`Sexy´ - ein einfühlsamer Jugendroman zu einem schwierigen Thema

28. Juli 2008, 12:23:44


Darren Flynn ist 16 und an der Highschool. Als Schüler ist er eher mittelmäßig, aber sein Schwimmtrainer findet, dass er Potential hat. Darrens Vater hofft darauf, dass Darren ihm mehr Freude machen wird als sein großer Bruder und der Jugendliche will ihn nicht enttäuschen. Bei seinen Mitschülern ist er beliebt: Darren ist ein Kumpeltyp und die Mädchen finden ihn mit seiner durchtrainierten Figur sexy. Dass ihn so viele  - Mädchen wie Männer - attraktiv finden, verunsichert den ohnehin wenig selbstbewussten Jungen zusätzlich.

Als ein Mitschüler aus dem Schwimmteam wegen schlechter Noten des Englischlehrers Mr. Tracy für den Rest der Saison gesperrt ist, sinnen die Freunde Darrens auf Rache. Anonym und zu Unrecht beschuldigen sie den mutmaßlich homosexuellen Lehrer des sexuellen Missbrauchs von Jungen. Darren beteiligt sich zwar nicht an dem Rachefeldzug der Jugendlichen, aber aus Angst mit Homosexualität in Verbindung gebracht zu werden oder als Petzte zu gelten, unternimmt er auch nichts um die Intrige zu verhindern oder aufzuklären. Auch dann nicht, als der Lehrer ihn um eine entlastende Aussage bei der Polizei bittet. Schnell gerät die Angelegenheit außer Kontrolle und vernichtet das Leben des Pädagogen. Darren macht sich Vorwürfe. Hätte er Mr. Tracy helfen können, vielleicht gar müssen ? Aber darf man seine Freunde verraten?

Einfühlsam und psychologisch überzeugend schildert Oates die Gefühle und Gewissensnöte des Heranwachsenden, der noch auf der Suche nach sich selbst ist und es allen recht machen möchte. Gern würde er den verschiedenen Erwartungen gerecht werden, um die Anerkennung seines Vaters, seiner Mitschüler und seiner Freundin Molly zu erhalten. Da dies aber nicht geht, versucht er sich aus allem herauszuhalten. Zu spät merkt er, dass er mit seinem Versuch nicht Stellung zu beziehen, indirekt doch eine Position stärkt…

Das Jugendbuch ist in kurzen Kapiteln und verständlicher Sprache geschrieben. Damit bleibt es trotz des komplexen Themas, welches die Autorin auch nicht künstlich vereinfacht, gut zu lesen. Mit seinen Sorgen und Nöten bietet Darren ein hohes Identifikationspotential für junge Menschen in der Pubertät. Damit ist der Jugendroman ein geeignetes Buch für jugendliche Leser, die sich beim Lesen gerne mit wichtigen Fragen auseinandersetzen und nicht nur unterhalten werden möchten. Sexy regt zum nachdenken und diskutieren über Zivilcourage, Loyalität, Toleranz, erwachende Sexualität, Scham und dergleichen mehr an. Damit würde es sich beispielsweise auch als Literatur für den Deutschunterrricht anbieten.

Joyce Carol Oates: Sexy. Roman. Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. dtv, Reihe Hanser 2008, ab 13

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Kirsten Boie erhält einen weiteren Preis für ihr Gesamtwerk

24. Juli 2008, 10:56:34

Sie ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Ihre Bücher finden immer wieder den Weg in die Bestenlisten, zum Beispiel in die von DeutschlandRadio und Focus (”Die besten 7 Bücher für junge Leser”)  oder in die Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis. Mehrfach war Kirsten Boie für den Internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis nominiert. 2007 wurde die Autorin für ihr Gesamtwerk mit einem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet, nun erhält sie den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V.  Damit soll ein weiteres Mal das Lebenswerk der Autorin ausgezeichnet werden, welches auf einer “stets kritischen und reflexiven Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen und literarischen Problemen beruht” und “gleichbleibend von hohem literarästhetischen Anspruch” geprägt ist. Der von der Bayrischen Sparkassenstiftung gestiftete Große Preis in Höhe von EUR 3.000 wird Kirsten Boie am 14. November 2008 in Volkach verliehen.

