Buchtipp: Mistik Lake (Martha Brooks)

6. Oktober 2008, 09:59:20


Martha Brooks ist sowohl eine erfolgreiche Jazzsängerin,  als auch eine der bedeutendsten Jugendbuchautorinnen Kanadas. In Mistik Lake erzählt sie von der Odella, die nach dem Tod ihrer Mutter allmählich auf ein paar dunkle Familiengeheimnnisse stößt und zu verstehen beginnt, welche Schatten in all den Jahren über ihrer Familie schwebten.

Odella wohnt mit ihrer Familie in Winnipeg. Da ihre Mutter labil ist, muss sie schon früh für sich und ihre zwei kleinen Schwestern Verantwortung übernehmen. Mit sechzehn Jahren hat ihre Mutter Sally als Einzige eine Mutprobe auf dem auf dem zugefrorenen Mistik Lake überlebt und quält sich deswegen mit großen Schuldgefühlen. Nach dem Eisunfall war die Familie nach Winnipeg gezogen, hatte aber eine Hütte am See als Feriendomizil behalten. Sally hat den Unfall nie verwunden. Ihren Kummer versucht sie lange mit Alkohol zu ertränken. Später verlässt sie sogar ihre Familie, versucht einen Neuanfang in Island und kommt dort bei einem Unfall um.

Zurück bleiben der Vater und die drei Töchter - geschockt und verunsichert. Mehr denn je übernimmt Odella die Mutterrolle, aber gleichzeitig möchte sie auch zunehmend ihr eigenes Leben leben. Als sie bei einem Urlaub am Mistik Lake Jimmy näher kennenlernt, der dort wohnt, erfährt sie nach und nach mehr von dem was damals alles geschah. Ist der Unfall die Ursache für das Leid in ihrer Familie?

Martha Brooks lässt die Geschichte von Odella und ihrer Familie aus drei Perspektiven vor den Augen der Lesern entstehen. Neben Odella steuern auch die Großtante Gloria sowie Jimmy ihre Puzzleteile zum Gesamtbild bei.  Der Jugendroman besticht durch seine starken Charaktere und die ausgewogene Mischung von Freud und Leid. Neben der Aufdeckung der traurigen Vergangenheit tritt zum Beispiel Odellas Stärke in der Bewältigung der anstehenden Probleme und die hoffnungsvolle Liebesgeschichte zwischen ihr und Jimmy. Ein lebenskluges, warmherziges und poetisches Buch!

Martha Brooks: Mistik Lake. Roman. Aus dem Englischen von Birgit Kollmann, dtv /Reihe Hanser 2008, ab 14

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Vorschau

4. Oktober 2008, 07:29:34

In den kommenden Wochen erwarten Sie im Literatur Blog unter anderem Rezensionen folgender Neuerscheinungen:

Belletristik

Krimi

Kinder und Jugendliteratur / Fantasy

Sachbuch:

Ildikó von Kürthy: Schwerelos

1. Oktober 2008, 09:24:49


Der sechste Roman der Bestsellerautorin erscheint heute

Schon ihr Debüt Mondscheintarif war äußerst erfolgreich und seither führten die Romane der Autorin Ildikó von Kürthy nach ihrem Erscheinen regelmäßig die deutschen Bestsellerlisten an. Ihr Erfolgsrezept ist die selbstironische Auseinandersetzung der modernen Frau mit ihren Beziehungs- und Figurproblemen, mit den ersten Ausläufern der Midlife-Crisis und dem Ticken der biologischen Uhr …

Darauf hat Marie schon lange gewartet! Nach gut neun Jahren glücklicher und stabiler Beziehung macht ihr Freund Frank ihr den ersehnten Heiratsantrag und die Träume von Eigenheim und Familie rücken endlich in greifbare Nähe.

“Die wenigsten Frauen haben den falschen Mann. Die meisten haben die falschen Träume. Ich nicht.”

Marie hat ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Sie träumt nicht von der romantischen Liebe, sondern von der `langweiligen´ aber realistischen Liebe im echten Leben. Sie wartet nicht auf einen Traumprinzen, denn sie findet es eine Zumutung, mehr von ihrem Mann zu erwarten als sie selber erfüllen kann.

