Deutscher Jugendliteraturpreis 2015 – Die Sieger

Autor: S. Benedict-Rux
17. Oktober 2015
Plakat © Claude K. Dubois

Plakat © Claude K. Dubois

Am 16.10.15 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der von dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftete Deutsche Jugendliteraturpreis in fünf Kategorien vergeben. Dabei vergab die aus neun Mitgliedern bestehende Kritikerjury die mit je 10.000 Euro ausgestattete Auszeichnung an folgende Bücher:

Bilderbuch

David Wiesner: Herr Schnuffels. Aus dem Englischen von Paula Hagemeier. Aladin Verlag 2014, Ab 5

In diesem Bilderbuch landen Außerirdische in der Wohnung von Herrn Schnuffels und werden vom dem in seiner Ruhe gestörten Kater gejagt. Die Jury lobt die „Sciencefiction in Bilderbuchform, die augenzwinkernd mit dem Genre spielt“ und hebt den Kontrast zwischen fiktionaler Handlung und einem sehr realistischen Stil der bildlichen Illustration hervor.

Kinderbuch

Pam Muñoz Ryan (Text)/ Peter Sís (Illustration): Der Träumer. Aus dem Englischen von Anne Braun. Aladin Verlag 2014, Ab 10

Hier steht ein träumerischer Junge im Zentrum des Buches, der zu einem berühmten Schriftsteller wird. Angelehnt ist dies an die Kindheit des chilenischen Dichters Pablo Neruda. In der Jurybegründung heißt es, es handele sich „um ein Stück Weltliteratur für Kinder, das den Blick für fremde Erzähltraditionen öffne“. Darüber hinaus hebt sie die Übersetzung durch Anne Braun, die den „poetischen und behutsamen Stil des Textes“ wiedergebe.

Jugendbuch

Susan Kreller: Schneeriese. Carlsen Verlag 2014, Ab 12
Die 2013 mit dem Kranichsteiner Literaturstipendium ausgezeichnete Autorin thematisiert in ihrem Jugendbuch den Wandel einer Kinderfreundschaft in der Pubertät. Während Stella sich in einen anderen Jungen verliebt, merkt Adrian, dass sein Herz Stella gehört. Wut und Eifersucht sind die Folge. Hier hebt die Jury, die Klarheit hervor, mit der Susan Kreller den Wandel und die Bedeutung dieser Freundschaft beschreibt.

Sachbuch

Christina Röckl (Text, Illustration): Und dann platzt der Kopf. Kunstanst!fter 2014,  Ab 5
Mit ihren ausdrucksvollen Illustrationen, die Phantasie und Reflektion über das schwierige Thema „Seele“ anregen, überzeugte Christina Röckl. „Und dann platzt der Kopf ist ein ungewöhnliches, vielleicht sogar verstörendes Sachbuch, das die Grenzen der Sparte erweitert und deshalb auch zur Auseinandersetzung mit der Form auffordert, in der Informationen vermittelt werden können“, begründet die Kritikerjury ihre Wahl.

 

Preisträger der Jugendjury

Eine von der Kritikerjury unabhängige Jugendjury aus sechs Leseclubs an Buchhandlungen und Schulen hat den Siegertitel für den Preis der Jugenjury ausgewählt. Ihre Wahl fiel auf:

David Levithan (Text): Letztendlich sind wir dem Universum egal. Aus dem Englischen von Martina Tichy. Fischer FJB 2014 , Ab 14
Die Hauptfigur dieses Roman ist in der aberwitzigen Situation, jeden Morgen in einem anderen Körper aufzuwachen. Die mal weibliche, mal männliche Figur verliebt sich – ist eine Beziehung in so einer extremen Situation überhaupt möglich? Fazit der Jugendjury: „Der Autor hat es geschafft, eine glaubwürdige und schöne Liebesgeschichte zu schreiben, die den Leser mit philosophischen Gedankenspielen zum Nachdenken anregt.“ Der Preis der Jugendjury ist ebenfalls mit 10.000 Euro ausgestattet.

 

Sonderpreis für das Gesamtwerk Illustration

Darüber hinaus wurde der mit 12.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk an die  Illustratorin Sabine Friedrichson vergeben. Frierichson, die bereits mehrere Preise erhalten hat, etwa 1979 für ihr Debüt den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis  und in die Ehrenliste des international renommierten Hans-Christian-Andersen-Preises aufgenommen wurde, lebt in Hamburg. Die Sonderpreisjury zeichnet die Illustratorin für „herausragende intellektuelle Qualität ihrer grafischen Interpretationen“ und den Detailreichtum ihrer atmosphärischen Werke aus.

Ausgerichtet wird der Deutsche Jugendliteraturpreis vom Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.

Weitere Informationen finden Sie unter  www.jugendliteratur.org

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