Berliner Literaturpreis und Gastprofessur für Ulrich Peltzer

28. März 2008, 10:41:42

Der Schriftsteller Ulrich Peltzer erhält den mit 30.000 euro dotierten Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung. Seit 2005 ist damit die Berufung auf auf die “Heiner-Müller-Gastprofesur für deutschsprachige Poetik” an der Freien Universität Berlin verbunden. Der Berliner Literaturpreis würdigt die Leistung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die mit ihrem literarischen Werk die Gegenwartsliteratur weiterentwickeln und vorantreiben. Ulrich Peltzer erhält ihn bereits das zweite Mal. Im Jahr 1996, kurz nach der Veröffentlichung seines zweiten Romans Stefan Martinez , wurde er erstmals mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Roman Teil der Lösung, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war.

Quelle: Informationsdienst der Wissenschaft

Jetzt auch als Taschenbuch: “Verbotene Welt” von Isabel Abedi

26. März 2008, 11:39:32

“Verbotene Welt” ist im Oktober 2006 als Hardcover im Loewe Verlag erschienen. Seit Januar 2008 gibt es den Kinderroman von Isabel Abedi nun auch in einer Taschenbuchausgabe.

Otis ist zwölf und lebt mit seiner Mutter Cherilyn in New York. Er ist etwas schmächtig, weshalb ihn zum Beispiel sein Klassenkamerad Duncan gerne ärgert. Außerdem leidet er unter Höhenangst, die er aber Schritt für Schritt zu überwinden sucht. “Seinen Ängsten muss man begegnen” , sagt seine Mutter immer und außerdem faszinieren ihn große Bauwerke. Irgendwann möchte Otis es schaffen, vom großen Wolkenkratzer in dem seine Mutter arbeitet auf die Brooklyn-Brücke hinunter zu schauen, ohne dass ihm dabei schwindelig wird. Als seine Mutter eine neue Stelle als Kosmetikerin in einem Schloss in Schottland annimmt, bleibt er für kurze Zeit ohne sie in Amerika zurück. In diese Zeit fällt ein Klassenausflug in die Freiheitsstatue und Duncan sperrt Otis auf der Toilette der Freiheitstatue ein. Der Lehrer vergisst ihn dort und bemerkt dies erst als die Freiheitsstatue verschwunden ist. Verschwunden?

Olivia ist auch zwölf. Aber sie lebt in Berlin-Kreuzberg. Ihre Mutter ist alkoholkrank und ihr Vater vor acht Jahren gestorben. Als ihre Unterbringung im Heim droht, flieht sie mit ihrer zahmen Taube Columbina und versteckt sich erst bei ihrem väterlichen Freund Carlos und dann im KaDeWe. Auch das Kaufhaus des Westens löst sich einfach in Luft auf - und mit ihm Olivia.

Nach und nach verschwinden immer mehr berühmte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten - die Welt steht Kopf! Ist dies das Werk von Terroristen? Oder von Außerirdischen? Otis und Olivia aber finden sich in einem merkwürdigen dunklen, großen Raum wieder, wo sich nach und nach auf riesigen Tischen immer mehr berühmte Bauwerke einfinden. Diese zaubert der Riese Reginald mit Hilfe einer Art Dschinn aus einer Öllampe her. Minima heißt der Dschinn, denn er kann die Dinge verkleinern. Doch das Wesen aus der Öllampe kann, solange es von seiner Schwester in einer anderen Öllampe getrennt ist, nur eine bestimmte Anzahl von Wünschen erfüllen bevor es zu Asche zerfällt. Die beiden Kinder wollen aber nicht für den Rest ihres Lebens in der Größe eines Erdnussflips in Reginalds Welt eingesperrt sein! Also machen sich gemeinsam daran, eine Lösung zu finden. Bald stoßen sie auf den Perser Jally, der ihnen mehr über die magischen Lampen erzählen kann.

Die Geschichte, ein Abenteuer- oder Fantasyroman mit Anklängen an orientalische Märchen, wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Da ist die “normale Realität”, in der die Menschen ihren Alltagsbeschäftigungen nachgehen und sich Gedanken um die verschwunden Menschen und Bauwerke machen. Und dann natürlich die Miniaturwelt - Reginalds Welt. Hier sind die zwei ungleichen Kinder, die sich zusammenraufen und über sich hinauswachsen.

