefährliche Nähe zu trivialen Liebesromanen. Das Motiv der unsterblichen Liebe, verbunden mit dem Reinkarnationsgedanken, ist sicher nicht jedermanns Sache. Die Autorin legt zahlreiche falsche Fährten, doch recht früh drängt sich ein Verdacht auf, der sich bestätigen wird. Da aber genug Verdächtige und Unklarheiten bleiben, bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten. Ihr Stil ist oft knapp, manchmal atemlos, gekennzeichnet von einer Neigung zu kurzen, aneinander gereihten Sätzen und einer Reduktion auf das Wesentliche. Die Mißhandlung der Opfer spart sie nahezu aus und überlässt es dem Leser, wie und wieweit er seine Phantasie gehen lassen will. Die Gedanken der sterbenden Mädchen werden ästhetisch überhöht dargestellt. Leser denen blutrünstige Krimis nicht liegen, werden dies mit Wohlwollen feststellen.

Fazit: Trotz einiger Schwächen hat dieser Krimi etwas fesselndes und treibt den Leser in Erwartung der Auflösung durch das Buch.

Steffanie Baumm: Unsterblich wie der Tod. Kriminalroman. Knaur Taschenbuch 2008

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Von Stefanie Baumm ist ein weiterer Krimi mit dem Kieler Ermittlerduo ist bei Droemer Knaur als Hardcover erschienen: Der Tod wartet nicht .

Roman goes Comic

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Thomas von Steinaeckers Romandebüt Wallner beginnt zu fliegen stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2007 und gewann den aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Erstlingswerk. In der Tat handelt es sich bei diesem Roman um ein außergewöhnliches Werk, mit dem der Autor bewiesen hat, dass er zu außergewöhnlicher Literatur fähig ist. Grund genug also, weitere Werke diese Schriftstellers mit Interesse zu betrachten. Im September erschien nun von Steinaeckers neuer Roman Geister.

Jürgen Kämmerer hätte eine Schwester gehabt. Doch kurz vor seiner Geburt verschwand die sechsjährige Ulrike und ihr Schicksal ist ungeklärt. Ulrike geistert aber auf Fotos und in Dokumentarfilmen weiter durch das Leben der Familie. Die Eltern haben das ungeklärte Verschwinden ihrer Tochter nie verwunden und auch Jürgen leidet an der Situation. Schon als Schüler hat er eine Neigung, sich aus der Realität auszuklinken und zu phantasieren. In seinem Tagebuch führt er Gespräche mit seiner großen Schwester.

Jahre später wendet sich die Comic-Zeichnerin Cordula Maas an Jürgen. Einer der Dokumentarfilme über den Fall von Ulrike hat sie dazu inspiriert „Ute“-Comics zu zeichnen und sie ist damit recht erfolgreich. Jürgen reagiert zunächst ablehnend, doch die geheimnisvolle Cordula erweist sich als hartnäckig.

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Neue Kinderbuch-Reihe mit Zeit-Spezialagenten

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Jamie Grant ist zwölf Jahre alt und erst vor kurzem hergezogen. Freunde hat er noch keine gefunden. Seine fünfjährige Schwester Ellie nervt ihn und die Schule kann er nicht ausstehen. Jamie ist also ein ganz normaler Junge mit einem durchschnittlichen Leben. Doch eines Tages spricht ihn ein unbekanntes Mädchen nach der Schule an und warnt ihn. Er sei in Gefahr, behauptet die sonderbare Jugendliche, die sich Anna nennt und behauptet in der Zeit reisen zu können. Midnight sei hinter ihm her und er sei gefährdet in einen Zeitriss zu fallen und ein Verlorener zu werden. Ob Anna verrückt ist?

Als er abends die Post zum Briefkasten bringt spricht ihn ein Mann an und stellt sich als Midnight vor. Bis auf die Tatsache, dass er mit einem dunklen Umhang, Zylinder und Gehstock etwas altmodisch gekleidet ist, macht er keinen ungewöhnlichen Eindruck auf Jamie. Am nächsten Morgen geht jedoch erstaunliches vor sich: Jamies Mutter scheint sich nicht mehr an ihn erinnern zu können, seine Lehrer und Mitschüler ignorieren ihn noch stärker als sonst. Es scheint, als ob sich nur noch Ellie an ihn erinnert. Was ist nur geschehen? Jamie, ist aus dem normalen Lauf der Zeit herausgenommen worden, behauptet Anna.

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Ente, Tod und Tulpe (Wolf Erlbruch)

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Der Tod als Freund

Ente, Tod und Tulpe handelt von Tod und Verlust, aber auch von Freundschaft und Aussöhnung.

Der Tod war schon immer ihr Begleiter, aber sie hat ihn nie bemerkt. Eigentlich findet die Ente den Tod auch ganz nett – wenn man davon absieht, wer er ist. Sie freundet sich mit ihm an, macht sich mit ihm vertraut, stellt sich den letzten Fragen und verliert die Angst. Nach einigen Wochen stirbt die Ente friedlich und zurück bleibt, ein wenig betrübt, der Tod.

Wolf Erlbruchs Bilderbuch irritiert auf den ersten Blick. Es ist nicht nur das Thema – auch die Darstellung des Todes lässt den Betrachter stutzen. Der Tod erscheint als Mädchen im Karokleid, nur mit einem Totenschädel als Kopf. Der Kontrast zwischen der Anspielung auf Kinderbuchidylle und dem grinsenden Schädel verstößt gegen das gewohnte Bild. Die Illustrationen sind auf das Wesentliche reduziert: Ente, Tod, Tulpe, ein Baum, ein Strauch, ein See , ein dunkler Himmel und der Fluß, gezeichnet in wenigen Farbtönen und mit leichtem Strich. Das genügt – mehr braucht es auch nicht um das zu zeigen, worauf es ankommt und es hat den Vorteil, dass es viel Raum lässt für die Fragen und Vorstellungen des Lesers. In der Körpersprache der beiden Hauptfiguren und auch zwischen den Zeilen des Textes, sind in diesem Bilderbuch facettenreiche Zwischentöne zu finden, die eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen. Bei aller Verstörung, die das Buch im ersten Augenblick vielleicht bewirkt, muss man ihm zugestehen auf den zweiten Blick poetisch und tröstlich zu sein.

Das Bilderbuch ist besonders wegen seiner Thematik nicht unumstritten. Man muss sich dabei aber vor Augen halten, dass jüngere Kinder meist viel selbstverständlicher und unbefangener mit dem Tod umgehen, während beispielsweise Erwachsene das Thema gerne tabuisieren und auf Fragen ihrer Kinder oft etwas hilflos reagieren.

Zum Autor:

Seit Ende der achtziger Jahre schreibt und illustriert Wolf Erlbruch Kinderbücher. Er erhielt 2003 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk, 2006 den Hans Christian Andersen-Preis. Ente, Tod und Tulpe stand auf der Auswahlliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008.

Wolf Erlbruch: Ente, Tod und Tulpe. Antje Kunstmann 2007