Galaxy Blues: Science Fiction der besonderen Art

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Autor: S. Benedict-Rux
22. Dezember 2006

Der Fund dieses Science Fiction-Romans war ein glücklicher Zufall – ich war auf der Suche nach einem geeigneten Geschenk für einen Jugendlichen, der viel liest und also die gängigen Titel die ihn interessierten schon alle kannte. Der Klappentext klang nicht uninteressant: Aliens spielten eine Rolle darin und eine Reihe von Geheimnissen, die es für die Hauptfigur zu lösen galt. Spannung wurde versprochen. In der vagen Hoffnung, dass es etwas passendes sein könnte, kaufte ich das Science Fiction-Buch… Als ich es nach einiger Zeit wiedersah, staunte ich nicht schlecht. Deutliche Lesespuren zeigten, dass es in relativ kurzer Zeit etliche Male gelesen worden war und auf Nachfrage erhielt ich die begeisterte Auskunft, es sei eines seiner Lieblingsbücher. Nachdem ich es nun selber gelesen habe, kann ich das gut verstehen.
Vergessen wir alle Science Fiction-Klischees – rasante Weltraumflüge und gewaltige Laserpistolenschlachten kommen hier nicht vor ( auch wenn vereinzelt Laserpistolen zum Einsatz kommen) . Die Handlung spielt in einer unbestimmten Zukunft in Melbourne, Australien. Die Welt der Menschen hat sich durch technische Errungenschaften verändert, ist uns Lesern aber in Grundzügen noch vertraut. Hauptfigur ist Joss, 17 Jahre alt und Tochter einer bekannten Journalistin, ihr Vater ist ein unbekannte Samenspender. Das ist wohl der Grund, warum Joss ein Außenseiter ist, aufgewachsen in vielen verschiedenen Internaten, mit dem Gefühl ungeliebt zu sein und darüber hinaus häufiger Hänseleien als sogenanntes Comp-Kind ausgesetzt. Joss soll nun ihre Studien in Zeitreisen an einem renommierten Institut beginnen. Dazu gehört es, dass man gleich zu Beginn der Ausbildung einen Zeitsprung-Partner zugewiesen bekommt. Joss´  Zeitsprung-Partner ist Mavkel, ein Alien vom Planeten Choria. Vielen Menschen ist es nicht recht, dass nun erstmals ein Alien diese Technik erlernen soll und so gibt es von Anfang an  Proteste und hohe Sicherheitsvorkehrungen werden nötig.  Ist vielleicht auch die Killerin, die neuerdings in der Stadt ist, angeheuert worden um Mavkel zu töten? Oder eher den Direktor, mit welchem sich Joss überhaupt nicht versteht?…
Das Buch ist aus der Sicht und mit der Sprache der 17- Jährigen geschrieben, locker und flockig. Hautnah nehmen wir Leser an allem Geschehen teil – inklusive der Annäherung von Mensch und Chorian-Alien, die durch die verschiedenen Denk- und Lebensgewohnheiten auch etliche witzige Episoden beisteuert.  Phasenweise wird Galaxy Blues so spannend, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Dies trifft ganz besonders auf das temporeiche Ende zu.
Am Schluß sind die Geheimnisse gelüftet, die Fäden laufen zusammen und man ist versucht gleich wieder von vorne zu beginnen – nicht nur weil man das Buch nun unter anderen Vorzeichen lesen kann, sondern weil es einfach Spaß macht es zu lesen.
Ein neuer Roman von Alison Goodman ist für Juli 2007 angekündigt – leider erst mal nur auf Englisch. Hoffentlich lässt die Übersetzung nicht allzu lange auf sich warten.

Alison Goodman: Galaxy Blues, Aus dem australischen Englisch von Matthias Kußmann, Ravensburger 2003

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