Doch anstatt “Ja” zu sagen, folgt sie dem Rat ihrer Tante und bittet sich ein wenig Bedenkzeit aus. Und dann gerät ihr Leben aus dem gewohnten Tritt. Beteiligte am turbulenten Geschehen sind unter anderem ihre beste Freundin, die davon überzeugt ist,  dass ein Geliebter eine der wichtigen Zutaten für eine glückliche Ehe ist, ein wiedergefundener alter Schulfreund mit Kinderwunsch, ihre schwangere Cousine Leonie, die nicht weiß wer der Vater ihres Kindes ist und ein Bestsellerautor mit schwachen Nerven. Und natürlich ihre geliebte und lebenskluge Tante.

Wie schon in vorangegangenen Romanen trifft die Leserin dieses Frauenromans auf eine Heldin mittleren Alters, die sich selbstironisch mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzt. Im Plauderton kokettiert sie mit Alterserscheinungen und ihren eigenen Unzulänglichkeiten, wie mit denen ihrer Mitmenschen. Häufig krönt die Erzählerin eine ihrer beiläufigen Bemerkungen mit einer witzigen Pointe. Ildikó von Kürthy weiß mit mit ihren Lesern und deren Erwartungen zu spielen. Fazit: Schwerelos bietet kurzweilige Unterhaltung in gewohnter Manier!

Ildikó von Kürthy: Schwerelos.  Roman, Mit Illustrationen von Tomek Sadurski, Wunderlich 2008

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“Änderungsschneiderei Los Milagros” wird mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet

30. September 2008, 17:35:26


Die in Berlin lebende argentinische Schriftstellerin Maria Cecilia Barbetta wird für ihr Romandebüt Änderungsschneiderei Los Milagros mit dem aspekte-Literaturpreis 2008 ausgezeichnet. Die bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Erstlingswerke wird dieses Jahr zum 30. Mal vergeben. Die Preisübergabe findet am 16.10.08 auf der Frankfurter Buchmesse statt.

Link: www.aspekte.zdf.de

“Der Herr der Ringe”: Sonderausgabe erscheint erst im November

29. September 2008, 12:02:42


Ursprünglich sollte sie heute erscheinen, die auf 7.777 Exemplare limitierte Prachtausgabe von Tolkiens beliebtem Fantasyepos. Tolkien-Fans werden sich aber noch bis November gedulden müssen, da der Erscheinungstermin verlegt worden ist.

Die Lederausgabe in prachtvoller Sonderausstattung glänzt unter anderem mit Prägungen in Echtgoldfolie und zweifarbiger Karte von Mittelerde. Sie enthält alle Teile und Anhänge  - und zwar in der bei den Lesern beliebten älteren Übersetzung von Margaret Carroux. Der Text wurde für diese Ausgabe überabeitet: Neben der Anpassung der Rechtschreibung wurden beispielsweise bekannte Übersetzungsfehler der früheren Ausgaben verbessert. Bis zum 31.01.09 (sofern verfügbar) ist die Sonderausgabe im deutschen Buchhandel zum Einführungspreis von EUR 98,- zu erwerben, danach wird das Schmuckstück EUR 128,- kosten.

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Aus dem Englischen von Margaret Carroux, Gedichtübertragungen von E.-M. von Freymann, Klett-Cotta 2008

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Links: Klett-Cotta

“Popstar-Träume” - Nika in der Castingshow

25. September 2008, 11:21:55


Mit ihren Freundinnen Meggie und CC war Nika 4 Wochen zu einem Gesangsworkshop in Italien. Braun gebrannt und unternehmungslustig kommt das Trio gerade rechtzeitig zurück, um zu Lukas erstem Konzert zu gehen. Als zwei Tage später das neue Schuljahr beginnt, bringt Nikas Fan Emmi einiges ins Rollen. Von ihr kommt der Vorschlag, die Freundinnen sollten sich doch bei der neuen Castingshow von Zoomland TV bewerben. Zuerst findet Nika die Idee “bescheuert”, aber schnell lässt sie sich von CCs Begeisterung anstecken. Aber was wird Luka dazu sagen, der lieber seine eigene Musik als irgendwelchen “Kommerzmist” spielt?

Zusammen mit Luka und ihren Freundinnen touren - das wäre Nikas Traum! Doch es kommt wie es kommen muss: Nika ist die Einzige der drei Jugendlichen, die beim Vorcasting in die nächste Runde kommt und zur Castingshow nach Köln fahren darf. Es kommt zum Streit unter den Freundinnen, denn CC wirft Nika vor, immer nur an sich zu denken und sich in den Vordergrund zu spielen. Hat sie vielleicht recht?

