Familiendrama als Kriminalroman

29. Januar 2007, 13:54:19

Zwei ungleiche Brüder, deren Verhältnis durch Eifersucht und lang vergangene Ereignisse belastet ist, die betrogene Ehefrau des einen, die gerade feststellen musste, dass die Geliebte ihres Mannes ausgerechnet eine alte Freundin von ihr ist, sowie die Eltern der Brüder ( die Mutter mit einer Neigung zu romantischen Dichtern, der Vater ein Hypochonder) – das sind die Hauptpersonen mit denen Ingrid Noll in ihrem 2003 erschienenen Krimi “Rabenbrüder” ihre Familientragödie entwickelt. In den ersten Kapiteln des Romans ist noch vieles offen, denn so einige der Figuren hätten ein Motiv jemanden zu ermorden: Annette als betrogene Ehefrau zum Beispiel, zumal sie ein Indiz dafür entdeckt, dass ihr Mann es vielleicht darauf abgesehen hat ihr Vermögen zu erben. Dieser steht nämlich finanziell längst nicht so gut da, wie sie bislang dachte. Aber auch weitere Familienmitglieder hätten Motive und so wird das erste Todesopfer jemand ganz anderes sein…

Auch in diesem Krimi gehen Ingrid Nolls Figuren nicht sehr feinfühlig miteinander um und so kommen, teils durch Krisensituationen teils durch Kindheitserinnerungen, Hintergründe und Zusammenhänge ans Licht. Allmählich kristallisiert sich heraus, was wirklich hinter all dem steckt und wie es zu dieser verhängnisvollen Entwicklung kommen konnte.

Die Bilanz nach 24 Kapiteln: Vier Tote und einige (seelisch wie körperlich) Verletzte auf Seiten der Romanfiguren, einige Schmunzler und kurzweilige Stunden bei mir. Sicher, “Rabenbrüder” reicht an manch frühere Romane wie “Die Apothekerin” nicht wirklich heran, bietet aber amüsante Unterhaltung. Wenn man die Lektüre nicht mit allzu hohen Erwartungen beginnt, ist der Roman als Lesestoff für verregnete Sonntage, für Baggersee oder Strand durchaus geeignet.

Ingrid Noll: Rabenbrüder, Diogenes, Erstausgabe 2003

Druckfrisch: Lanze und Licht. Das Wolkenvolk 2 (Kai Meyer)

26. Januar 2007, 13:27:27

Hier nun wie angekündigt die Rezension der gerade erschienenen Fortsetzung der Wolkenvolk-Trilogie von Kai Meyer. Ende des ersten Bandes hatte sich die mittlerweile auf fünf Reisegefährten angewachsene Gemeinschaft aufgeteilt: Der Xian Li wollte mit der vom Tode bedrohten Nugua auf einem Kranich zum Drachenfriedhof fliegen, in der Hoffnung dort Hilfe für das Mädchen zu finden. Feiqing und die Schwertmeisterin Wisperwind brachen auf, um den beiden zu Fuß zu folgen. Allein Niccolo verfolgte ein anderes Ziel. Seine Aufgabe die Drachen zu suchen und Äther zu seinem Volk zu bringen hatte er Nugua und Li übertragen, denn er wollte sich auf den Weg zu Lis Bruder Tieguai machen. Er hoffte, so sagte er, dort vor Mondkind einzutreffen und sie davon abhalten zu können Tieguai zu töten. Auf der Wolkeninsel war Alessia vom Schattendeuter ihres Volkes in einer Ätherpumpe eingesperrt worden und suchte nach einem Weg sich zu befreien und ihren Vater zu warnen. Dies also ist der Ausgangspunkt für “Lanze und Licht”.

Natürlich können alle Figuren ihre Pläne nicht wie gewünscht verwirklichen, das versteht sich von selbst. Nugua und Li erreichen zwar sehr bald den Drachenfriedhof, sehen sich aber einer Situation gegenüber, die sie nicht erwartet haben und die große Opfer von ihnen verlangt. Wisperwind und Feiqing führt der Weg dann weiter, auf der Suche nach Feiqings Herkunft und Geschichte. Niccolo hat einige Lektionen zu lernen – nicht nur bei dem vom Wesen her so anderen Tieguai, sondern auch im Zusammenhang mit seiner unglücklichen Liebe zu Mondkind und seinem Verhältnis zu Nugua. Mondkinds Verhalten Niccolo gegenüber ist lange mehrdeutig und sorgt für Unsicherheit, wie man sie und ihr Handeln einschätzen sollte.

