“Der Herr der Ringe”: Sonderausgabe erscheint erst im November

29. September 2008, 12:02:42


Ursprünglich sollte sie heute erscheinen, die auf 7.777 Exemplare limitierte Prachtausgabe von Tolkiens beliebtem Fantasyepos. Tolkien-Fans werden sich aber noch bis November gedulden müssen, da der Erscheinungstermin verlegt worden ist.

Die Lederausgabe in prachtvoller Sonderausstattung glänzt unter anderem mit Prägungen in Echtgoldfolie und zweifarbiger Karte von Mittelerde. Sie enthält alle Teile und Anhänge  - und zwar in der bei den Lesern beliebten älteren Übersetzung von Margaret Carroux. Der Text wurde für diese Ausgabe überabeitet: Neben der Anpassung der Rechtschreibung wurden beispielsweise bekannte Übersetzungsfehler der früheren Ausgaben verbessert. Bis zum 31.01.09 (sofern verfügbar) ist die Sonderausgabe im deutschen Buchhandel zum Einführungspreis von EUR 98,- zu erwerben, danach wird das Schmuckstück EUR 128,- kosten.

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Aus dem Englischen von Margaret Carroux, Gedichtübertragungen von E.-M. von Freymann, Klett-Cotta 2008

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Links: Klett-Cotta

“Popstar-Träume” - Nika in der Castingshow

25. September 2008, 11:21:55


Mit ihren Freundinnen Meggie und CC war Nika 4 Wochen zu einem Gesangsworkshop in Italien. Braun gebrannt und unternehmungslustig kommt das Trio gerade rechtzeitig zurück, um zu Lukas erstem Konzert zu gehen. Als zwei Tage später das neue Schuljahr beginnt, bringt Nikas Fan Emmi einiges ins Rollen. Von ihr kommt der Vorschlag, die Freundinnen sollten sich doch bei der neuen Castingshow von Zoomland TV bewerben. Zuerst findet Nika die Idee “bescheuert”, aber schnell lässt sie sich von CCs Begeisterung anstecken. Aber was wird Luka dazu sagen, der lieber seine eigene Musik als irgendwelchen “Kommerzmist” spielt?

Zusammen mit Luka und ihren Freundinnen touren - das wäre Nikas Traum! Doch es kommt wie es kommen muss: Nika ist die Einzige der drei Jugendlichen, die beim Vorcasting in die nächste Runde kommt und zur Castingshow nach Köln fahren darf. Es kommt zum Streit unter den Freundinnen, denn CC wirft Nika vor, immer nur an sich zu denken und sich in den Vordergrund zu spielen. Hat sie vielleicht recht?

Im Mediapark in Köln trifft Nika auf alte Bekannte. Kurz vor der Show erfährt sie, dass der Musikproduzent Henke, den Nika schon von den Aufnahmen für den KidKid-Song negativ in Erinnerung hat, in der Jury sitzt. Was für ein Glück, dass unter den anderen Teilnehmern noch ein freundliches Gesicht ist, eine Sängerin mit der sich Nika schon früher gut verstanden hat…

Drei Auftritte in einer Woche und dann sind drei der Bewerberinnen vielleicht Stars. Doch davor müssen die Sängerinnen einiges überstehen. Nika ist mit 16 offiziell das Nesthäkchen, doch einen Sonderbonus bekommt sie deswegen nicht. Der für seine Gemeinheiten bekannte Moderator Ellmert beispielsweise scheint sich auf Nika eingeschossen zuhaben. Eher scheint es so, als wolle man sie auf jeden Fall raushaben und dafür auch notfalls Abstimmunggsergebnisse manipulieren…