Mit je einer weiblichen und einer männlichen Hauptfigur bietet “Verbotene Welt” Identifikationsfiguren für Mädchen wie Jungen. Angenehm ist, dass die Autorin dabei nicht in Rollenklischees verfällt. Zwar scheint der Handlungsverlauf schon recht früh klar zu sein, aber durch den Einschub unerwarterter Geschehnisse bleibt die Spannung größtenteils erhalten. Geschrieben ist das Kinderbuch in einer altersgerechten Sprache, so dass das relativ dicke Taschenbuch sicher nicht nur für Vielleser zu bewältigen ist. Ein Glossar bietet Informationen zu den verschiedenen, im Buch erwähnten Bauwerken.

Isabel Abedi: Verbotene Welt. Loewe Verlag 2008 , ab 10

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Clemens Meyer: Die Nacht, die Lichter. Stories

22. März 2008, 10:04:32

“Die Nacht, die Lichter ist vergangene Woche mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet worden. Es ist das zweite Buch des 1977 in Halle/Saale geborenen Gegenwartsautoren.

In fünfzehn Geschichten erzählt Clemens Meyer von Menschen, die im sozialen Abseits stehen oder zumindest schon bessere Zeiten erlebt haben. Sie sind meist männlich, oft ohne wirkliche Perspektive für die Zukunft, vielleicht Harz IV - Empfänger, Kleinkriminelle oder einfach nur lebensmüde, wie der Witwer in der letzten Kurzgeschichte. Er tötet seine Hühner  und seinen Hund, bevor er wohl seinem eigenen Leben ein Ende macht. Denn wer sollte die Tiere wohl versorgen?

>>Wenn Du gewinnen musst, verlierst du.<< 

Es verwundert nicht, dass nicht alle Stories gleichermaßen gefallen. Eine der schönsten ist die von Rolf, dessen Hund Piet operiert werden müsste. Dreitausend Euro würde dies Kosten, aber Rolf bekommt nur Dreihundertdreißig im Monat. Er erinnert sich an einen alten Kumpel, der früher mit Pferdewetten viel Geld gemacht hat. Die beiden versuchen ihr Glück und gewinnen, aber letztlich und auf eine unerwartete Weise wird Rolf das Geld verlieren, denn ein Happy End ist in der Welt dieser Figuren nicht vorgesehen. Sie bemühen sich, doch letztlich haben sie nicht wirklich eine Chance.

Clemens Meyer schreibt schnörkellos und psychologisiert nicht. Karg und nüchtern stellt er fest was ist - und manchmal nicht mal das. In der Technik der Andeutung und Ausparung kann man bis zu einem gewissen Punkt Ähnlichkeiten zur Erzählweise von Ralf Rothmann sehen. Mitunter sind die Lebensbedingungen und Handlungsverläufe der Geschichten in diesem Band aber sehr ähnlich und manchmal wirken die Figuren ein wenig versatzstückhaft.  Alles in allem verdienen sie dennoch die Aufmerksamkeit, die sie durch die Preisverleihung erhalten und geben Anlass, sich für die Zukunft noch mehr interessante Literatur von Clemens Meyer zu erhoffen.

Clemens Meyer: Die Nacht, die Lichter. Stories, S. Fischer Verlag 2008

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Heimische Vögel im Malbuch

20. März 2008, 19:22:56

Eine gute Möglichkeit, spielerisch etwas über einige Vögel unserer heimischen Vogelwelt zu lernen, bietet das Malbuch Heimische Vögel aus dem Coppenrath Verlag. Neun heimische Vogelarten aus verschiedenen Lebensräumen sind in diesem kleinen Buch vetreten: Singvögel, Wasservögel, Raubvögel und Vögel, die in Wald und Feld leben. Jeder Vogelart ist eine Doppelseite gewidmet, die eine farbige Vorlage, ein Ausmalbild und einige Informationen über Lebensweise und Besonderheiten enthält. In einem kleinen Quiz können die Kinder ihr neu erworbenes Wissen testen. Eine schöne Idee die bei vielen Kindern sicher gut ankommt, ist auch der Stickerbogen mit allen vorgestellten Vögeln.

