Rezensionen neuer Bücher im Literatur Blog

28. Februar 2008, 14:32:12

Rezensionen folgender Neuerscheinungen sind für die nächste Zeit geplant:

Chris d´Lacey: Eisflamme

25. Februar 2008, 19:20:41

David Rain wohnt auch nach den in Feuerträne überstandenen Abenteuern noch bei den Pennykettles. So nett er Mutter und Tochter findet, aber Lucy liegt ihm ständig damit in den Ohren, dass er ihr eine neue Geschichte schreiben soll. Außerdem geht ihm das Getue um die Tondrachen allmählich auf die Nerven. Es ist ihm fast  schon peinlich, dass er sich vor kurzem vorstellen konnte, dass sie in gewisser Hinsicht lebendig seien. 

Gerade hat Lucy einen Wunschdrachen geformt und sich Schnee gewünscht, als es kurz darauf überrraschend zu schneien anfängt. Zufall, denkt David, das beweist rein gar nichts. Als er ins College kommt und von dem Gastdozenten Dr. Bergstrom den Auftrag bekommt, in einem Aufsatz der Frage nachzugehen, ob es Drachen gibt oder nicht, fühlt er sich auf den Arm genommen. Doch der Polarfoscher scheint es ernst zu meinen und als Preis winkt die Teilname an einer Forschungsreise in die Arktis. Aber irgendwas ist sehr merkwürdig an diesem Mann.

“Geschichten haben eine einzigartige Macht, David.”

Und nicht nur diese - auch von Bergstrom selber scheint eine unerklärliche Kraft auszugehen. Schon direkt nach der Rückkehr vom Seminar bemerkt David eine rätselhafte Häufung merkwürdiger Geschehnisse: Kater Bonington scheint sich vor  einem Schneeman in Form eines Eisbären zu fürchten und Liz Pennykettle reagiert erschrocken und durcheinander auf das, was ihr David erzählt. Dann meldet sich Zanna, ein Gothic-Fan aus Davids Geologiekurs. Sie scheint einiges zu wissen, was David weiterhelfen könnte und besteht darauf, ihm ein Buch über Drachen vorbei zu bringen. David ist nicht wohl dabei, aber vielleicht kann sie ihm dabei helfen herauszufinden, welche Verbindung zwischen Drachen und Bären besteht? Zanna überredet David ihr die `Drachenhöhle´ der Pennykettles zu zeigen und dort kommt es zu folgenschweren Geschehnissen…

Eisflamme ist wie schon der erste Band gut zu lesen. Chris d´Lacey hat seiner Fantasy-Welt ein paar neue und interessante Aspekte hinzugefügt. Erfreulicherweise versteht es der Autor auch witzige Dialoge zu schreiben. Eisflamme ist noch spannender als Feuerträne, was nicht zuletzt daran liegt, dass einige der neuen Charaktere lange Zeit nicht eindeutig einzuordnen sind. Dies ist selbst in den letzten Sätzen des Buches noch für eine Überraschung gut und facht die Neugier auf den dritten und letzten Band nochmal ordentlich an!

Chris d´Lacey: Eisflamme. Aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis. Mit Illustrationen von Nora Nowatzyk. Umschlagillustration von Helmut Dohle. Coppenrath 2008, ab 10 Jahre.

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Buchhüllen mit Gedichten

21. Februar 2008, 11:32:14

Buchliebhaber die ihre Bücher häufig mitnehmen wissen, dass ihre Lieblinge unterwegs viel aushalten müssen und dabei manchmal doch etwas ramponiert werden. Außerdem ist es manchem Leser lieber, wenn nicht alle im Bahnabteil wissen, welches Buch sie gerade lesen.

Eine pfiffige Idee sind da die umlibris der IMMER DICHTER KG in Hamburg. Es sind Buchhüllen aus festem Stoff, die mit Gedichten bedruckt sind. Zur Auswahl steht Lyrik von Klassikern wie J.W. Goethe, Friedrich Schiller, Rainer Maria Rilke, Heinrich Heine etc. aber auch von`jüngeren´ Dichtern wie Mascha Kaléko und Robert Gernhardt. Die umlibris sind waschbar und in drei Größen erhältlich.