Desto mehr Erfolg Nika auf ihrem Weg hat, desto mehr Probleme hat sie mit ihren Freunden. Sie leidet unter dem Zerwürfnis mit CC, aber als sie in der Show unter Druck gerät, macht sie einen riesigen Fehler und riskiert auch noch ihre Freundschaft zu Meggie. Mehr als einmal zweifelt Nika, ob es wirklich richtig ist, an ihren Ziel berühmt zu werden festzuhalten. Auch mit Luka läuft nicht alles so einfach. Nika hat Sehnsucht danach auf der Bühne zu stehen, die Menschen zu begeistern und bewundert zu werden. Luka dagegen ist ein ganz anderer Typ. Er taucht in seine eigene Musikwelt ab und will ein eigenes Plattenlabel gründen. Dass die beiden mit ihren unterschiedlichen Wünschen und Vorstellungen manchmal aneinander geraten ist vorprogrammiert.

Wie schon im ersten Band lädt “Popstar-Träume” zum mitfiebern mit der Heldin ein - dieses Mal wird es sogar noch etwas spannender, da ganz offensichtlich jemand zu verhindern sucht, dass Nika es in die Girl-Band schafft.

Jürgen von Bülow: Ich bin´s, Nika! Popstar-Träume, Kosmos 2008, ab 12

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Interview mit Jürgen von Bülow

22. September 2008, 08:17:38

Jürgen von BülowJürgen von Bülow ist seit vielen Jahren als Theaterregisseur und Drehbuchautor tätig. Er schrieb unter anderem Drehbücher für Serien wie “Marienhof”,  “GZSZ” und den “Tigerenten Club”. Mit den im August erschienenen zwei Bänden seiner Reihe um eine Jugendliche, die eine berühmte Sängerin werden möchte, gibt Jürgen von Bülow sein Debüt als Jugendbuchautor.

Literatur Blog: Herr von Bülow, Ihre Buchreihe beginnt damit, dass Nikas Patenonkel, ein Drehbuchautor der für eine Kindersendung schreibt, einen Song für die Sendung komponiert hat. Nika soll diesen Song singen. Haben Sie auch ein singendes Patenkind?

Jürgen von Bülow: Ja, ich habe ein Patenkind, von dem ich eine Menge über das lernen kann, was Jugendliche bewegt. Doch zum Glück will sie keine große Sängerin werden. Würde sie dies wollen und hätte tatsächlich eine so beeindruckende Stimme wie Nika in meinem Buch, dann würde ich ihr natürlich Mut machen, es zu versuchen. Und ich würde sie natürlich sehr trösten, wenn es nicht klappen sollte!

Literatur Blog: Dies wäre dann doch eine gewisse Parallele zu Nikas Patenonkel, der sie ja auch unterstützt.

Jürgen von Bülow: Stimmt! Ein bisschen kommt immer das eigene Leben in so eine Geschichte.

Literatur Blog: Wenn Sie nun aber kein singendes Patenkind haben, wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, dass Nika ausgerechnet eine berühmte Sängerin werden möchte? Haben Sie einen besonderen Bezug zur Musik?

Jürgen von Bülow: Ich bin auch einer der Vielen auf dieser Welt, die früher selbst Musik machen wollten, so wie ihre großen Vorbilder! Aber abgesehen davon, dass ich eingesehen habe, dass ich nur gute Freunde bei diversen Festen mit den gleichen, alten Songs in den Schlaf säuseln kann, liebe ich natürlich Musik, höre sie auch beim Schreiben, brauche das und kenne den Inhalt meines iPods in- und auswendig. Und als Schriftsteller bin ich natürlich unheimlich neidisch auf alle, die wirklich gute Musiker sind: Musik ist etwas, das einen sofort “erwischt”, einen sofort mitreißt und in eine andere Welt versetzt. Ich versuche immer wieder, so was beim Schreiben zu erreichen, aber so schnell, so tief wie diese Musiker einen zum Träumen bringen, schaffe ich das nicht!

Literatur Blog: Sie sind seit vielen Jahren als Regisseur und Drehbuchautor für Theater und Fernsehen tätig. Was hat sie dazu veranlasst ein Jugendbuch zu schreiben, noch dazu eines mit einer weiblichen Heldin?