Link: Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V. 

Wolfgang Kaes: Das Feuermal

21. Juli 2008, 12:49:22


Das Feuermal ist der vierte Roman in der Josef-Morian-Reihe. Kriminalhauptkomissar Morian fliegt zu Beginn des Thrillers in den wohlverdienten Urlaub und so ist seine Kollegin Antonia Dix zunächst auf sich alleine gestellt, als sich zwei äußerst auffällige Morde ereignen.

Die Handlung setzt mit einem klassischen Mord ein: Klaus-Hinrich Pelzer, ein Journalist der seine beste Zeit schon lange hinter sich hat, wird von seinem Auftraggeber bei der Übergabe des Recherche-Materials erschossen. Schnell wird klar: Der Täter, ein Mann mit einem auffälligen Feuermal, ist hochintelligent und eiskalt. Bald geschieht ein weiterer Mord. Ein dem Tod geweihter Patient wird in einem Krankenhaus mit Schlangengift ermordet. Wer hat ein Interesse daran, den Mann, der ohnehin noch höchstens zwei Wochen zu Leben hatte zu töten? Und wer bezahlt eigentlich die Rechnung für die Privatpatientenbehandlung, die das Opfer, ein einfacher Knecht, erhalten hat?

Zur gleichen Zeit erhält Max Maifeldt, Privatdetektiv und enger Freund von Morian, den Auftrag ein unbekanntes gestohlenes Dali-Gemälde wiederzubeschaffen und die Liste seiner Vorbesitzer zu ermitteln. Der Auftraggeber verhält sich allerdings höchst sonderbar und reizt Neugier des Detektivs damit um so mehr. Spätestens als sich herausstellt, dass der ermordete Journalist beauftragt worden war, Informationen über Maifeldt zusammenzustellen ist klar, dass der Mann mit dem Feuermal einen perfiden Plan verfolgt. Ist Max nur die Schachfigur in einem grausamen Spiel?

Neben dem Mann mit dem Feuermal steht Max Maifeldt im Zentrum dieses Thrillers, denn die Morde stehen alle im Zusammenhang mit dessen Familie. Der psychopathische Täter versucht Max als Komplizen für seine groß angelegte Rache zu mißbrauchen und er macht keinen Hehl daraus, dass er ihn bestrafen wird, wenn er nicht mitspielt…

Der Spannungbogen wird durch das ganze Buch auf hohem Niveau gehalten - der zu erwartende Showdown fällt relativ gemäßigt aus, lässt aber keine Fragen offen. Besonders erfreulich ist, dass es Kaes gelingt, auch ohne blutrünstige Bilder und übermäßige Brutalität Spannung zu erzeugen. Die Charaktere sind glaubwürdig erzählt, ihre Handlungen nachvollziehbar. Dem Autor ist es gelungen, eine Reihe sehr unterschiedlicher Sympathieträger zu schaffen, in die man sich hineinversetzen kann. Positiv fällt auch der Einbezug kultureller und historischer Hintergründe auf, sowie kleine Verbindungen zur Realität des Lesers, die die Glaubwürdigkeit des Geschehens suggerieren.

Fazit: Ein Thriller mit hohem Unterhaltungswert und sympathischem Personal!

Wolfgang Kaes: Das Feuermal. Thriller, Rowohlt Taschenbuch Verlag 2008

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Bisher in der Reihe erschienen: Todfreunde (2004), Die Kette (2005), Herbstjagd (2006), Das Feuermal (2008).

Bilderbuch-Neuerscheinung: Mein Märchen-Wimmelbuch

19. Juli 2008, 12:03:56


Bei Eltern wie Kindern beliebt sind Wimmelbücher. Gemeinsam können Groß und Klein in diesen Büchern immer wieder Neues entdecken und sich Geschichten ausdenken. Das macht nicht nur den Kindern Spaß…

Im Märchen-Wimmelbuch von Melanie Brockamp kann man das Reich der Märchen, Wichtel und Elfen erkunden. Auf 14 stabilen Pappseiten sind Motive aus zahlreichen Märchen abgebildet, reitet man durch den Zauberwald, entdeckt das Leben am Wichtelteich und wirft einen Blick ins Märchenschloss. Wer erkennt die Märchen? Wie ging die Geschichte noch? So macht das Märchen-Wimmelbuch auch Lust, mal wieder die Märchenbücher vom Regal zu nehmen und zu lesen.

