Roman über den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen

Autor: S. Benedict-Rux
12. Januar 2007

Mit seinem Roman „Der Dämon und Fräulein Prym“ hat Paulo Coelho, Autor des Bestsellers „Der Alchimist“, eine Trilogie beendet. In allen drei Büchern verändert sich das Leben einer Frau jeweils innerhalb einer Spanne von sieben Tagen von Grund auf. Die ersten beiden Romane haben Liebe („Am Ufer des Rio Pedra saß ich und weinte“) bzw. die Auseinandersetzung mit dem Tod (Veronika beschließt zu sterben“) als Grundthema. Thema des letzten Bandes ist der Kampf zwischen Gut und Böse, den der Mensch immer wieder mit sich ausfechten muss.
In einem halb ausgestorbenen Nest in den Pyrenäen taucht eines Tages ein Fremder auf. „Ein Tourist, der die schöne Gegend genießen will“, denken die Bewohner und irren sich. Denn der von einem schweren Schicksal veränderte Mann ist nicht gekommen um Urlaub zu machen, sondern um das Dorf stellvertretend für die gesamte Menschheit auf die Probe zu stellen: Wenn das Dorf innerhalb von sieben Tagen einen seiner Bewohner ermordet, soll es mit elf Goldbarren dafür entlohnt werden. Mit dem Gold könnte das Dorf vielleicht vor dem endgültigen Verfall gerettet werden und viele hätten ausgesorgt. Als Überbringerin dieses Angebots erwählt er Chantal Prym, die Servierin der einzigen Bar. Damit ist der Kampf zwischen Gut und Böse entfesselt – zunächst nur in Chantals Herz, aber nach ein paar Tagen in (fast) jedem Dorfbewohner. Er wird einen Verlauf nehmen, mit dem keiner gerechnet hat…
Der Autor lässt die Leser tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken, versäumt es aber auch nicht die Mechanismen aufzuzeigen, die zu Entscheidungen für das moralisch Gute führen. Aus welchen Gründen handeln Menschen so wie sie es tun? Heiligt der Zweck die Mittel? Ist der Mensch gut oder böse? Wofür also werden sich die Dorfbewohner entscheiden?
Coelhos Sprache ist schlicht, aber der Autor vermag damit schwierige Themen anzupacken und lebendig darzustellen. Mag sein, dass sich diese Geschichte niemals und nirgends so zutragen könnte, aber während des lesens tauchen Zweifel auf, ob dies wirklich so ist. „Der Dämon und Fräulein Prym“ ist ein weiteres lebenskluges Buch von Paulo Coelho, welches einen tief bewegt und nachdenklich zurücklässt.

Paulo Coelho: Der Dämon und Fräulein Prym, Diogenes, 2001

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