Literatur-Kategorie: Krimi & Thriller

Krimi: Winterkartoffelknödel

/ Autor: Gastrezension

oder
„Schlechte Bücher schreiben kann ich auch. Vielleicht schaff ich es sogar, gute Bücher zu schreiben. Oder wenigstens lustige“

von Mona-Isabelle Peter

Mit ihrem Erstlingsroman „Winterkartoffelknödel“ ist Rita Falk ihre eigene Prophezeiung definitiv gelungen. Wer auf Grund des Titels ’schwere Kost‘ erwartet, wird allerdings enttäuscht. Literaturkenner werden den Roman als wenig anspruchsvoll beurteilen, dennoch zaubert er dem Leser immer wieder ein amüsiertes Lächeln aufs Gesicht.

Der Franz Eberhofer schiebt als Dorfgendarm in einem kleinen Kaff in Oberbayern eine ruhige Kugel. Er wohnt mit der tauben Oma, dem kiffenden Papa und dem Ludwig (das ist übrigens der Hund vom Franz) auf einem alten Hof. Er im Saustall zusammen mit dem Ludwig und die Oma und der Papa im Haus: ein Mensch wie du und ich. Ihn nervt, wie sein Bruder Leopold, die „Schleimsau“, um den Papa „herumschlawenzelt“. Ihn regt auf, dass der Papa dauernd die Beatles in einer mordsmäßigen Lautstärke hört. Am liebsten würde er da den Plattenspieler abknallen. Und er genießt das gute Essen von der Oma, wofür er auf so einiges verzichten würde.

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Ein Puzzlespiel mit vielen Motiven

/ Autor: Gastrezension

Mit “Felipolis” veröffentlicht Akif Pirincçi einen Detektivroman, in dem der Kater Francis ein weiteres Mal sein Genie unter Beweis stellen muss


von Timo Gutbrod

Francis, der sich selbst inzwischen als „alter Sack“ bezeichnet, könnte sich seinen Lebensabend kaum schöner vorstellen: Faulenzen in der Sonne, eine junge Gefährtin und immer genug Futter und Zuneigung seitens seines “Dosenöffners” Gustav. Die Tage des Detektivs, Kämpfers und (Frauen-)Helden scheinen der Vergangenheit anzugehören. Als jedoch nach einem Streit mit seiner geliebten Sancta sein langjähriger Freund und Gefährte Blaubart auftaucht, scheint es so, als könne es wieder interessant im Revier werden.

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Ingrid Noll: Kuckuckskind – eine Rezension zum 75sten

/ Autor: S. Benedict-Rux


Ingrid Noll wurde am 29. September 1935 als Tochter eines deutschen Arztes in Shanghai geboren. Im Jahr 1991 erschien ihr erster Roman, „Der Hahn ist tot“, und wurde ein großer Erfolg. Ihr Markenzeichen sind Romane, die wirken als seien sie von leichter Hand geschrieben, eine Mischung aus Kriminalroman und Familiendrama  und oft mit einer guten Portion tiefgründigem und schwarzen Humor gewürzt. Morgen wird die auflagenstarke deutsche Kriminalautorin 75 Jahre alt.

Nachfolgend eine Rezension ihres Romans „Kuckuckskind“, der in diesem Jahr als Taschenbuch erschienen ist.

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Deutscher Krimipreis 2010

/ Autor: S. Benedict-Rux

Der deutsche Krimipreis ist der älteste deutsche Krimipreis und wird seit 1985 vergeben. Ausgezeichnet werden Kriminalromane, die „inhaltlich originell und literarisch gekonnt dem Genre neue Impulse verleihen“. Folgende Krimis hat die Jury aus Kritikern, Literaturwisschenschaftlern und Buchhändlern ausgezeichnet…

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Europäischer Krimipreis für Henning Mankell

/ Autor: S. Benedict-Rux

Henning Mankell ist Träger des ersten  Europäischen Preises für Kriminalliteratur, dem „Ripper Award“. Der schwedische Krimiautor erhält den mit 11 111 Euro dotierten Preis am 2. März in Unna. Etwa 10.000 Krimileser hatten den Schriftsteller auf dem Krimifestival „Mord am Hellweg“ zu ihrem Favoriten gekürt. Der Europäische Krimipreis soll in Zukunft alle zwei Jahre verliehen werden.