Die Illustrationen sind natürlich farbenfroh sowie detailreich und manche kleine Prinzessin wird sich sicher am Schimmer der Goldprägung auf dem Cover erfreuen. Die Reise durch Märchenwelt und Elfenland ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet.

Melanie Brockamp: Mein Märchen-Wimmelbuch, Coppenrath 2008

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Neuer Literaturpreis: “Internationaler Preis der jungen Leser”

18. Juli 2008, 17:18:03

Ein neuer Literaturpreis wurde von der Stiftung Lesen mit Unterstützung der arvato AG sowie in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) und der Leipziger Buchmesse ins Leben gerufen. Er soll die Bücher auszeichnen, die die jungen Leser am meisten faszinieren.

Eine Shortlist von 15 herausragenden Buchtiteln aus aller Welt, zusammengestellt von Experten aus Schulen, Bibliotheken, dem Buchhandel und natürlich von Schülern, wird im Herbst 2008 vorgestellt. Alle Fünft- und Sechstklässler Deutschlands sind dann aufgerufen, aus dieser Auswahl ihre Buch-Favoriten zu küren. Die Preisträger sollen im Rahmen der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2009 vorgestellt werden.

Weitere Informationen unter www.stiftunglesen.de

Sommer, Sonne, Strand und Buch…

18. Juli 2008, 12:25:37

Auf der Suche nach der richtigen Lektüre für den anstehenden Urlaub? Oder ist eine Auszeit auf Balkonien geplant, ausgestattet mit einem “Ticket” für eine Reise in das Reich der Fantasie? Vielleicht soll es aber auch Lesefutter für Regentage in den Sommerferien sein? Wie dem auch sei, hier gibt es Lesetipps für verschiedene Geschmäcker und Lesealter - vielleicht ist ja das passende Buch dabei. Es lohnt immer mal wieder reinzuschauen, denn jede Woche werden neue Rezensionen im “Literatur Blog” eingestellt. Hier eine Auswahl von Büchern, die in der Redaktion bereit liegen:

Ein humorvolles Jugendbuch zum Thema Mobbing

9. Juli 2008, 13:00:39


Ismael ist vierzehn Jahre alt, geht auf´s College und leidet unter seinem Namen. Sein Vater gibt ständig die Geschichte zum besten, wie es dazu kam, dass sein Sohn nach einer der Hauptfiguren von Herman Melvilles Moby Dick heißt. Aber schlimmer ist eigentlich, dass sein Mitschüler Barry keine Gelegenheit auslässt, aus seinem Vornamen Schimpfwörter und Beleidigungen zu schaffen. Und was kann er, Ismael, schon dagegen tun? Er macht sich so unsichtbar wie es geht und versucht Barry so viel wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Eines Tages kommt ein neuer Schüler in die Klasse. Er heißt James. Wenn er spricht zieht er manchmal Grimassen und auch sonst ist sein Verhalten eher auffällig - es ist sofort klar, dass sich Barry auf diese neue Opfer stürzen wird. Ismael ist wenig begeistert, als ihm James als Sitznachbar zugewiesen wird, denn er kann sich denken, dass das Barry zu neuen Höchstleistungen anspornt. Die ungewöhnliche Mimik des Neuen ist eine Folge der Entfernung eines Gehirntumors - eine weitere ist, dass James seitdem keine Angst mehr empfindet. Schnell ist klar: James lässt sich von Barry nicht einschüchtern, im Gegenteil. Er nutzt seine Intelligenz und die Sprache um Barry die Stirn zu bieten.

