Immer noch lesenswert: „Fahrenheit 451“

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Autor: S. Benedict-Rux
26. Januar 2009


Die Erstausgabe dieses Science Fiction-Klassikers erschien 1953  in New York. Fahrenheit 451 gehört wie George Orwells 1984 (1945) und Aldous Huxleys Schöne neue Welt (1932) in die Reihe jener Anti-Utopien, in denen die Freiheit des Individuums durch die Gleichmacherei eines totalitären Staats vernichtet wird.

Ray Bradbury schildert in seinem Roman eine Zukunftsgesellschaft, in der die Menschen durch Dauerberieselung aus Radio und Fernsehwänden manipuliert und vom Nachdenken abgehalten werden. So soll verhindert werden, dass die Menschen realisieren, dass sie nicht wirklich glücklich sind.  Hatte die Gesellschaft einst freiwillig aufgehört zu lesen, da es viel einfacher war die angebotene Unterhaltung zu konsumieren, so gelten Bücher nun als Unruhestifter und sind deshalb verboten. Der Feuerwehr kommt es zu, die Durchsetzung des Verbots zu garantieren. In ihren nächtlichen Einsätzen verbrennen die Feuerwehrleute aufgespürte Bücher und die Häuser, in denen sie gefunden wurden gleich mit. Guy Montag ist einer von ihnen. Schon sein Vater war Feuerwehrmann und Montag liebt den Kerosingeruch, liebt es zuzusehen, wie das Feuer die Dinge verzehrt und verwandelt. Doch Montag ist in eine Sinnkrise geraten, sein Leben gerät aus dem Tritt. Nach und nach hat er einige Bücher vor dem Feuer gerettet und darin gelesen.  Längst hat er bemerkt, dass ihm etwas fehlt und dass die Fernsehwände als „Ersatzfamilien“ echte Beziehungen zwischen den Menschen verhindern. Ein neu zugezogenes Mädchen, dass das Denken und Staunen nicht verlernt hat, beschleunigt Montags Wandlungsprozess. Seinem Vorgesetztem Beatty entgeht diese Veränderung nicht und so wird Montag bald zum Gejagten.

Das Problem der Nivellierung durch eine Massenkultur wird gerade heute immer augenfälliger, Fahrenheit 451 hat also seit den 1950er Jahren keineswegs an Aktualität verloren. Im Gegenteil, auch wenn manche der Vorstellungen die dem Buch zugrunde liegen ihre Wurzeln spürbar in der Vergangenheit haben, so ist doch wiederum nicht zu übersehen, das einiges von dem, was Bradbury so hellsichtig beschreibt sich in diesem Sinne entwickelt hat. Der kurze Roman ist leicht zu lesen  und auch für Jugendliche ab 15 Jahren zu empfehlen.

Ray Bradbury: Fahrenheit 451. Roman, Mit einem Vorwort von Brian W. Aldiss. Deutsche Übersetzung von Fritz Güttinger, Deutsche Übersetzung des Vorworts von Erik Simon. Heyne, Überarbeitete Neuausgabe 2008

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Für Fans: Diogenes hat gerade eine Neuausgabe veröffentlicht, die „Space Opera“. Neben „Fahrenheit 451“ finden sich in dem Schuber auch die Klassiker „Der illustrierte Mann“ und „Die Mars-Chroniken“. Gehört ins Regal: http://www.lesenblog.de/2008/08/18/bradbury-1/

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