Jürgen von Bülow: Eine Person zu beschreiben, die “auf dem Sprung” vom Kind zur einer Frau ist, finde ich ungeheuer spannend. Ich als Erwachsener habe so eine Menge Möglichkeiten, Jugendlichen etwas über das zu erzählen, was sie aus meiner Sicht als Erwachsener erwartet. Außerdem denke ich, dass Frauen deutlicher ihre Gefühle zeigen, als Männer - was aber nicht heißt, dass Männer oder Jungs nicht weniger Gefühl haben! Doch eine weibliche Hauptdarstellerin kann die Art, wie ich die Leser gern mitreiße, einfach besser darstellen. Und ich versuche immer mit meiner Nika die Leser mitzureißen, an ihren guten und an ihren schlechten Tagen.

Literatur Blog: Im zweiten Band nimmt Nika an einer Castingshow teil. Diese Castingsshows, egal ob “Deutschland sucht den Superstar”, “Popstars” oder was auch immer stehen bei einem Großteil der Jugendlichen hoch im Kurs. Wie stehen Sie persönlich zu solchen Sendungen?

Jürgen von Bülow: Dies zu beantworten ist schwierig! Natürlich finde ich vieles, was in diesen Shows zu den Kandidaten oder Kandidatinnen gesagt oder mit ihnen gemacht wird, ungeheuerlich. Da werden Leute bewusst fertig gemacht, vorgeführt und für alle Zeiten blamiert, nur der Quote oder einer Schlagzeile wegen. Andererseits, und jetzt kommt’s, andererseits höre ich von vielen Freunden, auch in Literatur- oder Theaterkreisen, dass sie so eine Show “nie” sehen, aber doch immer mal reinzappen und am Ende kennen sie die Sendungen doch ziemlich gut. Das macht diese Shows nicht besser, doch diese Sendungen scheinen irgendetwas zu haben, was jeden interessiert. Ich jedenfalls freue mich, wenn ein Kandidat oder eine Kandidatin wirklich gut ist und ich sie bewundern kann. Für einige Wenige wurde der Weg ins Musikgeschäft dadurch erst möglich. Viele andere werden lange brauchen, ihr Scheitern zu verkraften. Am schlimmsten aber sind diejenigen, die sich maßlos überschätzen: Dann schaut man leider (gern) zu, wenn derjenige für seine Überheblichkeit aus der Show fliegt. Eines jedenfalls erlebt doch jeder tagtäglich: Jeder von uns wird bewertet und benotet für das, was er tut. Immer und überall und darauf will ich die Leser mit meiner CastingShow-Geschichte ein bisschen vorbereiten.

Literatur Blog: Sie sprechen diese problematischen Seiten ja an verschiedenen Stellen des Buches durchaus auch an. Letztlich siegt aber Nikas Wunsch ihren Weg weiterzugehen. Fürchten Sie nicht, dass Kritiker Ihnen vorwerfen, ihr Buch heize das Casting-Fieber unter Teenies eher an, als dass es den kritischen Umgang mit solchen Sendungen fördere?