Deutlich ist im zweiten Band zu spüren, wie viele der Hauptcharaktere sich weiterentwickeln und vertrauter werden – nicht nur dem Leser, sondern auch untereinander, was sich auch in entstehenden Freundschaften niederschlägt. Viele der Figuren erscheinen dadurch verlässlicher und vorhersagbarer in ihren Entscheidungen. Zweifel und drohende Gefahren, die notwendig sind um die Spannung aufrecht zu erhalten, ergeben sich zum Teil aus neu hinzutreten beteiligten Wesen und aus vorher nicht erkennbaren Zusammenhängen, deren Folgen noch nicht absehbar sind. Auch das magische Band zwischen Mondkind und Niccolo lässt viele gefährliche Entwicklungen zu, scheint es phasenweise selbst möglich, dass Niccolo aufgrund dieser verhängnisvollen Beziehung selber zum zerstörerischen Werkzeug des Äthers werden wird, anstatt zum Retter für Wolkenvolk und Erde… Natürlich ist am Ende des zweiten Bandes noch alles offen, neue unheilvolle Verlaufsmöglichkeiten zeichnen sich ab und welche Rolle Feiqing, den Drachen oder den anderthalb verbliebenen Unsterblichen zugedacht ist, ist auch unklar.

Kai Meyer ist es auch im zweiten Band dieser Fantasy-Trilogie gelungen eine wohlproportionierte Mischung aus fesselnder Handlung, lebendig beschriebener fiktionaler Welt und Figurenzeichnung zu erschaffen. Die einzelnen Handlungsstränge sind geschickt miteinander verwoben, wobei die Geschehnisse auf der Wolkeninsel im zweiten Band vergleichsweise geringen Raum einnehmen, aber wichtige Zusammenhänge offenbaren. Bei aller spannungsreichen Handlung bleibt “Lanze und Licht jedoch nicht an der Oberfläche, was das Buch von einer ganzen Reihe an Fantasy-Titeln positiv abhebt.

Lanze und Licht” ist also ebenso lesenswert wie “Seide und Schwert” und macht Lust auf den dritten Band. Diesen hat der Autor zwar schon Mitte Januar beim Verlag eingereicht, er wird aber leider erst im Juni im Buchhandel erhältlich sein.