Im Mediapark in Köln trifft Nika auf alte Bekannte. Kurz vor der Show erfährt sie, dass der Musikproduzent Henke, den Nika schon von den Aufnahmen für den KidKid-Song negativ in Erinnerung hat, in der Jury sitzt. Was für ein Glück, dass unter den anderen Teilnehmern noch ein freundliches Gesicht ist, eine Sängerin mit der sich Nika schon früher gut verstanden hat…

Drei Auftritte in einer Woche und dann sind drei der Bewerberinnen vielleicht Stars. Doch davor müssen die Sängerinnen einiges überstehen. Nika ist mit 16 offiziell das Nesthäkchen, doch einen Sonderbonus bekommt sie deswegen nicht. Der für seine Gemeinheiten bekannte Moderator Ellmert beispielsweise scheint sich auf Nika eingeschossen zuhaben. Eher scheint es so, als wolle man sie auf jeden Fall raushaben und dafür auch notfalls Abstimmunggsergebnisse manipulieren…

Desto mehr Erfolg Nika auf ihrem Weg hat, desto mehr Probleme hat sie mit ihren Freunden. Sie leidet unter dem Zerwürfnis mit CC, aber als sie in der Show unter Druck gerät, macht sie einen riesigen Fehler und riskiert auch noch ihre Freundschaft zu Meggie. Mehr als einmal zweifelt Nika, ob es wirklich richtig ist, an ihren Ziel berühmt zu werden festzuhalten. Auch mit Luka läuft nicht alles so einfach. Nika hat Sehnsucht danach auf der Bühne zu stehen, die Menschen zu begeistern und bewundert zu werden. Luka dagegen ist ein ganz anderer Typ. Er taucht in seine eigene Musikwelt ab und will ein eigenes Plattenlabel gründen. Dass die beiden mit ihren unterschiedlichen Wünschen und Vorstellungen manchmal aneinander geraten ist vorprogrammiert.

Wie schon im ersten Band lädt “Popstar-Träume” zum mitfiebern mit der Heldin ein - dieses Mal wird es sogar noch etwas spannender, da ganz offensichtlich jemand zu verhindern sucht, dass Nika es in die Girl-Band schafft.

Jürgen von Bülow: Ich bin´s, Nika! Popstar-Träume, Kosmos 2008, ab 12

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Interview mit Jürgen von Bülow

22. September 2008, 08:17:38

Jürgen von BülowJürgen von Bülow ist seit vielen Jahren als Theaterregisseur und Drehbuchautor tätig. Er schrieb unter anderem Drehbücher für Serien wie “Marienhof”,  “GZSZ” und den “Tigerenten Club”. Mit den im August erschienenen zwei Bänden seiner Reihe um eine Jugendliche, die eine berühmte Sängerin werden möchte, gibt Jürgen von Bülow sein Debüt als Jugendbuchautor.

Literatur Blog: Herr von Bülow, Ihre Buchreihe beginnt damit, dass Nikas Patenonkel, ein Drehbuchautor der für eine Kindersendung schreibt, einen Song für die Sendung komponiert hat. Nika soll diesen Song singen. Haben Sie auch ein singendes Patenkind?

Jürgen von Bülow: Ja, ich habe ein Patenkind, von dem ich eine Menge über das lernen kann, was Jugendliche bewegt. Doch zum Glück will sie keine große Sängerin werden. Würde sie dies wollen und hätte tatsächlich eine so beeindruckende Stimme wie Nika in meinem Buch, dann würde ich ihr natürlich Mut machen, es zu versuchen. Und ich würde sie natürlich sehr trösten, wenn es nicht klappen sollte!

Literatur Blog: Dies wäre dann doch eine gewisse Parallele zu Nikas Patenonkel, der sie ja auch unterstützt.

Jürgen von Bülow: Stimmt! Ein bisschen kommt immer das eigene Leben in so eine Geschichte.

Literatur Blog: Wenn Sie nun aber kein singendes Patenkind haben, wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, dass Nika ausgerechnet eine berühmte Sängerin werden möchte? Haben Sie einen besonderen Bezug zur Musik?