Jürgen von Bülow: Das Thema DSDS ist wirklich heikel: Darf man über DSDS schreiben, soll man es noch besonders publik machen? Aber die Sendung ist ungeheuer bekannt und irgendwer wird darüber schreiben. Wenn ich es mache, versuche ich immerhin, nicht nur über Klamotten und billigen Zickenalarm zu schreiben. Sollte ich mit dem Buch erreichen, dass Jugendliche noch sorgloser bei einer solchen Show mitmachen, dann wäre das wirklich schlimm und ich hätte genau das Gegenteil von dem erreicht, was mir wichtig ist! Ich höre öfter, ich hätte witzige, spannende, leicht zu lesende Bücher geschrieben, doch mehr sei es nicht. Das trifft mich, wenn ich ehrlich bin. Ich versuche meine jugendlichen Leser auf unterhaltsame Art und Weise auf die Medienwelt vorzubereiten. In meiner Geschichte ist zwar alles drin, was im Fernsehen eine wichtige Rolle spielt: das richtige Aussehen, wie wirke ich vor der Kamera, wie erreiche ich es, dass man von mir spricht. Doch jedesmal wenn meine Nika sich “fernsehgerecht” verhält, hat sie die Konsequenzen zu tragen - Nika geht ja sogar soweit, dass sie in aller Öffentlichkeit ihre beste Freundin blamiert. Zu zeigen, wie “gefährlich” es ist, eine berühmte Person werden zu wollen, kann helfen, über diesen Traum, ein Star zu sein, noch mal genau nach zu denken.
Doch gegen Nikas Begabung kann ich kleiner Autor selbst nichts machen: Sie wird, im Verlauf der Reihe, in die verschiedenen Medien-Bereiche geraten. Bin gespannt, was ihr alles passiert!

Literatur Blog: Der Kosmos Verlag kündigt schon den dritten Band der Serie an? Können Sie uns schon sagen, wann es soweit sein wird und welchen Titel er tragen wird?

Jürgen von Bülow: Band 3 über Nikas Leben als Mitglied einer Girlband soll an Ostern 2009 erscheinen. Nika wird den Traum, ein berühmter Popstar zu sein, von allen Seiten kennenlernen - das versuche ich jedenfalls. Einen Titel hat der Band noch nicht, Titel und Cover eines Buches ist meist Verlagssache. Die kennen sich da am besten aus und mir gefällt sehr, wie die Reihe bisher gestaltet ist.

Literatur Blog: Sind noch weitere Bände geplant?

Jürgen von Bülow: Ja, ich würde gern immer weiter schreiben, es soll eine ganze Reihe werden. Dazu muss aber das Interesse an den Bänden da sein. Jedenfalls hat Nika eine Menge Energie, ich muss einfach nur mit ihr mithalten.

Literatur Blog: Ist Ihnen eigentlich beim Schreiben von Anfang an die vollständige Handlung klar oder entwickelt sich diese im Verlauf des Schreibprozesses manchmal auf unvorhergesehene Weise weiter?

Jürgen von Bülow: Bei mir ist es beides: Vorab entwickle ich, wie ein Drehbuchautor, die ganze Geschichte, die Szenen, die Umschwünge, die Haupt- und Nebengeschichten, die Orte, so genau wie möglich. Doch erst beim Schreiben bekommt manchmal eine Figur noch mehr an Tiefe, weil ich mich “an Ort und Stelle” in die Figur hineinversetze und die dann plötzlich etwas macht, das mich selbst überrascht. Ein persönlicher Tip von mir ist das Buch übers Drehbuchschreiben von Robert McKee: “Story”. Ist zwar für Filmleute, aber ich finde es, im Vergleich zu vielen andern Büchern, grandios.

Literatur Blog: Bleibt die Nika-Reihe voraussichtlich Ihr einziges Buchprojekt oder haben Sie noch weitere Ideen in der Schublade liegen?

Jürgen von Bülow: Erstmal bin ich froh, diese Reihe für den KOSMOS Verlag schreiben zu dürfen - und sie hat ja erst angefangen. Klar, ich hab was in der Schublade, aber das sind zwei Theaterstücke. Also nein, ich habe nichts in der Schublade, aber wer weiß, vielleicht eines Tages …

Interview: S. Benedict-Rux

Foto: Margarita Riegel

Ich bin´s Nika! Wie alles anfängt … (Jürgen von Bülow)

19. September 2008, 16:11:08


Nika ist fünfzehn Jahre alt und eigentlich ein ganz normales Mädchen. Singen ist ihr Hobby und sie nimmt seit einigen Jahren Gesangsunterricht. Nach ihrem Auftritt in einem Schulmusical hatte sie sich eigentlich geschworen nie wieder öffentlich zu singen, aber dann kommt alles anders…