Kai Meyer: Lanze und Licht, Das Wolkenvolk Band 2, Loewe Verlag GmbH, 2007

Farbenfrohe Fantasy: “Seide und Schwert” von Kai Meyer

20. Januar 2007, 13:55:38

Der Fantasy-Autor Kai Meyer scheint es zu lieben, seine Geschichten mit historischer Vergangenheit oder mythischen Figuren zu verknüpfen und um diesen Kern herum fantasievoll zu fabulieren. Sein 46. Roman spielt 1760 n. Chr. in China und auf einer Wolkeninsel, die sich in den Bergen Chinas verkeilt hat. Auf dieser Wolkeninsel lebt das Wolkenvolk, Menschen italienischer Abstammung die seit Jahrhunderten auf dieser herumtreibenden Wolke unter der Herrschaft des Herzogs von Medici leben. Möglich wurde dies durch die von Leonardo da Vinci erfundene Ätherpumpe, die der großen Wolke die Festigkeit verleiht und sie in der Höhe hält. Doch eines Tages beginnt die Wolke zu sinken, der Kontakt der Ätherpumpen zur über der Wolkeninsel liegenden Ätherschicht reißt ab und die Wolke bleibt in den Bergen hängen. Wenn der Äthernachschub weiter ausbleibt, wird die Wolkeninsel vermutlich auseinanderbrechen und auf den Erdboden stürzen. Der junge Niccolo wird ausgesandt, um auf dem Erdboden nach Drachen zu suchen, denn diese atmen Äther aus und vielleicht kann es so gelingen die Ätherpumpen wieder in Gang zu setzen. Niccolo ist froh die Insel verlassen zu dürfen, denn schon lange empfindet er sie als Gefängnis. Er träumt davon auf dem Erdboden zu leben. Mit seiner hellen Haut und den runden, goldenen Augen fällt er unter den Chinesen auf, zunächst der rätselhaften Wisperwind, die ihn rettet als er mit dem Fluggerät da Vincis abstürzt. Niccolos Augenfarbe wird durch den Äther in den Wolken verursacht und genau das ist es, was die Aufmerksamkeit von Nugua erweckt. Das Mädchen wurde von den Bauern als Säugling den Drachen als Opfer dargebracht und hat 14 Jahre bei ihnen gelebt. Doch eines Morgens waren die Drachen mit ihren goldenen Augen verschwunden und seitdem ist Nugua auf der Suche nach ihnen. Die beiden Jugendlichen setzen ihre Suche gemeinsam fort. Bald gewinnen sie einen neuen Gefährten hinzu und gleich eine Reihe von Verfolgern. Als sie Zeugen eines Kampfes zwischen zwei Unsterblichen werden, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung. Von nun an sind sie in diese Auseinandersetzung, den Kampf von Seide und Schwert, verwickelt.
In der Zwischenzeit wird auch Alessia de Medici, die Tochter des Herzogs, aktiv – gegen den Willen ihres Vaters und den seiner Berater. Sie wagt auf sich eigene Faust für ein paar Schritte auf den Erdboden und versucht ihrerseits, etwas über die Ursachen des Pumpenausfalls herauszubekommen. Als plötzlich der Schattendeuter des Wolkenvolkes verschwunden ist, geht sie dem nach und macht in dessen Haus eine interessante Entdeckung, welche sie in Gefahr bringt…

Nun ja ich will natürlich nicht zuviel verraten und deshalb höre ich hier am besten auf. Es ist eine bunte, fantasiereiche Welt die Kai Meyer uns da erzählend heraufbeschwört, in der die verschiedenen Charaktere ihre Abenteuer zu bestehen haben. Langweilig ist es nie, denn der Fantasy-Roman ist reich an Handlung und hält immer wieder überraschende Entwicklungen bereit. Am Ende des ersten Bandes sind die Drachen natürlich noch nicht gefunden und die Helden müssen mittlerweile noch weitere dringende Probleme lösen, die sich aus dem bis dahin erlebten ergeben haben.

Bei aller Fantasie sind die Figuren insofern realistisch, als ihre Beweggründe und Gefühle nicht klischeehaft idealisiert, sondern differenziert und sehr plausibel dargestellt werden. Der Einblick in die Charaktere offenbart ihre Zweifel und inneren Kämpfe und erhöht damit auch die Spannung, denn es ist nicht sicher vorherzusehen wie sie sich entscheiden werden. Wer Gutes will, kann auch in guter Absicht eine falsche Entscheidung fällen und manche Figur, die auf der falschen Seite zu sein scheint, erweckt den Eindruck dies nicht freiwillig zu tun. Der vielschichtige Blick auf die Handelnden macht diesen Fantasy-Roman ebenfalls zu einer anregenden Lektüre für erwachsene Leser. Wenn auch dämonische Fabelwesen und fliegende Schwertkämpfer, große Magie und unglaubliche Phänomene ihre wichtige Rolle spielen, geht es in “Seide und Schwert” gleichermaßen um große Gefühle, wichtige Fragen des Lebens und um schwierige Entscheidungen.

Da man sich überdies leicht mit den Helden identifizieren kann, nimmt einen das Buch schnell gefangen und lässt einen mitfiebern. Viel zu schnell ist “Seide und Schwert” zu Ende gelesen. Was für ein Glück also, dass Kai Meyer nach eigener Aussage zehn Seiten am Tag an einer Geschichte weiterschreibt und der Leser nicht so lange auf die Fortsetzung warten muss. Die gute Nachricht lautet also: Der zweite Band der Wolkenvolk-Trilogie mit dem Titel “Lanze und Licht” ist vor einigen Tagen erschienen. Mein Exemplar habe ich bereits hier liegen. Da ich mich leider nicht sofort ins Vergnügen stürzen kann, mag es noch ein bisschen dauern, bis ich über “Lanze und Licht” eine Rezension einstellen werde. Wer die Buchvorstellung nicht abwarten mag – bitte sehr hier ist der Link zu “Lanze und Licht“.

