Chris d´Lacey: Feuerstern

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Autor: S. Benedict-Rux
20. August 2008


Feuerstern ist der dritte Band der Drachenfantasy von Chris d´Lacey um David Rain und die Pennykettles mit ihren ganz besonderen Tondrachen.

David und seine Freundin Zanna sind zusammen mit Bergstrom auf einer Forschungsstation in der Arktis. Neben der Forschungsarbeit schreibt David weiter an seiner Geschichte, in der es um das Geheimnis der Feuerträne geht. In der Zwischenzeit zeichnet sich bei den Pennykettles neues Unheil ab. Davids Schreibdrache Gazooks beobachtet den Lauf der Sterne und scheint beunruhigt. Gretel, der Zaubertrankdrache, der einst der Hexe Gwilanna gehörte und eingesperrt worden ist, weil er Grockle zu beleben versuchte, wird von einem unsichtbaren Drachen befreit. Grockle wird lebendig und der junge Drache fliegt davon, während der Wunschdrache, der dies zu verhindern versuchte, sich vor den Augen von Liz und Lucy in Luft auflöst. Bald darauf wird Lucy von Gwilanna entführt und Zanna nach einem Zwischenfall von Eisbären verschleppt…

Früh schon baut der Autor ein unheimliches Bedrohungsszenario auf und hält dieses über das ganze Buch aufrecht. Wie schon in den früheren Bänden erzählt er temporeich und spannend. Doch die Handlung nimmt an Komplexität zu, was sich schon an der kurzen Inhaltsangabe des Anfangs zeigt, und ist daher nicht immer leicht nachzuvollziehen. Da bei manchen Figuren auch immer wieder Zweifel auftreten, auf welcher Seite sie stehen, kann man dadurch beim lesen zwischendurch schon mal den Überblick verlieren.

„Es liest sich wie eine Geschichte für Kinder und doch […] sie hat ohne Zweifel Tiefgang.“

Diese Aussage einer Figur in Feuerstern trifft in doppeldeutiger Weise auch auf die Geschichte zu, die Chris d´Lacey erzählt. Neben drohenden Gefahren durch Klimaveränderung und Polarkappenschmelze sind es gerade auch philosophische und mystische Töne, die der Geschichte um die durch Eisfeuer belebten Tondrachen Tiefe verleihen. Es bleibt allerdings fraglich, ob es gerade den jüngeren Lesern möglich ist, der komplexen Handlung immer zu folgen. Am Ende bleiben viele Fragen und Zusammenhänge ungeklärt, auch die nach der Rolle der verschiedenen Erzähler. Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Drachenfantasy von Chris d´Lacey bemerkenswert und wer die ersten beiden Bände gerne gelesen hat, sollte sich ruhig auch Feuerstern zu Gemüte führen.

Vielleicht hält ja auch der vierte Band der ursprünglich als Trilogie angekündigten Reihe, The Fire Eternal, die Antworten bereit. Er liegt schon in mehreren englischsprachigen Ländern vor und spielt etwa 5 Jahre nach Davids Verschwinden. Eine Leseprobe finden Interessierte auf der Website des Autors unter www.icefire.co.uk

Und wer auch dann noch immer nicht genug hat: Der Autor hat unter dem Titel The Dragons of Wayward Cresent eine Serie begonnen, bei der jedes Buch einem einzelnen Pennykettle-Drachen gewidmet ist. Sie spielen einige Jahre vor dem Einzug Davids bei Liz und Lucy.

Chris d´Lacey: Feuerstern. Aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis. Mit Illustrationen von Nora Nowatzyk, Umschlagillustration von Helmut Dohle, Coppenrath 2008

Altersempfehlung des Verlages: ab 10

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