Ihr Patenonkel ist nämlich Drehbuchautor für eine Kinderserie und hat einen Song für die Sendung geschrieben. Nun sucht er zwei Jugendliche, die das Lied singen und hat dabei unter anderem an Nika gedacht. Und an Luka, 17, strahlend grüne Augen. Nika ist hin- und hergerissen. Einerseits findet sie diesen Luka total blöd, aber andererseits bringt er ihr Herz heftig zum klopfen. Bei den Proben kommen die beiden Jugendlichen sich allmählich näher.

Schnell lernt Nika auch die ersten Schattenseiten des Erfolgs kennen. Während die Beziehung zu ihren besten Freundinnen beinträchtigt wird, wird sie auf einmal auf dem Schulhof bestürmt, hat plötzlich Fans die ihre Freundschaft suchen. Bald bekommt sie auch die Rücksichtslosigkeit der Branche zu spüren. Luka wird ausgebootet und der Song ihres Patenonkels verändert, um eine größere Zielgruppe zu erreichen. Doch das ist nur der Anfang. Man versucht Nika ein verkaufsförderndes Image zu verpassen. Am Ende soll sie sogar einen Skandal provozieren, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Nika muss sich entscheiden: Will sie sich bis zur Unkenntlichkeit verbiegen um Erfolg zu haben oder lieber die bleiben, die sie ist?

Thematisch steht natürlich Nikas Wunsch Sängerin zu werden im Zentrum des Buches: Ihr erster Besuch im Tonstudio, ihre Hoffnungen, Wünsche und die Auswirkungen der Ereignisse auf ihr Verhältnis zu ihrem Umfeld. Nika befindet sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Gerade durch ihren Schritt in die Öffentlichkeit treten die Problemfelder dieses Lebensabschnitts deutlicher hervor. Sie wünscht sich Anerkennung, möchte beliebt sein, andereseits aber ihre Ideale und ihre Freundschaften nicht verraten. Immer wieder muss sie abwägen und Kompromisse schließen. Detailreich und lebendig wird auch die Arbeit hinter den Kulissen geschildert, so zum Beispiel die Vorbereitungen zum Live-Auftritt in der Kindersendung. Jürgen von Bülow kommt hier offenbar seine jahrelange Erfahrung als Drehbuchautor zugute.

Großen Raum nimmt auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden Jugendlichen ein. Nikas Gefühle fahren Achterbahn und die Leser dürfen dies hautnah miterleben. Denn es ist Nika selbst, die ihre Geschichte erzählt und so sehen wir alles durch ihre “Brille”. Auf Erwachsene mag sie deshalb mitunter etwas sprunghaft und launisch wirken, aber viele junge Leserinnen dürften sich in ihren Freuden, Ängsten und Sehnsüchten wiederfinden.

Der Jugendroman ist frisch und spritzig erzählt. Auch wenn die eine oder andere Entwicklung vorhersehbar ist, ist das Buch spannend zu lesen, denn es lädt seine Leser dazu ein mit “ihrer Nika” mitzufiebern.

Jürgen von Bülow: Ich bin´s Nika. Wie alles anfängt…, Kosmos Verlag 2008 , ab12

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Für kommende Woche können wir Ihnen ein Interview mit Jürgen von Bülow und die Rezension des zweiten Bandes ankündigen.

Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2008

17. September 2008, 11:11:56

Die Jury für den Deutschen Buchpreis hat heute die Shortlist für dieses Jahr bekannt gegeben. Aus den zwanzig Buchtiteln der Longlist haben es die folgenden in die engere Auswahl geschafft:

Die Bekanntgabe des Preisträgers wird am 13. Oktober im Rahmen der Auftaktveranstaltung  der Frankfurter Buchmesse stattfinden.

