Praktischer Wegweiser zum Thema Gesundheitsreform

Autor: S. Benedict-Rux
18. September 2009


Norbert Blüm war 1989 der erste, der für den Versuch das deutsche Gesundheitswesen grundlegend zu verändern, den Begriff der „Gesundheitsreform“ gewählt hat. Seitdem läuft unter diesem Begriff ein nicht enden wollender Reformprozess, eine Vielzahl von Gesetzen und Änderungen, bei der es schwer ist den Überblick zu behalten. Elektronische Gesundheitskarte, Disease Management Programme, Gesundheitsfond, Hausarztverträge und Zuzahlungen  – viele Patienten blicken kaum noch durch. Die Diagnose von Nikolaus Nützel lautet: Chronische Reformitis, die nur mit Hilfe von Informationen therapiert werden kann.

IQWiG ?

Nützel legt hier ein Buch vor, das wie ein Lexikon aufgebaut ist: die Stichworte gehen von A wie Akupunktur bis Z wie Zwei-Klassen-Medizin. Dadurch ist es bei plötzlich aufkommenden Fragen wie ein Nachschlagewerk zu verwenden. Sie wissen nicht was sich hinter der Abkürzung IQWiG verbirgt? Es ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Das Institut untersucht verschiedene Therapieformen dahingehend, ob es Belege für ihren Nutzen gibt oder nicht. In Zukunft soll es Kosten-Nutzen-Bewertungen vornehmen. Nikolaus Nützel klärt in klarer und verständlicher Sprache über die Hintergründe auf, erklärt die Zusammenhänge und verweist auf weiterführende Informationen. Nach diesem Prinzip sind alle 56 Artikel aufgebaut: nach einer allgemeinen Erklärung des jeweiligen Stichworts geht Nützel auf die Konsequenzen für die Patienten ein und gibt schließlich Ratschläge und Hinweise, wo weitergehende Informationen und Auskünfte zu erhalten sind. Das Sachbuch erweist sich damit als praktischer Ratgeber und Wegweiser durch das undurchsichtige Gesundheitswesen.

Fazit: Gut verständlich und sehr informativ!

Nikolaus Nützel: Erste Hilfe für Patienten und andere Geschädigte der Gesundheitsreform, Knaur Taschenbuch Verlag 2009

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Der Autor:

Nikolaus Nützel hat Journalistik und Romanische Sprachwissenschaft studiert. Seit 1994 arbeitet er als freier Journalist für verschiedene Medien, unter anderem für den Bayerischen Rundfunk sowie andere ARD-Sender und hat sich auf Gesundheitspolitik spezialisiert. Für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er ist ebenfalls Autor des Buches „Gesundheitspolitik ohne Rezept: Warum Deutschlands Medizinbetrieb so schwer zu kurieren ist„.

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