Literarische Notizen aus dem Januar

/ Autor: S. Benedict-Rux

Peter-Huchel-Preis 2009

Mit dem Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird dieses Jahr Gerhard Falkner ausgezeichnet. Hölderlin Reparatur heißt der Lyrikband, der nach Ansicht der Jury „die Möglichkeiten sublimen Sprechens in einer Zeit beschädigter Sprachwelten“ erkundet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird Falkner am 3. April, dem Geburtstag Peter Huchels, verliehen.

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Krimi: Schrei nach Stille

/ Autor: S. Benedict-Rux

Anne Chaplets Krimi Schrei nach Stille schildert das Scheitern eines Experiments im Sommer 1968

Sturm in Klein-Roda. Paul Bremer wird gebeten,  bei der vor einem Jahr zugezogenen Sophie Winter nach dem Rechten zu sehen, da die Nachbarin klirrende Geräusche gehört hat und nicht selber nachsehen will. Tatsächlich findet Bremer Frau Winter eingeklemmt zwischen umgestürzten Bäumen. Er holt einen Arzt und kümmert sich um die alleinstehende Frau. Dabei macht er einige Beobachtungen, die ihn irritieren. Er beginnt Nachforschungen anzustellen, befragt seine Nachbarn und bekommt einiges zu hören, das sein Bild von seinen Mitmenschen und der scheinbaren dörflichen Idylle erschüttert.

Sophie Winter ist Autorin und hat mit ihrem Buch Summer of Love einen Bestseller mit autobiographischen Zügen geschrieben. Nach fast vierzig Jahren ist sie in das Haus zurückgekehrt, in welchem sie 1968 mit einem Mann und einer Frau zusammenlebte. Das Trio war im Ort nicht gerne gesehen, die Dorfbewohner versuchten die Hippies loszuwerden, in dem sie nicht nur schnitten, sondern massiv gegen sie vorgingen. Auch auf die Hilfe der Dorfpolizei konnten die Blumenkinder nicht zählen – im Gegenteil. Sophie Winters Rückkehr als erfolgreiche Autorin ist, wie ihr Buch, Teil ihrer Rache am Dorf. In ihrem Bestseller schildert sie Intoleranz, Hass und Polizeiwillkür, lässt die Dorfbewohner eine der jungen Frauen aus einer kleinen Hippie-Kommune zu Tode hetzen. Was ist Wahrheit, was Fiktion?

Offenbar haben einige im Ort das einstige Blumenkind wiederkannt, man legt ihr halbverweste Eichhörnchen ins Haus, bedroht sie in Telefonanrufen, legt ihr Telefon lahm. Aber das Dorf ist auch aus anderen Gründen in Unruhe. Luca, ein zwölfjähriger hübscher Junge ist seit einigen Tagen spurlos verschwunden und man erinnert sich an frühere Fälle in der Gegend, in denen Kinder mißbraucht und getötet wurden.

Neben Paul Bremer ermittelt auch Kriminalhauptkomissar Giorgio DeLange. Er ist alleinerziehender Vater zweier Teenager und bei der Verfilmung von Summer of Love als Berater am Filmset im alten Polizeipräsidium in Frankfurt.  Eine der Hauptdarstellerinnen überredet ihn das Buch zu lesen. Lange weiß er nicht, was ihm daran so bekannt vorkommt, aber dann erinnert er sich an einen Fall, der in einem Seminar behandelt wurde. Es ging um eine spurlos verschwundene, außergewöhnlich schöne Frau aus einer Hippie-Kommune in einem hessischen Dorf.  DeLange fordert unter falschem Vorwand die Akte an und beginnt damit sich mit der alten Geschichte auseinanderzusetzen…

In verschiedenen, sich bisweilen kreuzenden Motivsträngen nähert man sich allmählich der Lösung. Zunächst aber zeigt Anne Chaplet wie gut sie es vermag, mit Worten eine bestimmte Stimmung aufzubauen. Sie macht die Abwehr der Dorfbewohner gegen alle Fremden genauso greifbar, wie die beklemmende Verunsicherung, die Sophie Winter zunehmend befällt. Die Krimiautorin gewährt in ihrem bis zuletzt spannenden Roman tiefe Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Hauptfiguren, was dem Buch große Tiefe verleiht. Kenner früherer Krimis von Anne Chaplet treffen neben Paul Bremer auch weitere alte Bekannte wieder, wie zum Beispiel Bremers Freundin Karen Stark und den pensionierten Kriminalhauptkommissar Gregor Kosinski.

Ein niveauvoller Kriminalroman, der auch ohne Blutbäder Spannung bis zur letzten Seite bietet!

Anne Chaplet: Schrei nach Stille. Kriminalroman, List 2008

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