Do van Ranst: Morgen ist er weg

Autor: S. Benedict-Rux
1. August 2008


Die Eltern von Lena und ihrem jüngeren Bruder Stef haben sich auseinandergelebt. Der Vater kümmert sich mehr seinen Beruf als um die Familie und spät abends stellt ihn die Mutter deswegen zur Rede. Lange schon haben die Kinder die Nase voll von den Streitereien. Doch als Mama am Frühstückstisch sagt: „Morgen ist er weg“, kann Lena das gar nicht begreifen. Was hat das alles für sie zu bedeuten? Wird sie ihn vermissen? Schließlich war er vorher eigentlich auch schon irgendwie weg. Lenas bester Freund Jakob hat zwei Wochen kaum gegessen und nur noch geweint, als seine Eltern sich getrennt haben…

Do van Ranst lässt sich vollständig auf die Perspektive der elfjährigen Lena ein. Diese hat Mühe die Entscheidung ihrer Eltern zu verstehen und weiß auch nicht wie sie darauf reagieren soll. Die Verwirrung und Unsicherheit des Mädchens wird mit Worten sensibel nachgebildet. Dabei ist das Kinderbuch nicht ausschließlich traurig, denn ein Abschied bedeutet auch immer die Chance für einen Neuanfang: Der Autor deutet für die Zukunft eine intensivere und bewusstere Beziehung zwischen dem Vater und seinen Kindern an. Positive Gegengewichte finden sich aber auch in den sehr ehrlichen Gedanken und Reaktionen der Geschwister auf die für sie schwer zu begreifende Situation. Verstärkt werden diese durch teils sehr witzige Illustrationen.

Darüberhinaus verzichtet der Autor auf allzu einseitige Wertungen und Schuldzuschreibungen. Die Frage nach möglichen Ursachen für eine Trennung wird zwar thematisiert, jedoch in einer solchen Weise, die einen konstruktiven Umgang ermöglicht. Damit ist das Buch zum gemeinsamen Lesen nicht nur für Familien in Trennungssituationen geeignet, sondern zu empfehlen!

Do van Ranst: Morgen ist er weg. Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Mit Illustrationen von Marine Ludin, Coppenrath 2008, ab 8

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