Schlagworte: Buchbesprechung

Dem Volk aufs Maul (sc)hauen?

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/ Autor: Gastrezension


von Michael Irle

Deutschland am Abgrund: Geplagt von einem allumfassenden Denk- und Sprechverbot
namens ‚political correctness‘, das eigentlich nur ein Wahngebilde der Rechten ist und
Menschenverachtung neu und mutig erscheinen lässt. Die Meinungsfreiheit ausgehöhlt,
weil der ‚linksgrüne Terror‘ ‚unbequeme Wahrheiten‘ nur noch in Millionenauflage erlaubt.
Die Demokratie ist bedroht und nur eines kann sie retten: eine starke, charismatische
Persönlichkeit, die sich endlich mal hart durchzugreifen traut, die bolschewistische Gefahr
abwehrt und endlich das tut, was ein Politiker tun soll: dem Volk aufs Maul schauen.
Letzteres tut auch Sara Zinn in “Deutschland schlafft ab”.

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Lügen haben lange Beine und prall gefüllte Portemonnaies

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/ Autor: Gastrezension


von Julia Rau

Ralf Husmann hat als Autor von „Stromberg“ und „Dr. Psycho“  bereits mehrere Comedy-Preise und einen Grimme-Preis gewonnen. Der Erfolg gibt ihm Recht. Sein Humor ist wirklich außergewöhnlich.
Mit seinem neuen Roman „Vorsicht vor Leuten“ hat er nicht nur eine unterhaltsame Geschichte, sondern auch eine amüsante Gesellschaftssatire geschaffen.
Der stämmige Lorenz Brahmkamp ist Sachbearbeiter bei der städtischen Bauaufsicht Osthofen. Zur Zeit bekommt er nicht gerade die Sonnenseite des Lebens zu spüren. Sein Job hängt am seidenen Faden und die Karriereleiter sieht er nur aus der Froschperspektive. Lorenz ist weder erfolgreich noch weltmännisch, aber das will er ja auch gar nicht sein. Er will nur seine Katrin zurückhaben.

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Romanrezension: Acht lange, anstrengende Nächte

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/ Autor: Gastrezension

André Aciman: Acht Helle Nächte

André Acimann versucht sich nach seinem erfolgreichen Debüt „Ruf mich bei deinem Namen“ mit „Acht Helle Nächte“ ein weiteres Mal als Romanautor

von Joe Schultheiß

Hat dieses Buch, „Acht Helle Nächte“, auf dem Markt überhaupt eine Berechtigung? Was kann an einem Liebesroman noch neu sein, nach gefühlt Tausenden von Filmen, Fernsehserien und nicht zuletzt Büchern über dieses Thema, über zwei Menschen, die versuchen zusammen zu sein.

Die Handlung des Romans ist auf den ersten und auch zweiten Blick tatsächlich nichts sonderlich Besonderes, eigentlich sogar gewohnt banal: Mann (hier der namenlose Erzähler) wird von Frau mit dem Satz „Ich bin Clara“ auf einer Weihnachtsparty angesprochen. Die beiden verbringen eine Woche – mal mehr, mal weniger – miteinander.

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Eine Biologin auf Zeitreisen: Das Cusanus-Spiel

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Wolfgang Jeschke ist vielen  Science Fiction-Lesern als Herausgeber von Science Fiction-Reihen ein Begriff. Für seinen Roman Das Cusanus-Spiel hat er 2006 den Kurd-Laßwitz-Preis in der Kategorie „Bester Roman“ erhalten.

Die Welt im Jahre 2052. Der Klimawandel hat dazu geführt, dass die Wüste sich immer weiter ausbreitet. Einige Länder sind aufgrund des stetig ansteigenden Meeresspiegels in Fluten versunken, mitten in Deutschland hat sich vor Jahren ein radioaktiver Unfall ereignet und weite Landstriche sind zur verseuchten Todeszone geworden. Europa versucht sich durch große bewachte Schutzwälle vor den Flüchtlingsmassen zu schützen.

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Krimi mit Mystery-Komponente

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Grauenvolle Funde machen der Polizei in Schleswig-Holstein zu schaffen: ein Serienmörder foltert junge Mädchen zu Tode, in den Rücken der Opfer brennt er eine Widmung ein: „Für Luisa, in Liebe.“ Gemeint ist damit die Fotojournalistin Luisa Miller, die der Mörder zusätzlich in Telefonanrufen bedroht. Es gibt kaum Spuren, zunächst auch keine verwertbare DNA. Dafür aber eine seit 8 Jahren ungeklärte Mordserie in Leipzig, die den Schluß nahelegt, dass es sich um denselben Täter handelt.