Kai Meyer: Seide und Schwert, Das Wolkenvolk Band 1, Loewe Verlag GmbH, 2006

Roman über den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen

12. Januar 2007, 08:58:51

Mit seinem Roman “Der Dämon und Fräulein Prym” hat Paulo Coelho, Autor des Bestsellers “Der Alchimist”, eine Trilogie beendet. In allen drei Büchern verändert sich das Leben einer Frau jeweils innerhalb einer Spanne von sieben Tagen von Grund auf. Die ersten beiden Romane haben Liebe (“Am Ufer des Rio Pedra saß ich und weinte”) bzw. die Auseinandersetzung mit dem Tod (Veronika beschließt zu sterben”) als Grundthema. Thema des letzten Bandes ist der Kampf zwischen Gut und Böse, den der Mensch immer wieder mit sich ausfechten muss.
In einem halb ausgestorbenen Nest in den Pyrenäen taucht eines Tages ein Fremder auf. “Ein Tourist, der die schöne Gegend genießen will”, denken die Bewohner und irren sich. Denn der von einem schweren Schicksal veränderte Mann ist nicht gekommen um Urlaub zu machen, sondern um das Dorf stellvertretend für die gesamte Menschheit auf die Probe zu stellen: Wenn das Dorf innerhalb von sieben Tagen einen seiner Bewohner ermordet, soll es mit elf Goldbarren dafür entlohnt werden. Mit dem Gold könnte das Dorf vielleicht vor dem endgültigen Verfall gerettet werden und viele hätten ausgesorgt. Als Überbringerin dieses Angebots erwählt er Chantal Prym, die Servierin der einzigen Bar. Damit ist der Kampf zwischen Gut und Böse entfesselt – zunächst nur in Chantals Herz, aber nach ein paar Tagen in (fast) jedem Dorfbewohner. Er wird einen Verlauf nehmen, mit dem keiner gerechnet hat…
Der Autor lässt die Leser tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken, versäumt es aber auch nicht die Mechanismen aufzuzeigen, die zu Entscheidungen für das moralisch Gute führen. Aus welchen Gründen handeln Menschen so wie sie es tun? Heiligt der Zweck die Mittel? Ist der Mensch gut oder böse? Wofür also werden sich die Dorfbewohner entscheiden?
Coelhos Sprache ist schlicht, aber der Autor vermag damit schwierige Themen anzupacken und lebendig darzustellen. Mag sein, dass sich diese Geschichte niemals und nirgends so zutragen könnte, aber während des lesens tauchen Zweifel auf, ob dies wirklich so ist. “Der Dämon und Fräulein Prym” ist ein weiteres lebenskluges Buch von Paulo Coelho, welches einen tief bewegt und nachdenklich zurücklässt.