In der Reihe SCHAUEN, MALEN, LERNEN gibt es nocht weitere Malbücher zu anderen Themen: Tierkinder, Bauernhoftiere und - der Traum vieler Mädchen - Pferde und Ponys.

SCHAUEN, MALEN, LERNEN: Heimische Vögel, Illustrationen von Sonia Schadwinkel, Text von Britta Drehsen, Coppenrath Verlag 2008,  ab 6

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Deutscher Jugendliteraturpreis 2008 - Nominierungen

14. März 2008, 15:10:16

Der Arbeitskreis für Jugendliteratur hat heute auf der Leipziger Buchmesse die Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008 bekanntgegeben. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und zeichnet herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur aus. Nominiert sind folgende Bücher:

Bilderbuch:

  • Christian Duda / Julia Friese: Alle seine Entlein (Bajazzo Verlag), ab 4
  • Lee Tae-Jun / Kim Dong-Seong: Wann kommt Mama? (Baobab beim NordSüd Verlag ), ab 4
  • Wolf Erlbruch: Ente, Tod und Tulpe (Antje Kunstmann Verlag), ab 4
  • Jürg Schubiger / Eva Muggenthaler: Der weiße und der schwarze Bär (Peter Hammer Verlag), ab 5
  • Jacob und Wilhelm Grimm / Susanne Janssen: Hänsel und Gretel (Hinstorff Verlag), ab 10
  • Gipi: 5 Songs, Aus dem Italienischen von Giovanni Peduto (avant-Verlag), ab 13

Kinderbuch:

  • Hermann Schulz / Tobias Krejtschi: Die schlaue Mama Sambona (Peter Hammer Verlag), ab 6
  • Zoran Drvenkar / Martin Baltscheit: Zarah. Du hast doch keine Angst, oder? (Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher), ab 7
  • Paula Fox: Ein Bild von Ivan, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit (Boje Verlag), ab 10
  • Mireille Geus: Big, Aus dem Niederländischen von Monica Barendrecht und Thomas Charpey ( Verlag Urachhaus), ab 11
  • Benny Lindelauf: Das Gegenteil von Sorgen ((Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher), ab 12
  • Cynthia Kadohata: KIRA-KIRA, Au dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn (Gerstenberg Verlag), ab 12

Jugendbuch:

  • John Green: Eine wie Alaska, Aus dem Englischen von Sophie Zeitz (Carl Hanser Verlag), ab 13
  • Kevin Brooks: Kissing the Rain, Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn (dtv), ab 13
  • Andreas Schendel: Dann tu´s doch (Nagel & Kimche), ab 13
  • Meg Rosoff: was wäre wenn, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit (Carlsen Verlag), ab 14
  • Anthony McCarten: Superhero, Aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié (Diogenes Verlag), ab 14
  • Włodzimierz Odojewski: Ein Sommer in Venedig, Aus dem Polnischen von Barbara Schaefer (SchirmerGraf Verlag), ab 16

Sachbuch:

  • David A. Carter: 1 roter Punkt, Aus dem Englischen von Uli Blume (Boje Verlag), ab 3
  • Karoline Stürmer / Doris Katharina Künster: Pole, Pckeis, Pinguine. Leben im ewigen Eis (dtv Reihe Hanser), ab 11
  • Nikolaus Nützel: Sprache oder Was den Mensch zum Menschen macht (cbj), ab 12
  • Ange Zhang: Rotes Land Gelber Fluss. Eine Geschichte aus der chinesischen Kulturrevolution, Aus dem Englischen von Friedbert Stohner (Carl Hanser Verlag), ab 13
  • Andres Veiel: Der Kick. Ein Lehrstück über Gewalt, Aus dem Französichen von Eva Plorin (DVA), ab 14
  • Bernice Eisensstein: Ich war das Kind von Holocaustüberlebende, Aus dem Englischen von Henriette Heise (Berlin Verlag), ab 16

Preis der Jugendjury:

  • Michael Gerard Bauer: Running Man, Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann (Nagel & Kimche), ab 13
  • John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit (Fischer Schatzinsel), ab 13
  • John Green: Eine wie Alaska, Aus dem Englischen von Sophie Zeitz (Carl Hanser Verlag),  ab 13
  • Marie-Aude Murail: Simpel, Aus dem Französischen von Tobias Scheffel (Fischer Schatzinsel), ab 13
  • Bjørn Sortland: Die Minute der Wahrheit. Roman über die Liebe und die Kunst, Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger (Carl Hanser Verlag), ab 13
  • Rachel Cohn / David Levithan: Nick & Norah. Soundtrack einer Nacht, Aus dem Englischen von Bernadette Ott (cbt), ab 14

Die Sieger werden am Freitag den 17. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.

Quelle: http://www.jugendliteratur.org/akj_litpreis2008/index.htm

Preis der Leipziger Buchmesse 2008

13. März 2008, 19:46:44

Bis zum 16.03.08 lockt die Leipziger Buchmesse Verlage, Autoren und Leser mit einem bunten Strauß aus Neuerscheinungen, Workshops, Lesungen und anderen Veranstaltungen auf das Messegelände. Zum Auftakt wurde gestern der mit 15.000 Euro dotierte Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen:  der niederländische Publizist Geert Mak wurde für sein Gesamtwerk geehrt.  Heute wurde der mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Dieser Buchpreis soll, so Oliver Zille, der Direktor der Leipziger Buchmesse, nicht nur die Arbeit der Verlage und des Buchhandels würdigen, sondern den Lesern auch Leseempfehlungen geben. Was also empfiehlt die siebenköpfige Jury aus Literaturredakteuren namhafter Medien?

In der Kategorie “Belletristik” fiel die Wahl auf Clemens Meyers Die Nacht, die Lichter  (S. Fischer Verlag). –> Rezension lesen

Im Bereich “Sachbuch und Essayistik” wurde Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt (Berlin Verlag) von Irina Liebmann ausgezeichnet.

Beste Übersetzung unter den Neuerscheinungen ist: Joanot Martorell: Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc in der Übersetzung von Fritz Vogelgsang (S. Fischer Verlag)

Bücherfrühling: Leipziger Buchmesse beginnt morgen

12. März 2008, 11:25:07

Vom 13.03.08 bis 16.03.08 öffnet die Leipziger Buchmesse wieder ihre Pforten für Verlage, Autoren und Leser. Schwerpunktland der diesjährigen Buchmesse ist Kroatien. 38 Autoren verschiedener Stilrichtungen sind zu Gast, um die mittelopsteuropäische Literatur vorzustellen. Einer von ihnen ist der serbisch schreibende Autor Bora Cosic, der 2002 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten hat. Angedacht ist ein längerfristiges, auf drei Jahre angelegtes Projekt, welches die kroatische Literatur und ihre Autoren auf dem deutschen Buchmarkt bekannter machen soll.

2300 Autoren aus 36 Ländern stellen Neuheiten und Trends auf dem Buchmarkt vor. Im Rahmen von “Leipzig liest” werden 1500 Autoren aus ihren Werken lesen - unter ihnen so prominente wie Martin Walser, Elke Heidenreich, Thomas Brussig, Katja Lange-Müller, Clemens Meyer, Ken Follett, Jan Philipp Reemtsma, Josef Haslinger, Andrea Maria Schenkel und Feridun Zaimoglu.

Im Programmbereich Kinder, Jugend, Bildung kann die Buchmesse Zuwächse von zehn Prozent hinsichtlich Aussteller- und Veranstaltungszahl verbuchen. Dieses Jahr ist das Kinder- und Jugendbuchprogramm verstärkt auf Leseförderung und frühkindliche Bildung ausgelegt. 350 Lesungen und Veranstaltungen für die jungen Leser sind geplant. Bekannte Kinder- und Jugendbuchautoren wie Paul Maar, Mirjam Pressler, Kai Meyer , Elisabeth Zöller, Andreas Steinhöfel und Waltraud Lewin werden erwartet. Hinzu kommen noch etwa 160 Veranstaltungen, die sich an Pädagogen richten.

Mit Spannung wird auch wieder der erste Höhepunkt der Buchmesse erwartet - gleich am ersten Messestag wird der Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch / Essayistik und Übersetzung vergeben.