Pressemeldung

aspekte-Literaturpreis - die Finalisten

16. September 2008, 18:51:37

Heute wurden die vier Finalisten für den “aspekte-Literaturpreis” 2008 bekannt gegeben. Die Jury wird aus folgenden vier Titeln den Preisträger ernennen:

Der mit 7500 Euro dotierte aspekte-Literaturpreis zeichnet das beste literarische Debüt eines Jahres aus. Er wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse am 16. Oktober 2008 an den Sieger übergeben. Die “aspekte-extra” Sendung zur Buchmesse  wird am selben Tag von der Verleihung berichten.

Quelle

Wie durch ein dunkles Glas (Donna Leon)

12. September 2008, 12:30:36


Comissario Brunettis fünfzehnter Fall ist vergangenes Jahr als Hardcover erschienen und soll in Kürze als Taschenbuch auf den Markt kommen.

Ein Freund von Inspektor Vianello ist bei einer Demonstration festgenommen worden. Vianello bittet  Comissario Brunetti darum sich zu erkundigen, was vorgefallen ist und was dem Umweltschützer Marco Ribetti vorgeworfen wird. Als der Comissario und Vianello deswegen nach Mestre fahren, machen sie dort Bekanntschaft mit Ribettis cholerischen Schwiegervater Giovanni De Cal, der eine Glasmanufaktur auf Murano hat. Angesichts seines Schwiegersohnes bricht er in wüste Beschimpfungen aus…

Kurze Zeit später bittet De Cals Tochter Brunetti um Hilfe. Ihr Vater soll laut Aussage einiger Arbeiter Morddrohungen gegen seinen Schwiegersohn ausgesprochen haben. Einer der Zeugen ist der Nachtwächter Tassini, welcher die Umweltverschmutzung durch die Industrie für die Behinderung seiner Tochter verantwortlich macht. Er behauptet Beweise dafür zu haben. Anfangs ermittelt Brunetti noch auf eigene Faust, aber eines morgens liegt der Nachtwächter tot vor einem glühenden Ofen. War es ein Unfall? Ist der Nachtwächter Opfer eines Familienstreits oder hatte er wirklich Beweise? Die Hitze hat kaum verwertbare Spuren übrig gelassen und so hat der Comissario wenig in der Hand. Im Besitz des Toten befand sich allerdings ein mit ungewöhnlichen Randbemerkungen versehenen Exemplar von Dantes Inferno und ein paar Blätter mit rätselhaften Notizen…

In Donna Leons Krimiserie war in der Vergangenheit schon häufiger eine Verschiebung der Handlung, weg von der eigentlichen Krimihandlung und hin zu den Charakteren der Serie, zu beobachten. Dies muss durchaus nicht negativ sein, hat die Autorin doch eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher und liebenswerter Figuren rund um den venezianischen Comissario entwickelt. Und so ist in diesem Band die Hälfte des Buches mit Bootsfahrten, Plaudereien, gutem Essen etc. vergangen, bevor es einen Toten und damit einen Kriminalfall gibt. Aber in diesem Brunetti-Roman will auch an dieser Stelle der Funke oft nicht so recht überspringen. Die Figuren wirken eher wie Schatten ihrer selbst, zu oft vermisst man das, was ihr Wesen und ihr Verhältnis zueinander ausmacht. Nicht zuletzt auch dadurch ist Wie durch ein dunkles Glas einer der schwächeren Brunetti-Krimis.