Ansehen kann man sich diese stilvollen Schutzhüllen unter anderem auf der Leipziger Buchmesse (Halle 3 / Stand F412) oder ganz einfach unter http://www.immer-dichter.de/

Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für Ralf Rothmann

19. Februar 2008, 10:34:54

Ralf Rothmann durfte sich in den letzten Jahren über eine ganze Reihe von Ehrungen und Literaturpreisen freuen. Letztes Jahr erhielt er den Erich-Reger-Preis, am 4. März wird er mit dem Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster für sein Gesamtwerk geehrt. Damit nicht genug, der Preisregen geht weiter: Ralf Rothmann erhält am 18. Mai den Literaturpreis 2008 der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er folgt damit Daniel Kehlmann (2006) und Petra Morsbach (2007) nach. Der Literaturpreis will Autoren auszeichnen, “die der Freiheit ihr Wort geben”.

Ausführliche Informationen auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Rezensionen im Literatur Blog:

Rehe am Meer. Erzählungen, Suhrkamp Verlag 2006.

Buchtipp: Geschichten von Philippe Claudel

19. Februar 2008, 09:54:28

Viele der fünfzehn Erzählungen in dem kürzlich auf deutsch erschienen Band kreisen um Kinder und ihre Sicht auf die Welt. In der ersten Geschichte verstecken sich alle Kinder weltweit in einer für Erwachsene unzugänglichen Oase, da diese ständig mit ihnen schimpfen, sie früh ins Bett schicken und dergleichen mehr. Der von seinen Eltern ungeliebte Lucas stellt in der Titelgeschichte eines Tages fest, dass er in Bücher verschwinden kann und bleibt irgendwann gleich ganz dort. Ein kleines Mädchen forscht und gibt nicht auf, bis es nach  zehn Jahren einen Impfstoff gefunden hat, der die Menschen freundlich macht…

Nachdenkliche Töne schlägt Claudel in vielen dieser Märchen und Geschichten an, vielfach allerdings zwischen den Zeilen und mit einem kleinen Augenzwinkern. Selten sind sie so deutlich wie in dem Brief, den ein Junge aus dem Bagdad der Gegenwart an seine Nachbarn in der westlichen Welt schreibt. Er gipfelt in dem Appell:

“Denk an mich so fest, wie ich an Dich denke, denn wenn wir an sie denken, halten wir die andern Menschen am Leben. Und daran können auch Kriege nichts ändern.”

Wohl mehr an Erwachsene adressiert, eignet sich das Buch gleichwohl als Familienbuch zur gemeinsamen Lektüre mit Kindern. Allenfalls die Geschichte “Der Eintopf”, ein etwas blutiger Alptraum eines Jungen, ist für zartbesaitete Kinder möglicherweise nicht geeignet.

Fazit: In der ersten Geschichte erklärt der Erzähler -

“Denn, wisst ihr, es ist wirklich vertrackt, aber man wird vergesslich, wenn man groß ist. Man vergisst fast alles, und vor allem vergisst man, dass man selbst einmal ein Kind war.”

Philippe Claudel schenkt mit diesem Buch seinen `großen´ Lesern ein Stück ihrer Erinnerung zurück!

Philippe Claudel: Der Junge, der in den Büchern verschwand und andere Geschichten. Deutsch von Christiane Seiler. Kindler, 2008

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“Die fünf Tore” Bd. 4 erscheint erst im Frühjahr 2009

15. Februar 2008, 16:35:13

Fans des actionreichen Fantasy-Thrillers von Anthony Horowitz fiebern schon längst dem vierten Band entgegen (Rezension des dritten Bandes hier). Ursprünglich sollte dieser im Herbst 2008 erscheinen. Da der Autor mit der Verfilmung von Alex Rider stark beschäftigt ist, musste der Erscheinungstermin  auf das Frühjahr 2009 verschoben werden.

Quelle: Loewe Verlag

Eine empfehlenswerte Malschule für Kinder

15. Februar 2008, 09:32:54

“Meine große Malschule” ist ein didaktisch gut aufgebautes und leicht verständliches Kinderbuch für kleine Künstler, die das Zeichnen und Malen zu ihrem Hobby machen wollen. Ausgehend von zeichnerischen Grundformen zeigt die Autorin, verschiedene Zeichen- und Maltechniken (Buntstifte, Aquarell, Acryl), mit denen Kinder recht schnell ansprechende Bilder gestalten können. Sie spart dabei nicht an Tipps und kleinen Tricks, mit denen zum Beispiel Perspektive und Tiefe in die Bilder gezaubert werden können oder etwa wie man einen Bildausschnitt wählt. Illustrationen verdeutlichen Schritt für Schritt, wie man beispielsweise die Motive in mehreren Schichten aufbaut.