Kurze Zeit später gründet James einen Debattierclub. Ausgerechnet Ismael, der panische Angst hat vor Publikum zu reden, soll Mitglied im Team werden und gegen die Clubs anderer Schulen antreten? Ismael lässt sich nur darauf ein, weil James ihm verspricht, dass er nur in der Reserve ist und er ihn niemals zwingen würde zu debattieren. Anfangs lässt der Teamgeist der Gruppe noch sehr zu wünschen übrig und auch der Erfolg im Wettstreit mit den anderen Debattierclubs ist im wesentlichen auf die Leistung von James zurückzuführen. Als er wegen unklarer Befunde nach den Ferien nicht wieder in die Schule kommt, ist die Zeit der Bewährung für Ismael und seine Mitstreiter gekommen…

Dieses Buch hat viele Qualitäten. Michael G. Bauer hat sich eine schöne Geschichte ausgedacht, die er souverän, lebendig, spannend und mit großem Sprachwitz erzählt. Ismael ist ein sympathischer Antiheld, in dessen Probleme und peinliche Erlebnisse sich der junge Leser sicher gut hineinversetzen kann. Die jugendlichen Hauptfiguren sind allesamt Jungen (Mädchen, vor allem die aus der Sicht Ismaels perfekte Kelly Faulkner, spielen natürlich schon eine Rolle), was vielleicht besonders männlichen Lesern entgegen kommt. Nicht nur Ismael, der bei allen Missgeschicken einen wichtigen Sieg über sich selbst erringt, auch einige der anderen Teammitglieder machen eine Entwicklung durch, die sie nachhaltig stärkt. Gut lesbar ist das Buch nicht nur wegen der kurzen Kapitel, sondern insbesondere auch durch den sprühenden Humor. Gerade der heitere Umgang mit so ernsten Themen wie, Mobbing, Krankheit und Tod macht das Besondere dieses sehr empfehlenswerten Jugendbuches aus!

Michael Gerard Bauer: Nennt mich nicht Ismael! Aus dem Englischen von Ute Mihr, Hanser 2008, ab etwa 12

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Deutsche Buchbranche hat 2007 einen Rekordumsatz erzielt

7. Juli 2008, 07:57:23

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels stellte vergangene Woche die Zahlen der Buchbranche für das Jahr 2007 vor. Danach erzielte die Branche mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 9,58 Milliarden Euro einen Rekordumsatz.

Der Marktanteil der Belletristik ist im vergangenen Jahr von 32,3 Prozent auf 30,4 Prozent zurückgegangen. Dagegen stieg der Anteil der Kinder- und Jugendliteratur von 13 auf rund 15 Prozent. Der Umsatz bei den Kinder- und Jugenbüchern legte um 24 Prozent zu, was insbesondere auf die Bestseller Harry Potter Band 7 und Tintentod zurückzuführen ist.

Großer Wachstumsgewinner im Bereich der Absatzkanäle war mit einem Umsatzplus von rund 21 Prozent das Internet.

Die deutsche Bildungspolitik aus der Sicht der bildungsfernen Schichten

4. Juli 2008, 17:56:59


In einer Mischung aus Sachbuch, Essay und autobiographischen Episoden meldet sich der Autor Bruno Preisendörfer (”Die letzte Zigarette: Ein Liebesroman” 2006, “Die Vergeltung” 2007) in der seit Jahren um sich selbst kreisenden Bildungsdebatte zu Wort.

Sein Anspruch ist es, die Debatte aus der Sicht der Bildungsfernen zu beleuchten, da diese bislang nicht zu Wort kommen und zumeist auch gar nicht in der Lage seien sich auszudrücken. Preisendörfer versteht sich dabei selber als “Bif”, da er seine Bildungskarriere als katholisches Arbeiterkind vom Land begonnen hat und den einen oder anderen Umweg nehmen musste.