Links:

www.leipziger-buchmesse.de

www.leipzig-liest.de 

Cornelia Funke: Wo das Glück wächst (Bilderbuch)

6. März 2008, 19:26:31

Marie ist sechs Jahre alt und mit ihren Eltern aus der Stadt auf´s Land gezogen. Jetzt kann sie immer draußen spielen, meint ihre Mama. Und es sind immer Kinder zum spielen da, sagt Papa. Die Nachbarskinder kommen sogar vorbei um mit ihr zu spielen, doch Marie kommt nicht raus, denn sie kennt sie ja nicht. Alles ist ihr fremd, so groß und weit und wirkt bedrohlich. Da bleibt Marie lieber in ihrem Zimmer und schaut aus sicherer Entfernung aus dem Fenster. Ein paar Tage geht das so bis ein Junge aus dem Dorf kommt, um den Glücksbaum in Maries Garten zu benutzen. Glücksbaum ?! Den möchte Marie dann aber auch sehen. Fritz zeigt ihn ihr und auch die Glücksbäume im nahen Wald, den Laden in dem man die leckeren Weingummimäuse kaufen kann und natürlich auch Hannah, Max und die anderen Kinder… denn so ein Glücksbaum hilft natürlich auch beim Freundefinden!

Wo das Glück wächst ist ein Bilderbuch über das Fremdsein und glücklich werden für Kinder ab fünf Jahren.

Cornelia Funke: Wo das Glück wächst. Illustriert von Regina Kehn, Fischer Schatzinsel 2008 

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Vorschau auf weitere Neuerscheinungen im `Literatur Blog´

5. März 2008, 12:51:11

Druckfrisch liegen sie auf dem Redaktionstisch - noch mehr Neuerscheinungen:

Wladimir Kaminer: Mein Leben im Schrebergarten

5. März 2008, 12:38:04

Erinnerungen an den Garten der Großmutter wecken Träume und Sehnsüchte. Diese bewegen das Paar Kaminer dazu, sich um einen Schrebergarten in einer Kleingartenkolonie zu bewerben, obwohl beide keine Neigung zur Gartenarbeit verspüren. Olga denkt da mehr an gesellige Grillabende in hübschen Gartenmöbeln und Wladimir Kaminer hofft einfach darauf, dass sie so schnell keinen Schrebergarten bekommen. Als sie recht bald die Parzelle 118 übernehmen können, beschließt Kaminer das Beste daraus zu machen und ein neues Buch zu schreiben: einen Schrebergartenroman.

Also beginnt er, seine Erlebnisse und Gedanken rund um den Garten an sich und als Ort, an welchem der Mensch über seinen Platz im Kreislauf der Natur nachsinnen kann, niederzuschreiben. Er schreibt über die “Blaublumen-Invasion” im Schrebergarten, über Arbeitseinsätze zur Säuberung sauberer Gartenwege, über die Bewältigung von Obstschwemmen und Beobachtungen über den deutschen Drang nach Sicherheit und Ordnung. Wie vorauszusehen, verstößt Familie Kaminer innerhalb kürzester gegen eine Vielzahl von Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes und anderer Gartenordnungen. Darüber schreibt Wladimir genauso amüsant, wie über die Verstöße der Tierwelt gegen das Bürgerliche Gesetzbuch:

“Es war aber auch zu dumm vom Bürgerlichen Gesetzbuch, an Lebewesen zu appellieren, die von Natur aus Analphabeten waren, wie Bienen zum Beispiel.”

Heraus kommt zwar kein Roman, aber ein Buch welches im ersten Teil vor Witz sprüht, im zweiten Teil aber leider etwas nachlässt. Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass der Autor sich zeitweise etwas weit von seinem ursprünglichen Sujet entfernt und sich der Sinn des dann Erzählten sich nicht immer erschließt. Mein Leben im Schrebergarten ist über weite Strecken durchaus lesenswert, aber mit Sicherheit nicht das stärkste Buch dieses Schriftstellers.

Wladimir Kaminer: Mein Leben im Schrebergarten. Mit Zeichnungen von Vitali Konstantinov, Manhattan 2007

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