Jürgen von Bülow: Ich bin auch einer der Vielen auf dieser Welt, die früher selbst Musik machen wollten, so wie ihre großen Vorbilder! Aber abgesehen davon, dass ich eingesehen habe, dass ich nur gute Freunde bei diversen Festen mit den gleichen, alten Songs in den Schlaf säuseln kann, liebe ich natürlich Musik, höre sie auch beim Schreiben, brauche das und kenne den Inhalt meines iPods in- und auswendig. Und als Schriftsteller bin ich natürlich unheimlich neidisch auf alle, die wirklich gute Musiker sind: Musik ist etwas, das einen sofort “erwischt”, einen sofort mitreißt und in eine andere Welt versetzt. Ich versuche immer wieder, so was beim Schreiben zu erreichen, aber so schnell, so tief wie diese Musiker einen zum Träumen bringen, schaffe ich das nicht!

Literatur Blog: Sie sind seit vielen Jahren als Regisseur und Drehbuchautor für Theater und Fernsehen tätig. Was hat sie dazu veranlasst ein Jugendbuch zu schreiben, noch dazu eines mit einer weiblichen Heldin?

Jürgen von Bülow: Eine Person zu beschreiben, die “auf dem Sprung” vom Kind zur einer Frau ist, finde ich ungeheuer spannend. Ich als Erwachsener habe so eine Menge Möglichkeiten, Jugendlichen etwas über das zu erzählen, was sie aus meiner Sicht als Erwachsener erwartet. Außerdem denke ich, dass Frauen deutlicher ihre Gefühle zeigen, als Männer - was aber nicht heißt, dass Männer oder Jungs nicht weniger Gefühl haben! Doch eine weibliche Hauptdarstellerin kann die Art, wie ich die Leser gern mitreiße, einfach besser darstellen. Und ich versuche immer mit meiner Nika die Leser mitzureißen, an ihren guten und an ihren schlechten Tagen.

Literatur Blog: Im zweiten Band nimmt Nika an einer Castingshow teil. Diese Castingsshows, egal ob “Deutschland sucht den Superstar”, “Popstars” oder was auch immer stehen bei einem Großteil der Jugendlichen hoch im Kurs. Wie stehen Sie persönlich zu solchen Sendungen?

Jürgen von Bülow: Dies zu beantworten ist schwierig! Natürlich finde ich vieles, was in diesen Shows zu den Kandidaten oder Kandidatinnen gesagt oder mit ihnen gemacht wird, ungeheuerlich. Da werden Leute bewusst fertig gemacht, vorgeführt und für alle Zeiten blamiert, nur der Quote oder einer Schlagzeile wegen. Andererseits, und jetzt kommt’s, andererseits höre ich von vielen Freunden, auch in Literatur- oder Theaterkreisen, dass sie so eine Show “nie” sehen, aber doch immer mal reinzappen und am Ende kennen sie die Sendungen doch ziemlich gut. Das macht diese Shows nicht besser, doch diese Sendungen scheinen irgendetwas zu haben, was jeden interessiert. Ich jedenfalls freue mich, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin wirklich gut ist und ich sie bewundern kann. Für einige Wenige wurde der Weg ins Musikgeschäft dadurch erst möglich. Viele andere werden lange brauchen, ihr Scheitern zu verkraften. Am schlimmsten aber sind diejenigen, die sich maßlos überschätzen: Dann schaut man leider (gern) zu, wenn derjenige für seine Überheblichkeit aus der Show fliegt. Eines jedenfalls erlebt doch jeder tagtäglich: Jeder von uns wird bewertet und benotet für das, was er tut. Immer und überall und darauf will ich die Leser mit meiner CastingShow-Geschichte ein bisschen vorbereiten.

Literatur Blog: Sie sprechen diese problematischen Seiten ja an verschiedenen Stellen des Buches durchaus auch an. Letztlich siegt aber Nikas Wunsch ihren Weg weiterzugehen. Fürchten Sie nicht, dass Kritiker Ihnen vorwerfen, ihr Buch heize das Casting-Fieber unter Teenies eher an, als dass es den kritischen Umgang mit solchen Sendungen fördere?

