Archiv der Kategorie "Romane"
Die Straße – Dystopie in düstergrau
von Wilko Steffens Ein namenloser Mann und sein Sohn irren durch eine postapokalyptische Welt, eine Ruine der zerstörten Zivilisation, in der es nur noch eines gibt: Asche. Ein Ziel haben sie nicht. Gleich Angehörigen eines Pariavolkes ist ihre Heimat das unentwegte Wandern (hier: in Richtung Süden), dessen Movens lediglich dem elementarsten Bedürfnis des menschlichen Daseins [...]
Roman: Pilgerreise zurück ins Leben
Rentner Harold Fry erhält eines Tages mitten im April einen Brief von seiner ehemaligen Kollegin Queenie Hennessy. Diese liegt mit Krebs im Endstadium in einem Hospiz in Berwick upon Tweed und möchte sich mit diesen Zeilen von Harold verabschieden. Die Nachricht reißt Harold aus der sprachlosen Routine seiner Ehe mit Maureen. Zwanzig Jahre zuvor hat [...]
Ein Buch wider die „Kopfgrenzen“
Seinen Roman Grenzvagabund hat der mehrfach mit dem deutsch-französischen Journalistenpreis ausgezeichnete Martin Graff , wie er sagt, „Stereo“ geschrieben – zunächst auf Deutsch und dann nochmal auf Französisch. Das Buch erschien 2010 unter dem Titel Le Vagabond des frontières bei der Édition Place Stanislas in Nancy und wurde mit dem Premier Prix de Littérature vom [...]
Fünf Freundinnen auf Pilgerreise
Es begann mit einem gemeinsamen Absacker nach dem Französischkurs. Nun kennen sie sich schon seit fünfzehn Jahren und treffen sich jeden ersten Dienstag im Monat bei ihrem Franzosen im „Le Jardin“: Fünf Frauen im Alter ab Mitte Dreißig, die kaum unterschiedlicher sein könnten und die, wenn sie sich erst heute kennen lernen würden wohl kaum [...]
Familiendrama mit Licht am Ende des Tunnels
Es ist schon spät am Abend, als die Spezialistin für Psychotraumatologie und alleinerziehende Mutter zweier pubertierender Töchter Eliane Hess ins Krankenhaus gerufen wird. Dort „wartet“ ihr neuer Patient auf Sie: Yves, 8 Jahre alt und voraussichtlich einziger Überlebender eines Autounfalls. Was als fröhlicher Familienausflug zur Betrachtung der totalen Sonnenfinsternis am 11. August 1999 geplant war, [...]
Wie viel Leid kann ein Kind ertragen ?
von Daniela Mehlhorn „Scheiße fliegt durch die Luft, streift die Äste einer Linde, trifft das Dach eines vorbeifahrenden Busses, landet auf dem Strohhut einer jungen Frau, klatscht auf den Bürgersteig.“ Mit genau diesen Worten , die wahrscheinlich so manchen Leser von vornherein abschrecken werden, leitet Angelika Klüssendorf die Geschichte des jungen Mädchens ein. Sie lässt [...]
Mein Haus, meine Seele
„Wenn Wände sprechen könnten…“ von Lisa Köder In Tatiana de Rosnays aktuellem Briefroman „Das Haus der Madame Rose“ taucht der Leser in die Welt einer alten Dame ein, die in dem vom Wandel gezeichneten Paris um den Erhalt ihres Hauses kämpft. Paris 1868: Die Stadt wird unter Kaiser Napoleon III. und seinem Präfekten, Baron Haussmann, [...]