Paulo Coelho: Der Dämon und Fräulein Prym, Diogenes, 2001

Ein fesselndes Jugendbuch für junge Krimi-Freunde

9. Januar 2007, 13:25:00

Andreas Schlüter ist seit einigen Jahren einer der erfolgreichsten neuen deutschen Jugendbuchautoren. Mit seinen Computerkrimis hat er sich schon einen gewissen Stamm an Jugendbuch-Lesern im Sturm erobert. Diese Buchvorstellung handelt von einem seiner packendsten Bücher aus der “Level 4″-Reihe um die Freunde Jennifer, Miriam, Frank und Ben.
Der 14-jährige Ben ist ein richtiger Computerfreak. Natürlich hat er einen leistungsfähigen PC mit mit fast allem was man so haben muss – ein paar illegale Raubkopien inklusive. Doch Bens Leidenschaft für Computer und alles was damit zusammenhängt geht noch tiefer: Ben überwacht sein Zimmer mit einer Webcam, ist Mitglied eines Computerclubs und hat sogar virtuellen Kontakt zu Hackern. Als es Ben im Informatikunterricht an der Schule langweilig wird, geht er auf seine Homepage und sieht auf dem Bild, welches von der Webcam übertragen wird, dass jemand in seinem Zimmer ist. Einbrecher? Schon bald stellt sich heraus, dass bei ihm zu Hause eine Hausdurchsuchung der Polizei stattgefunden hat. Schnell kommt ihm der Verdacht, dass dies nichts mit den Kopien, sondern mit der Verhaftung des Hackers mit dem Nicknamen Kaiser zu tun hat, mit Ben sich mehrfach per E-Mail ausgetauscht hatte. Aber bald merkt er auch, dass sich nicht nur die Polizei für ihn interessiert. Hängt das mit Hacker Kaisers Interesse am mächtigen `Protzosoft´-Konzern zusammen? Wohin führt sie, “Die Spur des Hackers” Kaiser? Ben und seine Freunde verfolgen die Spur mit einem Hinweis, den der Hacker ihm mit einer zeitverzögert versandten E-Mail hat zukommen lassen. Das Rätsel zu lösen und gleichzeitig die Verfolger abzuschütteln und zu verhindern, dass sie das bekommen wonach sie suchen ist nicht einfach und so bleibt es spannend bis zum Schluß.
Es ist dem Autor mit diesem Buch gelungen einen spannenden Krimi mit aktuellen Bezügen zu schreiben, der jugendliche Leser ab dem Alter von etwa 12 Jahren für ein paar Stunden fesseln wird.
Ein Rat an alle Eltern, die dieses spannende Jugendbuch für ihre Kinder kaufen wollen: Achten Sie darauf, dass ihre Kinder nicht erst abends mit der Lektüre beginnen…

Andreas Schlüter: Die Spur des Hackers, Altberliner Verlag, 2002

Ritter Tiuris neue Abenteuer

6. Januar 2007, 21:23:35

Die Fortsetzung des Abenteuer-Romans “Der Brief für den König” von Tonke Dragt trägt den Titel “Der Wilde Wald”. Er setzt inhaltlich kurze Zeit nach dem Ende des ersten Buches über die Abenteuer von Tiuri und seinen Freunden an.
Ritter Tiuri sowie sein Schildknappe und Freund Piak haben nach überstandenen Abenteuern den Winter auf der Burg seiner Eltern verbracht, um sich zu erholen. Nun aber naht der Frühling und es drängt die beiden zum Schloss Ristridin zu reiten und sich wie verabredet mit Ritter Ristridin und weiteren Freunden dort zu treffen. Doch als die beiden auf dem Schloss eintreffen, ist Ritter Ristridin nicht dort. Es gibt nicht einmal verlässliche Nachrichten darüber wo er sich aufhält. Ristridin war aufgebrochen, um den Wilden Wald zu bereisen und Berichten über Räuber, seltsamen grünen Männern und anderen geheimnisvollen Gerüchten nachzugehen. Vom Burgherrn der neben dem Wilden Wald gelegenen Burg Islan kam die Nachricht, Ritter Ristridin habe den Wilden Wald bereits verlassen und sei in Richtung Deltaland geritten. Also machen sich Tiuri und Piak auf den Weg zur Burg Islan. Dort angekommen sind sie schon mittendrin im neuen Abenteuer. Gibt es die Männer in Grün wirklich? Sind sie Menschen? Freund oder Feind? Warum verhält sich die Tochter des Burgherren von Islan so merkwürdig?
Auch dieses Mal wird der junge Ritter wieder zusammen mit seinem Freund in wichtige Geschehnisse verwickelt, die das Schicksal vieler Menschen betreffen. Wie auch schon im ersten Roman sind nicht nur Tapferkeit und Mut vonnöten, sondern auch Treue und Freundschaft um die Aufgaben und Gefahren zu bewältigen. Aber diesmal hat Tiuri mehr noch als im ersten Teil schwierige Entscheidungen zu treffen und wächst, bei allen Zweifeln ob seine Entscheidungen richtig waren, daran.
Fazit: “Der Wilde Wald” von Tonke Dragt verspricht nicht nur weitere spannende Abenteuer mit Tiuri, sondern löst dieses Versprechen auch ein. Wem der erste Band schon gefallen hat, der sollte auf jeden Fall auch dieses Buch lesen!

Tonke Dragt: Der Wilde Wald, Beltz& Gelberg