Jürgen von Bülow: Das Thema DSDS ist wirklich heikel: Darf man über DSDS schreiben, soll man es noch besonders publik machen? Aber die Sendung ist ungeheuer bekannt und irgendwer wird darüber schreiben. Wenn ich es mache, versuche ich immerhin, nicht nur über Klamotten und billigen Zickenalarm zu schreiben. Sollte ich mit dem Buch erreichen, dass Jugendliche noch sorgloser bei einer solchen Show mitmachen, dann wäre das wirklich schlimm und ich hätte genau das Gegenteil von dem erreicht, was mir wichtig ist! Ich höre öfter, ich hätte witzige, spannende, leicht zu lesende Bücher geschrieben, doch mehr sei es nicht. Das trifft mich, wenn ich ehrlich bin. Ich versuche meine jugendlichen Leser auf unterhaltsame Art und Weise auf die Medienwelt vorzubereiten. In meiner Geschichte ist zwar alles drin, was im Fernsehen eine wichtige Rolle spielt: das richtige Aussehen, wie wirke ich vor der Kamera, wie erreiche ich es, dass man von mir spricht. Doch jedesmal wenn meine Nika sich “fernsehgerecht” verhält, hat sie die Konsequenzen zu tragen - Nika geht ja sogar soweit, dass sie in aller Öffentlichkeit ihre beste Freundin blamiert. Zu zeigen, wie “gefährlich” es ist, eine berühmte Person werden zu wollen, kann helfen, über diesen Traum, ein Star zu sein, noch mal genau nach zu denken.
Doch gegen Nikas Begabung kann ich kleiner Autor selbst nichts machen: Sie wird, im Verlauf der Reihe, in die verschiedenen Medien-Bereiche geraten. Bin gespannt, was ihr alles passiert!

Literatur Blog: Der Kosmos Verlag kündigt schon den dritten Band der Serie an? Können Sie uns schon sagen, wann es soweit sein wird und welchen Titel er tragen wird?

Jürgen von Bülow: Band 3 über Nikas Leben als Mitglied einer Girlband soll an Ostern 2009 erscheinen. Nika wird den Traum, ein berühmter Popstar zu sein, von allen Seiten kennenlernen - das versuche ich jedenfalls. Einen Titel hat der Band noch nicht, Titel und Cover eines Buches ist meist Verlagssache. Die kennen sich da am besten aus und mir gefällt sehr, wie die Reihe bisher gestaltet ist.

Literatur Blog: Sind noch weitere Bände geplant?

Jürgen von Bülow: Ja, ich würde gern immer weiter schreiben, es soll eine ganze Reihe werden. Dazu muss aber das Interesse an den Bänden da sein. Jedenfalls hat Nika eine Menge Energie, ich muss einfach nur mit ihr mithalten.

Literatur Blog: Ist Ihnen eigentlich beim Schreiben von Anfang an die vollständige Handlung klar oder entwickelt sich diese im Verlauf des Schreibprozesses manchmal auf unvorhergesehene Weise weiter?

Jürgen von Bülow: Bei mir ist es beides: Vorab entwickle ich, wie ein Drehbuchautor, die ganze Geschichte, die Szenen, die Umschwünge, die Haupt- und Nebengeschichten, die Orte, so genau wie möglich. Doch erst beim Schreiben bekommt manchmal eine Figur noch mehr an Tiefe, weil ich mich “an Ort und Stelle” in die Figur hineinversetze und die dann plötzlich etwas macht, das mich selbst überrascht. Ein persönlicher Tip von mir ist das Buch übers Drehbuchschreiben von Robert McKee: “Story”. Ist zwar für Filmleute, aber ich finde es, im Vergleich zu vielen andern Büchern, grandios.

Literatur Blog: Bleibt die Nika-Reihe voraussichtlich Ihr einziges Buchprojekt oder haben Sie noch weitere Ideen in der Schublade liegen?

Jürgen von Bülow: Erstmal bin ich froh, diese Reihe für den KOSMOS Verlag schreiben zu dürfen - und sie hat ja erst angefangen. Klar, ich hab was in der Schublade, aber das sind zwei Theaterstücke. Also nein, ich habe nichts in der Schublade, aber wer weiß, vielleicht eines Tages …

Interview: S. Benedict-Rux

Foto: Margarita Riegel

Ich bin´s Nika! Wie alles anfängt … (Jürgen von Bülow)

19. September 2008, 16:11:08


Nika ist fünfzehn Jahre alt und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Singen ist ihr Hobby und sie nimmt seit einigen Jahren Gesangsunterricht. Nach ihrem Auftritt in einem Schulmusical hatte sie sich eigentlich geschworen nie wieder öffentlich zu singen, aber dann kommt alles anders…

Ihr Patenonkel ist nämlich Drehbuchautor für eine Kinderserie und hat einen Song für die Sendung geschrieben. Nun sucht er zwei Jugendliche, die das Lied singen und hat dabei unter anderem an Nika gedacht. Und an Luka, 17, strahlend grüne Augen. Nika ist hin- und hergerissen. Einerseits findet sie diesen Luka total blöd, aber andererseits bringt er ihr Herz heftig zum klopfen. Bei den Proben kommen die beiden Jugendlichen sich allmählich näher.

