Die dreizehnte Geschichte. Roman (Diane Setterfield)

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Autor: S. Benedict-Rux
24. Januar 2008

Die dreizehnte Geschichte ist der Debütroman der Romanistin Diane Setterfield. 2006 unter dem Titel The Thirteenth Tale erschienen, stieg das Buch in den USA direkt auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste.

Margaret Lea arbeitet im Antiquariat ihres Vaters und schreibt gelegentlich Biografien über wenig bekannte Personen. Sie ist eine passionierte Leserin, die täglich Bücher verschlingt. Bücher aus dem 19. Jahrhundert haben es ihr besonders angetan, Gegenwartsliteratur liest sie dagegen eigentlich nicht. Eines Tages erreicht sie ein Brief von der berühmten und erfolgreichen Schriftstellerin Vida Winter. Diese fordert sie auf, sie zu besuchen und ihre Biografie zu schreiben. Warum wendet sich die Bestseller-Autorin ausgerechnet an sie?

Eigentlich hat Margaret gar keine Lust ihre gewohnte Umgebung zu verlassen, um die Lebensgeschichte von Vida Winter aufzuzeichnen. Sage und schreibe zweiundzwanzig Biografen haben dies schon versucht und sind gescheitert, da die Autorin immer wieder neue Geschichten über ihre Person und ihre Herkunft erzählt. Warum sollte sie also ausgerechnet ihr die Wahrheit erzählen? Doch spätestens als Margaret rauschhaft ein paar der Bücher von Vida Winter liest, ist ihre Neugier geweckt und sie lässt sich darauf ein. Wer also steckt hinter der Pseudonym Vida Winter?

Der Roman entfaltet sich in zwei miteinander verwobenen Erzählsträngen. In dem einen erzählt Vida Winter die Geschichte ihrer Familie, der Familie Angelfield, bis zu der Nacht als der Familiensitz niederbrannte. Todkrank wie sie ist, will sie endlich die Wahrheit preisgeben, will erzählen wie das war mit den Zwilligen Adeline und Emmeline und was in jener Nacht geschah. Auf der anderen Erzählebene erzählt Margaret Lea. Als Leser nimmt man daran teil, wie sie die Erzählungen der gefeierten Autorin aufnimmt und dem Sog teils erliegt, andererseits aber spürt, dass noch mehr dahinter steckt und eigene Recherchen aufnimmt. Die enge Beziehung zwischen den Geschwistern der verschiedenen Generationen rührt auch an Margarets eigenes Zwillings-Trauma. Spannung entsteht nicht nur daraus, dass die dunklen Geheimnisse nur allmählich enthüllt werden, sondern auch in der geschickten Verknüpfung von Vergangenheit und erzählter Gegenwart.

Atmosphärisch dicht und detailreich erzählt ist Die dreizehnte Geschichte auch eine Hommage an englische Romane des 19. Jahrhunderts und spielt mit ihren typischen Motiven: verfallene Ruinen, dunkle Familiengeheimnisse und rätselhafte Spukerscheinungen…

Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte. Roman. Aus dem Englischen von Anke und Eberhard Kreutzer. Karl Blessing Verlag 2007

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Klasse, sollte man auf jeden Fall gelesen haben.

Buchbeschreibung in diesem Blog hat voll zugetroffen.

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