Donna Leon: Wie durch ein dunkles Glas. Comissario Brunettis fünfzehnter Fall. Roman, Aus dem Amerikanischen von Christa E. Seibicke, Diogenes 2007

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Bilderbuch für kleine Ritter

12. September 2008, 09:01:04


Bücher zum Thema Ritter und Burgen sind bei Kindern nach wie vor beliebt. Auf der Ritterburg ist ein optisch sehr ansprechendes Buch für kleine Leser ab 4 Jahren. Große, aufklappbare Panoramaseiten mit detailreichen Illustrationen wechseln sich mit informativen Texten ab. Der Bogen geht dabei vom Leben und Arbeiten auf der Burg bis hin zu  ihrer Verteidung und den Turnieren, die die Ritter veranstalteten. Was sind “Mörderlöcher”? Welche Aufgaben hatte der Burgvogt? Warum war es sinnvoll, dass die Treppe im Wohnturm im Uhrzeigersinn nach oben führte? Auf diese und andere Fragen bietet das Kinderbuch Antworten. Darüber hinaus gibt es in den Illustrationen viel zu entdecken.

Nicholas Harris (Text) / Brian Lee (Illustrationen): Auf der Ritterburg, Coppenrath 2008

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Neuübersetzung: Essays von Joan Didion

5. September 2008, 12:56:55


In den USA ist Joan Didion als kritische Beobachterin von Politik und Gesellschaft bekannt und wird von den Intellektuellen geschätzt. Ihr “Trauerbuch” Das Jahr magischen Denkens, für das sie 2005 den National Book Award erhielt, kam zwar auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten - darüber hinaus ist ihr Werk hierzulande aber wenig bekannt.  Im April ist im Claasen Verlag eine Neuübersetzung von Essays erschienen, die die Journalistin und Autorin zwischen 1961 und 1978 geschrieben hat.

Joan Didion schreibt in ihren Essays zum Beispiel über die Blumenkinder in San Francisco oder über Joan Baez und die Schwierigkeiten die diese mit den Anwohnern ihres Instituts für Studien zu Gewaltfreiheit hat. Sie berichtet über einen Besuch auf der verlassenen Gefängnisinsel Alcatraz und denkt über die Moral oder die Funktion eines Notizbuches nach.

 ”Was Didion im Visier hat, sind unsere sprachlichen Rettungsversuche, sind die Illusionen, die hohlen Idealisierungen, die Lügen, die verlogene Moral, die bürokratischen und medialen Verenkungen, die politischen und sozialen Euphemismen, mit denen wir uns einreden, unser Leben folge einem höheren Plan, strebe auf Ruhm und Glück zu, unterliege einer Gesetzmäßigkeit, ergäbe Sinn.”

Dies schreibt Antje Rávic Strubel, die die Essays in diesem Band übersetzt und neu zusammengestellt hat, in ihrem Vorwort.  Vordergründig schreibt Didion über John Wayne, Hollywood, Howard Hughes und anderes mehr. Darunter spiegelt sie den alten amerikanischen Traum und entzaubert amerikanische Mythen. Sie zeigt ihre Brüchigkeit und  ihre Funktion, die darin besteht die Menschen angesichts der Vergeblichkeit am `leben´ zu erhalten. Dabei gibt sie nicht vor objektiv zu sein, sondern führt ihre Schilderungen als persönliche Wahrnehmung vor.

Fazit: Dieser Essayband ist für Leser die eine kritisch-intellektuelle Auseinandersetzung suchen sehr zu empfehlen. Hintergrundwissen über die amerikanische Gesellschaft und Kultur sind vielleicht für die Lektüre nicht zwingend erforderlich, erhöhen aber das Verständnis und den Lesegenuß.

Joan Didion: Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben. Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Antje Rávic Strubel, Claasen Verlag 2008

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Peter Handke verzichtet auf Buchpreis-Nominierung

5. September 2008, 09:02:22

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke hat auf die Nominierung für den  Deutschen Buchpreis verzichtet. Die Jury hatte  Die morawische Nacht zusammen mit 19 anderen Romanen auf die Longlist  für den `besten deutschsprachigen Roman´ gesetzt. Nach eigener Aussage möchte Handke insbesondere den jüngeren Nominierten den Vortritt lassen.

Quelle: Meldung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels