Buchtipp: Charles Fraziers zweiter Roman

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Autor: S. Benedict-Rux
14. Juli 2007

Charles Fraziers erster Roman „Cold Mountain“ war ein Bestseller, für den der Autor 1997 den „National Book Award“ erhalten hat und der verfilmt worden ist. Mit „Dreizehn Monde“ erscheint nun in Deutschland sein zweiter Roman, der ebenfalls verfilmt werden soll.

Amerika, 19. Jahrhundert. Der zwölfjährige Waisenjunge Will Cooper wird von seinen Verwandten an einen Geschäftsmann `verkauft´, für den er einen Handelsposten im Gebiet der Cherokees übernehmen soll. Schon der Weg dorthin ist gefährlich – ausgestattet mit Pferd, etwas Proviant, einer Karte und dem Schlüssel für den Handelsposten muss er die gefährliche Reise dorthin alleine antreten. Auf dem Weg durch die Wildnis lernt er unter abenteuerlichen Bedingungen seine große Liebe Claire kennen und verliert sie erst einmal wieder aus den Augen.

Von seinen Verwandten im Stich gelassen, findet Will Halt und Gesellschaft zunächst in Büchern. Später wird er von Indianerhäuptling Bear adoptiert und damit in den Klan aufgenommen. Es ist die Zeit der Indianervertreibungen, doch Will hat sich im Laufe der Zeit in das geltende Recht für Landkäufe eingelesen und durch klugen Nebenhandel  etwas Eigentum angesammelt. Gemeinsam mit Häuptling Bear gelingt es ihm, dem Staat Amerika zu trotzen, indem sie so viel Land kaufen, wie der Indianer-Klan zur Sicherung seiner Existenz benötigt. Doch sein unstetes Leben führt ihn noch weiter. Um die Belange des Klans besser durchzusetzen, knüpft er Kontakte in Washington und wird schließlich sogar Senator…

„Dreizehn Monde“ ist eine farbenprächtige und beeindruckende Rückschau auf ein fast hundertjähriges Leben in einer Zeit des Umbruchs. Es ist gleichermaßen die Schilderung des Kampfes der Indianer gegen ihre Vertreibung aus dem angestammten Lebensraum, die Aufzeichnung eines bewegten und abenteuerlichen Lebens und die Erzählung einer großen, rätselhaften Liebe. Lebendig und mit Tiefe zeichnet Charles Frazier seine Hauptfiguren, lässt noch einmal eine untergegangene Landschaft und ein Volk mit seiner besonderen Lebensweise und Kultur auferstehen.

Der Roman basiert auf der historisch verbürgten Geschichte des Waisen William Holland Thomas, der zu Beginn des 19. Jahrhundert zu den Cherokee kam, adoptiert und als einziger Weißer sogar Häuptling wurde. Thomas war Senator in Washington und führte als General im amerikanischen Bürgerkrieg ein reines Cherokee-Regiment.

Charles Frazier: Dreizehn Monde. aus dem Amerikanischen von Sabine Lohmann und Andreas Gressmann. Karl Blessing Verlag 2007.

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