Krimi: Tod auf dem Jakobsweg (Petra Oelker)

Autor: S. Benedict-Rux
14. Januar 2008

Das erste Opfer in Petra Oelkers jüngstem Krimi findet noch vor Einsetzen der eigentlichen Handlung den Tod – irgendwo oben in den Bergen, wo der zunächst anonym bleibende Mann mittleren Alters sich nach seiner Flucht in Sicherheit glaubte. Zu Unrecht, wie er im letzten Augenblick erkennt, denn er wird einen steilen und schroffen Abhang hinunter gestoßen.

Auch seinen Tod wird Eleonore Peheim, 37 und Journalistin in Hamburg, aufklären helfen. Leo macht einen zweiwöchigen Urlaub in Spanien – eine moderne Variante der Pilgerreise auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, zusammen mit einer Reisegesellschaft. Maßvolle Wanderetappen in südlicher Landschaft, das Gepäck vom Bus transportiert und abends ein Hotel, das hört sich verheißungsvoll an. Doch schon am ersten Wandertag stürzt Benedikt Siemsen, ein Mitglied der Gruppe, einen Abhang hinunter und liegt im Koma. Auf den ersten Blick sieht es nach einem unglücklichen Unfall aus, doch schnell hat Leo den Verdacht, dass Benedikt einem Mordversuch zum Opfer gefallen ist. Verdächtig sind zum Beispiel auch einige aus ihrer Gruppe: die Freundin des Opfers etwa und andere Mitreisende, die manchmal ohne weitere Erklärung für kurze Zeit verschwinden. Auch Inspektor Obanos , vom behandelnden Arzt auf ein paar verdächtige Hämatome hingewiesen, hat einige Zweifel daran, dass es reiner Zufall ist, wenn innerhalb so kurzer Zeit zwei Menschen am gut gesicherten Jakobsweg stürzen. Doch Leo wird noch etliche Kilometer auf der tausendjährigen Pilgerroute gehen müssen, bis sie die dunklen Geheimnisse lüften kann, die hinter den Stürzen stehen.

Der Kriminalroman ist häufig durchsetzt von Beschreibungen der Reiseroute oder historischen Hintergründen zum Jakobsweg und den Sehenswürdigkeiten am Rande des Weges. Dies „verlangsamt“ die Handlung natürlich etwas, ist aber durchaus interessant und gut in die Handlung eingebunden. Ein geschicktes Mittel zur Spannungserhöhung sind die eingestreuten kurzen Kapitel aus der Sicht des Auftraggebers. Sie geben Hinweise zu seinen Motiven, geben Gesprächsfetzen mit dem beauftragten Killer wieder. Dabei wird genau so viel verraten, wie notwendig ist um die Fantasie des Lesers in verschiedene Richtungen zu entfachen, aber nicht so viel, dass man den Täter identifizieren kann. Flüssig geschrieben, bietet „Tod auf dem Jakobsweg“ also alles in allem kurzweilige Unterhaltung.

Petra Oelker: Tod auf dem Jakobsweg. Kriminalroman Rowohlt Taschenbuch Verlag 2007

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