Schnell lernt Nika auch die ersten Schattenseiten des Erfolgs kennen. Während die Beziehung zu ihren besten Freundinnen beinträchtigt wird, wird sie auf einmal auf dem Schulhof bestürmt, hat plötzlich Fans die ihre Freundschaft suchen. Bald bekommt sie auch die Rücksichtslosigkeit der Branche zu spüren. Luka wird ausgebootet und der Song ihres Patenonkels verändert, um eine größere Zielgruppe zu erreichen. Doch das ist nur der Anfang. Man versucht Nika ein verkaufsförderndes Image zu verpassen. Am Ende soll sie sogar einen Skandal provozieren, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Nika muss sich entscheiden: Will sie sich bis zur Unkenntlichkeit verbiegen um Erfolg zu haben oder lieber die bleiben, die sie ist?

Thematisch steht natürlich Nikas Wunsch Sängerin zu werden im Zentrum des Buches: Ihr erster Besuch im Tonstudio, ihre Hoffnungen, Wünsche und die Auswirkungen der Ereignisse auf ihr Verhältnis zu ihrem Umfeld. Nika befindet sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Gerade durch ihren Schritt in die Öffentlichkeit treten die Problemfelder dieses Lebensabschnitts deutlicher hervor. Sie wünscht sich Anerkennung, möchte beliebt sein, andereseits aber ihre Ideale und ihre Freundschaften nicht verraten. Immer wieder muss sie abwägen und Kompromisse schließen. Detailreich und lebendig wird auch die Arbeit hinter den Kulissen geschildert, so zum Beispiel die Vorbereitungen zum Live-Auftritt in der Kindersendung. Jürgen von Bülow kommt hier offenbar seine jahrelange Erfahrung als Drehbuchautor zugute.

Großen Raum nimmt auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden Jugendlichen ein. Nikas Gefühle fahren Achterbahn und die Leser dürfen dies hautnah miterleben. Denn es ist Nika selbst, die ihre Geschichte erzählt und so sehen wir alles durch ihre “Brille”. Auf Erwachsene mag sie deshalb mitunter etwas sprunghaft und launisch wirken, aber viele junge Leserinnen dürften sich in ihren Freuden, Ängsten und Sehnsüchten wiederfinden.

Der Jugendroman ist frisch und spritzig erzählt. Auch wenn die eine oder andere Entwicklung vorhersehbar ist, ist das Buch spannend zu lesen, denn es lädt seine Leser dazu ein mit “ihrer Nika” mitzufiebern.

Jürgen von Bülow: Ich bin´s Nika. Wie alles anfängt…, Kosmos Verlag 2008 , ab12

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Für kommende Woche können wir Ihnen ein Interview mit Jürgen von Bülow und die Rezension des zweiten Bandes ankündigen.

Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2008

17. September 2008, 11:11:56

Die Jury für den Deutschen Buchpreis hat heute die Shortlist für dieses Jahr bekannt gegeben. Aus den zwanzig Buchtiteln der Longlist haben es die folgenden in die engere Auswahl geschafft:

Die Bekanntgabe des Preisträgers wird am 13. Oktober im Rahmen der Auftaktveranstaltung  der Frankfurter Buchmesse stattfinden.

Pressemeldung

aspekte-Literaturpreis - die Finalisten

16. September 2008, 18:51:37

Heute wurden die vier Finalisten für den “aspekte-Literaturpreis” 2008 bekannt gegeben. Die Jury wird aus folgenden vier Titeln den Preisträger ernennen:

Der mit 7500 Euro dotierte aspekte-Literaturpreis zeichnet das beste literarische Debüt eines Jahres aus. Er wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse am 16. Oktober 2008 an den Sieger übergeben. Die “aspekte-extra” Sendung zur Buchmesse  wird am selben Tag von der Verleihung berichten.

Quelle