Ein leiser Roman über die Suche nach der kleinen Liebe

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Autor: S. Benedict-Rux
20. Mai 2008


Sie nennt sich L. – die Abkürzung von Laetizia. Sie wächst in ganz gewöhnlichen Verhältnissen auf, macht ihr Abitur, studiert Meteorologie. Nach ihrem Studium macht sie ein Praktikum im Schnee- und Lawineninstitut, wo es zu einem kleinen Unfall kommt. Sie gibt ihre Forschungspläne auf und beginnt in einer Schule zu unterrichten, hat einen Freund – ein ganz gewöhnlicher Lebenslauf.

L. beobachtet ihre Umgebung wie jemand , der die Funktionsweise der Gesellschaft nicht versteht und deshalb die Regeln zu ergründen sucht. Wie sind die Regeln für das Lächeln? Warum bleiben Paare zusammen? Und sie sucht nach Liebe. Nicht nach der großen Liebe, aber eine kleine Liebe, die soll es schon sein.

In nur scheinbar lose aneinandergereihten Szenen ihres Lebens zeigt Jürg Schubiger L. als eine Frau, die auf der Suche ist nach ihrem eigenen Weg und Glück. Der fragende Blick auf die Gesellschaft und das Leben, lässt das Alltägliche bisweilen fragwürdig erscheinen und endet in einer Aufbruchsstimmung, bei der man meint spüren zu können, wie die Seele der jungen Frau Flügel bekommt.

Ohne Effekthascherei, leicht und sanft kommt der Roman daher, gewürzt mit einer Spur Melancholie und leiser Ironie. „Die kleine Liebe“ ist ein leises und nachdenklich stimmendes Buch.

Der 1936 geborene schweizer Autor Jürg Schubiger ist hierzulande vor allem für seine Kinderbücher bekannt. Am 2. April 2008 wurde er mit dem Hans Christian Andersen-Preis ausgezeichnet, einer bedeutenden internationalen Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

Jürg Schubiger: Die kleine Liebe. Roman, Haymon 2008

Ergänzung 14.05.14: Jürg Schubiger wurde 2009 für „Die kleine Liebe“ mit dem Zolliker Kunstpreis bedacht.

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