Luisas Lebensgefährte Kurt lässt sie mehr oder minder mit ihren Problemen allein, ihre Kollegen von der Presse stürzen sich auf sie, die Polizei hält sie  für verdächtig und auch viele Dorfbewohner machen sie mindestens indirekt für den Tod der Mädchen verantwortlich. Da klingelt ein Mann an der Tür, der unweit von ihrer Kate eine Reifenpanne hat und darum bittet, ihr Telefon benutzen zu dürfen. Sie verliebt sich in den Fremden, von dem sich bald herausstellt, dass es der bekannte Dirigent Morten Vanderberg ist. Vor einigen Jahren wurde er verwirrt und mit Gedächtnisverlust auf einem Friedhof im Elsass aufgefunden und in eine psychiatrische Klinik gebracht. In seiner Wohnung hängt ein Frauenporträt aus dem 17. Jahrhundert, welches eine überraschende Ähnlichkeit mit Luisa aufweist – Isabella de Ferrera. Für Augenblicke verwechselt er Luisa manchmal mit ihr und sein Geständnis, die Reifenpanne vorgetäuscht zu haben um sie kennenzulernen, nährt Zweifel… Doch das Spiel geht weiter und bald scheinen alle Menschen aus Luisas naher Umgebung verdächtig. Wem kann sie noch vertrauen?

Stefanie Baumm baut zum Teil auf gängigen Krimi-Motiven auf, die sie mit einer Liebesgeschichte verquickt. Hier begibt sie sich in gefährliche Nähe zu trivialen Liebesromanen. Das Motiv der unsterblichen Liebe, verbunden mit dem Reinkarnationsgedanken, ist sicher nicht jedermanns Sache. Die Autorin legt zahlreiche falsche Fährten, doch recht früh drängt sich ein Verdacht auf, der sich bestätigen wird. Da aber genug Verdächtige und Unklarheiten bleiben, bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten. Ihr Stil ist oft knapp, manchmal atemlos, gekennzeichnet von einer Neigung zu kurzen, aneinander gereihten Sätzen und einer Reduktion auf das Wesentliche. Die Mißhandlung der Opfer spart sie nahezu aus und überlässt es dem Leser, wie und wieweit er seine Phantasie gehen lassen will. Die Gedanken der sterbenden Mädchen werden ästhetisch überhöht dargestellt. Leser denen blutrünstige Krimis nicht liegen, werden dies mit Wohlwollen feststellen.

Fazit: Trotz einiger Schwächen hat dieser Krimi etwas fesselndes und treibt den Leser in Erwartung der Auflösung durch das Buch.

Steffanie Baumm: Unsterblich wie der Tod. Kriminalroman. Knaur Taschenbuch 2008

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Von Stefanie Baumm ist ein weiterer Krimi mit dem Kieler Ermittlerduo ist bei Droemer Knaur als Hardcover erschienen: Der Tod wartet nicht .

Wie durch ein dunkles Glas (Donna Leon)

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/ Autor: S. Benedict-Rux


Comissario Brunettis fünfzehnter Fall ist vergangenes Jahr als Hardcover erschienen und soll in Kürze als Taschenbuch auf den Markt kommen.

Ein Freund von Inspektor Vianello ist bei einer Demonstration festgenommen worden. Vianello bittet  Comissario Brunetti darum sich zu erkundigen, was vorgefallen ist und was dem Umweltschützer Marco Ribetti vorgeworfen wird. Als der Comissario und Vianello deswegen nach Mestre fahren, machen sie dort Bekanntschaft mit Ribettis cholerischen Schwiegervater Giovanni De Cal, der eine Glasmanufaktur auf Murano hat. Angesichts seines Schwiegersohnes bricht er in wüste Beschimpfungen aus…

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Neuübersetzung: Essays von Joan Didion

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/ Autor: S. Benedict-Rux


In den USA ist Joan Didion als kritische Beobachterin von Politik und Gesellschaft bekannt und wird von den Intellektuellen geschätzt. Ihr „Trauerbuch“ Das Jahr magischen Denkens, für das sie 2005 den National Book Award erhielt, kam zwar auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten – darüber hinaus ist ihr Werk hierzulande aber wenig bekannt.  Im April ist im Claasen Verlag eine Neuübersetzung von Essays erschienen, die die Journalistin und Autorin zwischen 1961 und 1978 geschrieben hat.

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