Das Buch beinhaltet auch Ausführungen zu Proportionen von Gesicht und Körper, ein kurzes Kapitel zur Kalligrafie, eines zur Materialkunde und ist damit eine ziemlich weitreichende Einführung für Kinder, die Freude am Malen haben. Es ist ansprechend mit vielen Zeichnungen und Aquarellen der Künstlerin illustriert und macht Lust darauf, gleich selber loszulegen

Christina Thrän: Meine große Malschule. Tipps, Tricks und Übungen für alle, die Freude am Malen und an Kalligrafie haben. Coppenrath 2008

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Preis der Leipziger Buchmesse: Nominierungen Belletristik

13. Februar 2008, 09:30:27

Vom 13. - 16. März 2008 öffnet die Leipziger Buchmesse wieder ihre Pforten. Gleich am ersten Messetag beginnt um 16.00 Uhr die öffentliche Preisverleihung in der Glashalle des Messegeländes. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Essayistik sowie Übersetzung vergeben. Die nominierten Neuerscheinungen der Kategorie Belletristik sind:

Weitere Informationen und die Nominierten der beiden anderen Kategorien unter http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/

Agota Kristof: Irgendwo. Nouvelles

8. Februar 2008, 16:15:19

25 kurze Novellen der in Ungarn geborenen Autorin sind in diesem Novellenband versammelt. Die Geschichten sind manchmal nah an der Realität, etwa wenn es um den Tod eines Arbeiters geht oder eine Geburtstagseinladung eines vermutlich schon länger verheirateten Ehepaares. Manche dagegen haben etwas surreales an sich. Auffällig ist die karge, lakonische Sprache, die manchmal schroff und abweisend wirkt und die mitunter sehr ungewöhnliche Perspektive. Die Novellen sind vielfach melancholisch, abgründig und hintersinnig. Leider erschließt sich nicht bei allen Novellen die Motivation des Textes und nicht jeder wird es mögen, dass die Texte bisweilen offen sind und den Leser ins Leere laufen lassen.

Die französische Originalausgabe ist 2005 unter dem Titel “C´est égal” erschienen.

Agota Kristof: Irgendwo. Nouvelles. Aus dem Französischen von Carina Enzensberg. Piper, 2007

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Historischer Jugendroman: Der Gehilfe des Mumienmachers

2. Februar 2008, 18:27:19

1270 v. Chr. Der fünfzehnjährige Ayat und seine Eltern wurden nach Ägypten verschleppt. Ayat muss zunächst in der Schule für Schreiber Hilfsarbeiten verrichten: Papyrusstängel entrinden, Näpfe auswaschen, Tinte anrühren. Obwohl er unglücklich über die Verschleppung ist, nutzt er die Gelegenheit Sprache und die Hieroglyphen der Ägypter zu lernen. Schon in Phönizien hat sich Ayat für Heilkunst interessiert und so fühlt er sich vom Kräuterraum “magisch” angezogen. Dort lernt er Hepu kennen, einen Gleichaltrigen, der in der Heilkunde Ägyptens ausgebildet wird. Nach etwa einem Jahr wird Ayat einer neuen Arbeit zugeteilt. Er soll in einem Balsamierungshaus am Fluss arbeiten. Von nun an kann er seinen Freund Hepu und auch dessen Schwester Tentperet nur noch selten sehen. In der Balsamierungswerkstatt bereiten die Ägyter die Körper ihrer Toten auf ihr neues Leben nach dem Tod vor. Ayat ist von dem Totenkult der Ägypter fasziniert und wundert sich, welchen Aufwand diese für ihre Verstorbenen treiben. Allerdings fällt ihm auch auf, dass der Priester Wah großes Interesse an den kostbaren Grabbeigaben der Reichen zeigt. Er beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und begibt sich dadurch in große Gefahr.
Dieser historische Jugendroman ist im wesentlichen ein Abenteuerroman, gewürzt mit einer Liebesgeschichte. Das Ende der Geschichte ist leider etwas früh absehbar, worunter die Spannung ein wenig leidet. Dafür hat dieses Jugendbuch jedoch einen anderen Vorzug. Rosa Nauman unterfüttert das Geschehen mit ausführlichen Schilderungen des Lebens im “alten Ägypten”. Ein besonderer Schwerpunkt bildet dabei natürlich der Totenkult mit der Einbalsamierung. Es wird jedoch auch auf das alltägliche Leben und die religiösen Hintergründe eingegangen, die den Ritualen zugrunde liegen. Junge Leser mit Interesse an alten Kulturen, werden nach der Lektüre ein detailierteres Bild der Ägypter und ihrer Denk- und Lebensweise haben. Ein Anhang mit Informationen zum geschichtlichen Hintergrund und mit Worterklärungen ergänzt das Jugendbuch.

Rosa Naumann: Der Gehilfe des Mumienmachers. Historischer Jugendroman. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2007

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