Daniel Kehlmann liest…

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Autor: S. Benedict-Rux
18. Oktober 2008

Es gehört zur Tradition des Thomas-Mann-Preises, dass die Preisträger am Vorabend der Preisverleihung aus ihrem Werk lesen. Und so stand für Daniel Kehlmann gestern Abend eine Lesung im Audimax der Universität zu Lübeck auf dem Programm.

Der Hörsaal war gut besetzt, wenn auch nicht überfüllt. Plötzlich saß er da, eine schwarz gekleidete Gestalt, alleine in der ersten Reihe. Während die Veranstalter die Lesung eröffneten, schwirrte ein Kamerateam und ein Fotograf um ihn herum. Und dann ging Daniel Kehlmann zum Pult.

Angekündigt worden war, dass Kehlmann aus seinem essayistischen Werk lesen werde, aber der Autor überraschte sein Publikum. Neben dem Vortrag aus seinen Poetikvorlesungen Diese sehr ernsten Scherze, erfrischend komisch in Interviewform geschrieben, las er aus seinem Bestseller Die Vermessung der Welt und aus seinem ersten Roman Beerholms Vorstellung. Wer jetzt hoffte, Kehlmann werde noch aus seinem neuen, im Januar 2009 erscheinenden Roman (Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten) lesen, wurde allerdings enttäuscht.  Das Publikum fühlte sich von der lebendigen und mitreißenden Vortragsweise Kehlmanns wunderbar unterhalten und viele Leser nutzten im Anschluß die Möglichkeit sich Bücher signieren zu lassen.

Der Thomas-Mann-Preis wird seit 1975 alle drei Jahre zu Ehren des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann verliehen. Frühere Preisträger waren unter anderem Walter Kempowski, Ruth Klüger, Günter Grass, Marcel Reich-Ranicki, Siegfried Lenz und Uwe Johnson. Zurzeit tobt ein hitziger Streit zwischen Lübeck und München, da der von der Bayerischen Akademie der Künste seit 1950 jährlich verliehene Literaturpreis dieses Jahr überraschend in Thomas-Mann-Preis umbenannt wurde. Preisträger des Müchner Preises ist Peter Handke.

Rezension des Buches  „Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten“ lesen

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