Die Fakten sind sattsam bekannt und finden regelmäßig den Weg in die Zeitungen: Die Selektion findet im deutschen Bildungswesen viel zu früh statt und benachteiligt die Kinder, die nicht das Glück haben in einem bildungsfördernden Umfeld geboren worden zu sein. Nur wenn es das ökonomische Interesse erfordert, werden sie als Begabungreserve wiederentdeckt. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems in die höheren Schulformen lässt erheblich zu wünschen übrig. Die mangelnde Wertschätzung der Haupt- und Realschulen schlägt sich auch deutlich in deren finanzieller Ausstattung nieder etc. Die Argumente und Studienergebnisse die Preisendörfer hier heranzieht, dürften den Lesern führender Tages- und Wochenzeitungen vielfach bekannt sein. Auch die traurige Tatsache, dass die Reproduktion der Machtverhältnisse eine der Funktionen schulischer Erziehung ist, die “Gesellschaft” gar kein echtes Interesse daran hat, den Bildungsfernen dieselben Möglichkeiten in gleichem Maße zu bieten, wird seit vielen Jahren an den Universitäten gelehrt.

Preisendörfer bereichert die Bildungsdebatte jedoch zum Beispiel da, wo er auf die Selbstblockade der Bildungsfernen eingeht oder die Entwurzelung derjenigen thematisiert, die sich durch Bildung aus ihrer Herkunftsschicht lösen, ohne jedoch wirklich eine neue Heimat in der Bildungsschicht finden zu können. Bleibt die Frage, an welchen Leserkreis der Autor sich eigentlich wendet. Hofft er, bei der Bildungselite Verständnis für die Bifs zu wecken, auf dass sie ihr Bildungsprivileg endlich aufgeben? Wohl kaum. Er dürfte auch eher Abwehr provozieren. Vielleicht will er den Bildungsneid der Bildungsfernen wecken, den er so schmerzlich vermisst. Dazu müssen diese aber erst einmal zu seinem Buch greifen…

Was bringt dieses Buch seinem Leser? Eine verständliche, mal bissig und mal witzig geschriebene Zusammenfassung der Bildungsdebatte der letzten Jahrzehnte. Dazu den einen oder anderen Blick aus einem anderen Blickwinkel und ein paar interessante Denkanstöße. Bedauerlich ist dabei, dass man der Argumentation Preisendörfers mitunter die Kränkung anmerkt, die er selber erlitten hat. Der Sachlichkeit seiner Ausführungen schadet dies bisweilen.

Bruno Preisendörfer: Das Bildungsprivileg. Warum Chancengleichheit unerwünscht ist, Eichborn 2008

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Franz Kafka (125. Geburtstag)

3. Juli 2008, 07:35:15


Franz Kafka wurde am 3.7.1883 in Prag geboren und starb am 3.6. 1924 an Kehlkopftuberkulose in einem Sanatorium in der Nähe von Wien. Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns studierte Germanistik und Jura und arbeitete vier Jahre als Angestellter einer Arbeiter-Unfall-Versicherung, bevor er wegen gesundheitlicher Probleme pensioniert wurde.

Kafka ist einer der bedeutendsten Erzähler des 20 Jahrhunderts. Populär wurde er erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Literatur ist formal wie inhaltlich einzigartig und keiner literarischen Strömung zuzuordnen - nicht umsonst wurde der Begriff `kafkaesk´ gebildet. Grundthema seines Werkes ist der aussichtlose Kampf des Einzelnen gegen übermächtige Kräfte, der Einbruch des Fremden in die Welt des Individuums. Seine Werke sind geprägt von einer eigentümlichen Atmosphäre - surreal und verstörend könnte man sie nennen. Kafka hat eine neuartige Gleichnis- und Bilderwelt geschaffen, die sich einer eindeutigen Deutung entzieht und auch heute noch eine große Faszination auf viele Leser ausübt.

Zum 125. Geburtstag Kafkas sind eine Reihe von Neuerscheinungen auf den Markt gekommen, u.a. :

Hartmut Binder: Kafkas Welt. Eine Lebenschronik in Bildern, Rowohlt 2008

Eine 687 Seiten starke Bildbiographie mit vielen bislang unveröfftlichten Fotografien zu Kafkas Leben und Werk.

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Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Erkenntnis, S. Fischer 2008.

Vor sechs Jahren erschien unter dem Titel “Kafka. Die Jahre der Entscheidungen” der vielfach gelobte erste Teil von Reiner Stachs Kafka-Biographie. Der Fortsetzungsband behandelt die Jahre ab 1916 bis zum frühen Tod Kafkas im Jahr 1924 .

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Weitere Informationen auch unter www.franzkafka.de